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Sportwagen Allgemein
13.10.2021

GRT Grasser Racing Team absolviert doppeltes Finale

Der Oktober lässt dem GRT Grasser Racing Team keine Zeit für Herbstmüdigkeit. Nach dem Einsatz im ADAC GT Masters auf dem Sachsenring war das Team aus der Steiermark am vergangenen Wochenende einmal mehr weltweit mit seinen Lamborghini Huracán GT3 EVO in Action. In der GT World Challenge Europe sowie in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship stand für die Crews von GRT Grasser Racing auf zwei Kontinenten ein Saisonfinale auf dem Programm.

Bei der achten und letzten Station zum Sprint Cup der US-amerikanischen Sportwagenmeisterschaft IMSA griffen Lamborghini-Werksfahrer Franck Perera und Sportwagen-Routinier Misha Goikhberg auf dem Virginia International Raceway ins Lenkrad. Mit der schnellsten Rennrunde bewies das Duo einmal mehr seine starke Rennpace. In Europa begaben sich Kikko Galbiati, Clemens Schmid und Tim Zimmermann auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in die fünfte Runde des prestigeträchtigen GT World Challenge Europe Endurance Cups.

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Nach dem doppelten Finale geht es für das GRT Grasser Racing Team in zwei Wochen auf deutschem Boden weiter. Im ADAC GT Masters steht auf dem Hockenheimring die sechste Station im Kalender an. In der heißen Phase der Saison kämpft die Mannschaft mit vier Lamborghini Huracán GT3 EVO um den Titel in der Teamwertung der Internationalen Deutschen GT-Meisterschaft. Im November folgt außerdem ein letztes Wiedersehen in den USA. Das Petit Le Mans in Road Atlanta markiert den Abschluss der Langstreckenmeisterschaft in der IMSA WeatherTech SportsCar Championship 2021.

GRT Grasser Racing Team mit Fastest Lap Hattrick in der IMSA

Für das IMSA-Einsatzteam von GRT Grasser Racing war das Rennwochenende im Bundesstaat Virginia der Abschluss einer intensiven Sprint-Saison in den Vereinigten Staaten. Auf dem 5,260 Kilometer langen Traditionskurs an der Ostküste des Landes stand ein weiteres Rennen über 2 Stunden und 40 Minuten an. Im ersten Training setzte Perera mit der Bestzeit in der stark besetzten GTD-Klasse ein frühes Ausrufezeichen.

Nach der erfolgreichen Vorbereitung sicherte Goikhberg dem Duo im Qualifying den zehnten Startplatz im Feld der GT3-Boliden. Die gute Ausgangslage machte sich der 34-jährige Kanadier mit russischen Wurzeln beim Rennstart am Samstag zunutze. Bei schwierigen Mischbedingungen behielt er mit Slicks auf feuchtem Asphalt die Ruhe und machte in der Anfangsphase eine Position gut.

Perera übernahm das Auto nach knapp einer Stunde und spielte die starke Rennpace des Lamborghini Huracán GT3 EVO in seinen Stints voll aus. Der 37-jährige Franzose fuhr die schnellste Rennrunde in der GTD-Klasse und sicherte dem GRT Grasser Racing Team seine dritte Fastest Lap in der diesjährigen IMSA WeatherTech SportsCar Championship. Nachdem er zeitweise in Führung lag, wurde er durch eine Pace-Car-Phase zurückgeworfen. Als Neunter stellte er dennoch ein solides Top-10-Resultat sicher.

Franck Perera: "Das Wochenende in Virginia war auf jeden Fall positiv. Unser Auto lief ausgezeichnet und Misha hat sehr gute Fortschritte gemacht. Wir hatten definitiv den Speed um aufs Podest zu fahren. Ich war mit meinem Stint sehr zufrieden. Als ich das Rennen angeführte habe, wurde unsere Strategie leider durch die Neutralisierung zurückgeworfen. Das war schade, aber das Top-10-Resultat war trotzdem gut und ich habe mich über die schnellste Runde gefreut. Beim Langstreckenfinale in Road Atlanta werden wir nochmal angreifen."

Versöhnlicher Saisonabschluss für Fahrertrio in der GTWC bleibt aus

Auf dem heimischen Kontinent fand sich das GRT Grasser Racing Team für den letzten Schlagabtausch der GT3-Elite im GT World Challenge Europe Endurance Cup ein. Das Finale der hochkarätigen Langstreckenserie wurde in Spanien von einem Feld mit 46 Autos in Angriff genommen. Nach der Vorbereitung in den Trainings verlief die Vorqualifikation mit Platz 15 für den Lamborghini Huracán GT3 EVO mit der Startnummer 16 äußerst vielversprechend.
In dem aus drei Segmenten bestehenden Zeittraining erreichten Galbiati, Schmid und Zimmermann den neunten Startplatz im Silver Cup. Das Rennen über eine Distanz von drei Stunden war von Beginn an hart umkämpft. In der Startrunde auf dem 4,655 Kilometer langen Formel-1-Kurs vor den Toren Barcelonas musste Galbiati im Positionskampf in die Auslaufzone ausweichen. Für das Verlassen der Rennstrecke erhielt er wenig später eine Strafe, die das Team zurückwarf.

Im weiteren Rennverlauf erholten sich der Italiener und seine beiden Teamkollegen jedoch von diesem Rückschlag. In der Schlussphase war Schmid wieder auf die achte Position im Silver Cup vorgerückt, als das Pech zuschlug. Ein technisches Problem stoppte den Tiroler mit weniger als zehn Minuten Restzeit auf der Uhr. Ihm blieb keine andere Wahl, als die Box anzusteuern und das Auto abzustellen. Die Saison im GTWC Endurance Cup endete damit ohne ein versöhnliches Resultat.

Clemens Schmid: "Die Pace war wie schon am Nürburgring ziemlich gut. Das Team hat das gesamte Wochenende über wieder hervorragende Arbeit geleistet. Mit dem Qualifying waren wir durchaus zufrieden, obwohl es natürlich immer Kleinigkeiten gibt, die verbessert werden können. Im Rennen war unser Auto sehr schnell. Die Strafe für Kikko war unglücklich, aber abgesehen davon lief es bis kurz vor Schluss rund. Der Ausfall war sehr schade, denn wir hatten uns alle einen schöneren Saisonabschluss gewünscht."

Tim Zimmermann: "Es war eigentlich ein recht gutes Wochenende. Wir haben uns in den Trainings wohl gefühlt und die Pace war von Anfang an da. Es ist wirklich ärgerlich, das Rennen nicht beendet zu haben. Dieses Jahr ist wirklich alles andere als einfach und es tut mir für das Team sehr leid, dass das Pech auch im Finale nicht ausgeblieben ist. Wir können nur nach vorne schauen. Es stehen noch zwei Veranstaltungen im ADAC GT Masters an und dort wollen wir alles daran setzen, das Jahr mit guten Resultaten zu beenden."

Teamchef Gottfried Grasser: "Wir hatten uns am Wochenende natürlich bessere Resultate erhofft, aber das Fazit fällt insgesamt trotzdem positiv aus. Unsere Pace in der IMSA war wirklich gut. Aufgrund der Startposition sind wir bei der Strategie viel Risiko eingegangen. Wir haben alles auf eine Karte gesetzt und hätten noch eine Neutralisierung gebraucht, um vorne zu bleiben. Wir mussten einfach etwas anderes als die Konkurrenz versuchen und es hat nicht ganz geklappt. Das Auto lief auf jeden Fall sehr gut, wie die schnellste Runde von Franck gezeigt hat. Wir freuen uns schon auf das Petit Le Mans. Es ist ein cooles Rennen zum Saisonabschluss und wir wollen dort nochmal alles geben, um ein Top-Resultat zu holen. In der GTWC waren wir grundsätzlich auch gut dabei. Die Strafe war etwas ärgerlich, aber die Jungs haben danach einen guten Job gemacht. Leider wurden wir kurz vor Schluss durch ein Problem mit der Benzinversorgung gestoppt. Dieser Ausgang war schade, aber wir haben im Silver Cup diese Saison trotz allem eine gute Figur gemacht. Jetzt freuen wir uns auf das ADAC GT Masters in Hockenheim. Dort heißt es volle Attacke."