Montag, 15. April 2024
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Extreme E
10.02.2023

Klara Andersson: „Ein Traum wird wahr“

Die Vorbereitungen auf die dritte Saison der elektrischen Offroad-Rennserie Extreme E laufen auf Hochtouren. Das Team ABT CUPRA XE ist mit einem neuen Duo hinter dem Lenkrad bereit für den Start am 11. und 12. März. Neben neuen Fahrer*innen sind auch bisher unerschlossene Orte Teil der neuen Rennsaison. Klara Andersson, Xavi Serra und Alejandro Agag äußern sich zur Neuauflage des ganz besonderen vollelektrischen Motorsportabenteuers. 

Ein Traum wird wahr


Die wichtigste Frage ist drei Wochen vor dem Saisonstart in Saudi-Arabien geklärt. Zusammen mit Rallye-Dakar-Legende Nasser Al-Attiyah wird Klara Andersson für das Team ABT CUPRA XE an den Start gehen. „Für mich ist ein Traum wahr geworden“, freut sich die sympathische Schwedin über ihr Engagement als Stammfahrerin im Team ABT CUPRA XE. Sie war in der vergangenen Saison für die verletzte Jutta Kleinschmidt eingesprungen.

Für Klara Andersson „hat es einfach geklickt“, als sie in Chile und Uruguay zum ABT CUPRA XE Team stieß. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits in Chile erreichte sie gemeinsam mit Nasser Al-Attiyah Platz drei und damit den ersten Podiumsplatz der Saison. Beim Energy X Prix in Uruguay fuhr das Duo dann das beste Saisonergebnis für die spanische Challenger-Brand ein und stand erstmals auf dem Siegertreppchen ganz oben. „Es hat sich total natürlich angefühlt, Teil des CUPRA Tribes zu sein, und der Erfolg in Uruguay gibt uns Selbstvertrauen für die kommende Saison“, so Andersson.

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Klara Andersson reizt nicht nur die sportliche Herausforderung der Extreme E: „Ich mag die Extreme E, weil die Rennserie neben dem Motorsport weitere Dimensionen hat. Der Anspruch ist, auf und neben der Rennstrecke etwas zu erreichen. Es geht darum, den Weg hin zu einer kohlenstoffärmeren Zukunft durch die Förderung von Elektrofahrzeugen zu ebnen, die Aufmerksamkeit auf die Auswirkungen des Klimawandels und auf lokale Lösungsansätze zu lenken – und die Gleichstellung der Geschlechter im Motorsport zu beschleunigen.“

Das Legacy-Programm ist integraler Bestandteil der Extreme E und leistet sowohl soziale als auch ökologische Unterstützung an jedem Rennort. Bereits im vergangenen Jahr stand Saudi-Arabien auf dem Kalender der Extreme E, die dort mit der Ba'a Foundation zusammenarbeitete – einer Organisation, die sich für den Schutz bedrohter Arten, natürlicher Lebensräume und historischer Stätten einsetzt.

Extreme E als Plattform für Frauen im Motorsport


Neben dem Einsatz für Elektrifizierung und für Nachhaltigkeit ist die Gleichberechtigung ein weiterer wichtiger Baustein der Extreme E. In dieser Rennserie ist möglich, was es nur in wenigen Sportarten gibt: Frauen haben die Möglichkeit, im direkten Wettbewerb gegen männliche Konkurrenten anzutreten. Die Hälfte des Starterfeldes besteht aus Frauen und jedes Team ist ein Mixed-Team, sodass Fahrer und Fahrerin jeweils für eine Hälfte der Distanz am Steuer sitzen. Dadurch produziert die Serie weibliche Role-Models und leistet einen wichtigen Beitrag für einen höheren Frauenanteil im Motorsport.

„Weibliche Vorbilder zu haben, ist extrem wichtig“, weiß auch Klara Andersson. „Ich weiß noch, wie mir das geholfen hat, Frauen im Motorsport zu sehen und ihnen nachzueifern.“ Die 22-Jährige wird durch ihre Teilnahme an der Serie nun selbst zum Role-Model. „Wenn ich junge Frauen für den Motorsport begeistern und sie darin bestärken könnte, ihren Weg zu gehen – das wäre klasse. Aber es geht nicht nur um Frauen hinter dem Steuer, auch in anderen Bereichen im Motorsport brauchen wir mehr Frauen: als Ingenieurinnen, Mechanikerinnen oder Teamchefinnen.“

Training zunächst nur im Simulator


Bevor Klara Andersson ihre Vorbildfunktion auf der Strecke einnehmen kann, muss sie zunächst per Simulator üben. „Die Autos sind schon auf dem Weg zum ersten Rennen, deshalb steht derzeit nur der Simulator zur Verfügung. Das ist natürlich nicht das Gleiche, aber ich bin der Meinung, je mehr man tun kann, desto besser.“

Neben dem Saisonstart in Saudi-Arabien am 11. und 12. März wird es Rennen in Italien (Sardinien), Chile, Brasilien oder den USA (steht noch nicht fest) und Schottland geben. Brasilien/USA und Schottland sind neu im Rennkalender. Der Ocean X Prix in Schottland war zwar schon früher Teil der Planungen, der heutige britische Premier Rishi Sunak gab dafür vor zwei Jahren in seiner Funktion als Finanzminister sogar hohe Unterstützungsgelder frei, aber das Rennen kam nicht zustande.

Ocean X Prix in Schottland


Im kommenden Mai soll es nun endlich klappen, möglicherweise auf einer Insel der Äußeren Hebriden. „Großbritannien ist die Geburtsstätte des Motorsports. Dort müssen wir uns präsentieren“, sagt Alejandro Agag, Gründer und CEO der Elektroserie. „Wir haben bisher zwei spektakuläre Saisons der Extreme E erlebt, und die dritte verspricht noch aufregender zu werden.“ Für CUPRA soll es nicht nur spannender, sondern vor allem erfolgreicher werden als in den Saisons zuvor.

CUPRA Racing-Leiter Xavi Serra ist sich sicher, dass sein Team besser abschneiden wird als im letzten Jahr. „In der vergangenen Saison haben wir große Fortschritte gemacht und gelernt, die Art und Weise, wie wir als Team arbeiten, zu verbessern“, erklärt Xavi Serra. „Schließlich haben wir 2022 mit soliden Ergebnissen abgeschlossen. Unsere Aufgabe ist es nun, auf diesem Fundament aufzubauen. Das Ziel ist klar: Wir treten an, weil wir gewinnen wollen. Klara bringt die Erfahrung einer siegreichen Fahrerin mit. Ich freue mich darauf, sie wieder an der Seite von Nasser fahren zu sehen.“

Die richtige Einstellung bringt Klara Andersson mit. „Wir wollen den Titel holen“, sagt Andersson selbstbewusst. „Mit dem Sieg in Uruguay haben wir gezeigt, dass wir ein starkes Team sind. Aber natürlich kann in der Extreme E alles passieren, wir müssen auf alles vorbereitet sein und Schritt für Schritt vorgehen.“ Schritt für Schritt: Beim Team ABT CUPRA XE sind die nächsten Schritte vorgezeichnet. Alle Zeichen stehen auf Erfolg!

Rennkalender der Saison 2023 in der Extreme E

11./12. März: Saudi-Arabien
13./14. Mai: Schottland
8./9. Juli: Italien (Sardinien)
16./17. September: Brasilien (Amazonas) oder USA
2./3. Dezember: Chile
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