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Rallye Allgemein
29.05.2023

Müller Brothers: Emotionale Rallye Velenje mit Happy End

Bei der 38. Rallye Velenje in Slowenien erlebte Jonas Müller eine beispiellose Pechsträhne und kämpfte sich am Ende auf Klassenrang elf ins Ziel. Sein Bruder Liam kam mit der Strecke bestens zurecht und belegte am Ende Rang vier in seiner Klasse und einen hervorragenden Gesamtrang 14.

Das Rallye-Wochenende bei der Rallye Velenje in Slowenien begann für die Müller Brothers Jonas und Liam bereits am Mittwoch: Ausführliche Testfahrten standen auf dem Programm: „Wir nutzen die Gelegenheit und probieren ein paar Dinge bezüglich Reifen, Luftdruck und Fahrwerk aus“, erklärte Liam Müller. Damit begann für seinen Bruder Jonas eine beispiellose Pechsträhne. Auf der nassen Fahrbahn geriet er mit einem Hinterrad in einen Regenablauf, kam von der Strecke ab und überschlug sich. Der Opel Corsa Rally4 (156kW/212PS) trug massive Schäden davon und musste abgeschleppt werden. Das bedeutete Extraschichten für die Mechaniker von Schmack Motorsport, um das Auto bis zum Shakedown am Freitag wieder flott zu kriegen. „Beim Shakedown war dann alles wieder gut“, so Jonas. Bis zum letzten Durchgang: „Ich bin von der Strecke gerutscht und hab mir das Hinterrad ausgebaut“. Wieder Sonderschichten für die Mechaniker.


Traumwetter, viele Zuschauer und Top-Platzierung für Liam Müller bei der Rallye Velenje

Zum Start der Rallye Velenje, dem dritten Lauf des Mitropa Rally Cups, am Samstag herrschte Traumwetter. Zahlreiche Zuschauer säumten die Strecke. Insgesamt gingen 86 Fahrer an den Start, 15 davon in der Klasse Rallye 4. Neun Wertungsprüfungen (WP) mit insgesamt 106 Kilometern waren zu absolvieren. „Die Prüfungen waren extrem anspruchsvoll, jede hat eigene Schlüsselstellen“, erklärt Liam Müller. „700 Meter schnell geradeaus bergab, dann direkt eine Spitzkehre, die nur mit der Handbremse zu fahren ist“, beschreibt Liam eine solche Herausforderung. Der junge Franke kam bestens mit der Strecke zurecht, fuhr konstant schnelle Zeiten. Der Lohn: Am Ende belegten er und Beifahrer Alexander Hirsch (Tannenberg) den vierten Platz in der Klasse Rallye 4 und einen hervorragenden 14. Gesamtrang. „Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis“, so der Nachwuchspilot. Aber auch Verbesserungspotential erkennt der 19-Jährige: „Wir können unseren Aufschrieb noch optimieren und müssen uns fragen: Wo können wir länger auf dem Gas bleiben? Wo können wir ein bißchen später bremsen?“.


Jonas Müller kämpferisch und am Ende auf Platz elf

Eher zurückhaltend ging Jonas gemeinsam mit seiner Mutter Katharina Müller (Hemhofen) als Beifahrerin das Rennen nach den Unfällen beim Test und Shakedown an: „Wir haben uns in den ersten fünf bis sechs WPs langsam rangetastet, um wieder ein Gefühl fürs Auto zu bekommen und uns von dem Schock zu erholen“. Und der saß tief bei dem 18-Jährigen. Aber mit den Kilometern kam auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück und auf den letzten drei WPs wurden seine Zeiten wieder deutlich schneller. Zum Vergleich: In WP5 legt er die 14,79 Kilometer lange Strecke in 12:44 Minuten zurück – in WP8 benötigte er für dieselbe Strecke nur 10:24 Minuten – satte 2:20 Minuten weniger. „Die Rallye Velenje hat sehr kurvenreiche, aber gleichzeitig schnelle WPs. Es hat mir trotz allem viel Spaß gemacht“, erklärte ein sichtlich angeschlagener Jonas im Ziel. Er belegte Rang elf in seiner Klasse und kommt im Gesamtklassement auf den 53. Rang. „Insgesamt bin ich zufrieden mit unserer Leistung, es waren für mich viele lehrreiche Momente dabei“, fasste er zusammen.

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Bereits in knapp drei Wochen, von 15. bis 18. Juni, sitzen die Müller Brothers erneut am Steuer. Dann starten sie bei der Rallye Zagreb in Kroatien. 
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