Montag, 23. Mai 2022
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FIA WEC
04.05.2022

Porsche möchte seine Siegesserie in den belgischen Ardennen fortsetzen

Porsche tritt beim zweiten Saisonlauf der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC als Spitzenreiter in der Meisterschaft an. Nach dem Klassensieg zum Jahresauftakt in Sebring (USA) peilt das Werksteam beim 6-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps einen weiteren Erfolg an. Die aktuelle Generation des rund 378 kW (515 PS) starken Porsche 911 RSR ist auf der Formel-1-Rennstrecke in Belgien noch ungeschlagen. In den Saisons 2019/2020 und 2021 fuhr der Neunelfer aus Weissach jeweils den Triumph in der GTE-Pro-Klasse auf dem Ardennen-Kurs ein. An diese Serie möchte Porsche am kommenden Wochenende anknüpfen.

„Nach unserem großen Erfolg zuletzt in Sebring mit Platz eins und Platz drei sowie dem Vorjahressieg in Spa steht unser Ziel fest: Wir wollen dort wieder gewinnen. Es ist unser großer Wunsch, in diesem Jahr den Titel mit dem 911 RSR einzufahren. Daher müssen wir im kommenden Rennen maximale Punkte anpeilen“, erklärt Alexander Stehlig, Leiter Werksmotorsport FIA WEC. „Wir sind in Sebring gut in die Saison gestartet, haben aber noch Luft nach oben. Wir wollen uns vor allem bei den Boxenstopps weiter verbessern. Wenn uns dies gelingt, sollte bei einem optimalen Rennverlauf auch ein Doppelerfolg möglich sein. Das wäre die perfekte Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans, die dann im Juni folgen.“


Das Rennen

Der Circuit de Spa-Francorchamps liegt im äußersten Osten Belgiens unweit der deutschen Grenze. Die 1921 eröffnete Rennstrecke führt über 7,004 Kilometer und ist damit der längste permanente Kurs im Kalender der FIA WEC. 21 Kurven und mehrere lange Geraden führen spektakulär bergauf und bergab durch dichte Wälder – die traditionsreiche Strecke trägt aus diesem Grund den Beinamen „Ardennen-Achterbahn“. Die schnellen Passagen wie Raidillon/Eau Rouge und Blanchimont sind ebenso berühmt-berüchtigt wie die Haarnadelkurve La Source. Zur Saison 2022 wurde die Anlage umfangreich renoviert und ausgebaut. An zahlreichen Kurven entstanden neue Kiesbetten und Tribünen. An Streckenlänge und -verlauf änderte sich jedoch nichts.


Die Fahrer des Porsche GT Teams

Der Österreicher Richard Lietz und der Italiener Gianmaria Bruni bilden die Fahrerpaarung im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 91. Das Schwesterauto teilt sich Kévin Estre mit Michael Christensen. Das Duo aus Frankreich und Dänemark hatte am Steuer der Nummer 92 im März den Saisonauftakt in Sebring gewonnen und führt die Meisterschaft derzeit an. In der Herstellerwertung belegt Porsche vor dem zweiten Rennen dieses Jahres die erste Position.


Die Kundenteams

Die erfahrenen deutschen Kundenteams Project 1 und Dempsey-Proton Racing schicken jeweils zwei Porsche 911 RSR in den zweiten WEC-Lauf des Jahres. Für Project 1 greift unter anderem der Italiener Matteo Cairoli ins Lenkrad. Bei Dempsey-Proton agiert Teambesitzer Christian Ried gemeinsam mit den beiden Briten Harry Tincknell und Sebastian Priaulx in der Startnummer 77. Das Schwesterauto mit der Nummer 88 teilen sich die Amerikaner Fred Poordad und Patrick Lindsey mit dem Belgier Jan Heylen. Das britische Team GR Racing schickt die beiden Briten Michael Wainwright und Ben Barker sowie den Italiener Riccardo Pera an den Start.


Teams und Fahrer in der Übersicht

GTE-Pro-Klasse
  • Porsche GT Team #91 – Richard Lietz (A) / Gianmaria Bruni (I) 
  • Porsche GT Team #92 – Kévin Estre (F) / Michael Christensen (DK)

GTE-Am-Klasse
  • Team Project 1 #46 – Matteo Cairoli (I) / Mikkel Pedersen (DK) / Nicolas Leutwiler (CH)
  • Team Project 1 #56 – Brendan Iribe (USA) / Oliver Millroy (GB) / Ben Barnicoat (GB)
  • Dempsey-Proton Racing #77 – Christian Ried (D) / Harry Tincknell (GB) / Sebastian Priaulx (GB)
  • GR Racing #86 – Michael Wainwright (GB) / Riccardo Pera (I) / Ben Barker (GB)
  • Dempsey-Proton Racing #88 – Fred Poordad (USA) / Patrick Lindsey (USA) / Jan Heylen (B)


Fahrerstimmen vor dem Rennen

Richard Lietz (Porsche 911 RSR #91): „Nach den Umbauten in Spa-Francorchamps gibt es dort wieder mehr Kiesbetten. Ich bin daher gespannt, wie sich das auf den Fahrstil auswirkt. Auf den Videos sieht es gut aus, aber einen realistischen Eindruck bekommen wir erst im Freien Training am Donnerstag. Ich hoffe, dass sich die Charakteristik der legendären Strecke nicht verändert hat. Ich erwarte bei unserem ersten Europa-Rennen der Saison einen engen Wettbewerb aller Autos in unserer GTE-Pro-Klasse.“

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Gianmaria Bruni (Porsche 911 RSR #91): „Spa ist seit der Gründung der FIA WEC jedes Jahr im Kalender – für mich ist es ein absolutes Highlight der Saison. Die Strecke macht vor allem im Porsche 911 RSR enorm viel Spaß. Wir wollen maximale Punkte einfahren. Es ist viel neu gestaltet worden entlang des Kurses. Ich bin schon gespannt, welche Eindrücke wir bei der Streckenbegehung am Donnerstag gewinnen. Mal schauen, ob die neu asphaltierten Abschnitte große Veränderungen mit sich bringen. In den vergangenen Jahren hatten wir in Spa schon alles: Sonnenschein, Regen und sogar Schnee. Das Wetter hält in den Ardennen immer einige Überraschungen parat.“

Kévin Estre (Porsche 911 RSR #92): „Wo früher asphaltierte Auslaufzonen waren, sind nun an vielen Stellen neue Kiesbetten. Mal schauen, ob wir deswegen durch die berühmte Eau Rouge eine andere Linie fahren müssen. Insgesamt freue ich mich schon sehr auf das kommende Rennwochenende. Die Strecke ist einzigartig und herausfordernd, zudem sind endlich wieder viele Fans zugelassen. Das bringt eine tolle Atmosphäre. Im vergangenen Jahr hatten wir in Spa ein perfektes Wochenende: Pole-Position und Klassensieg. Der Porsche 911 RSR ließ sich im Qualifying und im Rennen hervorragend fahren. Es gibt keinen Grund, warum es in diesem Jahr anders sein sollte. Aber wir müssen vorsichtig bleiben: Die Konkurrenz wird stark sein.“

Michael Christensen (Porsche 911 RSR #92): „In Spa-Francorchamps waren wir immer besonders gut. Ich hoffe, dass dies auch am kommenden Wochenende der Fall sein wird. Ein weiterer Sieg ist das klare Ziel. Wenn wir dies schaffen, dann sind wir nicht nur in einer tollen Position in der Meisterschaft, sondern bekommen vor dem Highlight in Le Mans rechtzeitig noch einmal einen zusätzlichen Motivationsschub. Das bevorstehende Rennen in Belgien besitzt unter diesen Gesichtspunkten große Bedeutung für uns. Ich kann es kaum noch erwarten, dort endlich wieder auf die Strecke zu fahren.“
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