Montag, 25. Oktober 2021
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
STT
05.10.2021

STT auf dem Nürburgring: Alzen feiert nächsten Doppelpack

Bei schwierigen Witterungsbedingungen erzielte Uwe Alzen (Audi R8 GT3 Evo) beim vierten Lauf der Spezial Tourenwagen Trophy einen Doppelsieg. Im ersten Rennen siegte der Audi-Pilot vor Jürgen Bender (Corvette C7 GT3-R), während am Nachmittag Josef Klüber (Mercedes AMG GT3) Rang zwei belegte.

An der Spitze schlug Uwe Alzen gleich zu Beginn des ersten Rennens ein hohes Tempo an. Der Spitzenreiter setzte sich sofort vom restlichen Feld ab und brachte das Rennen souverän über die Bühne. „Es war gut, dass die Verhältnisse gleich blieben. Das Auto war wieder top. Meine Jungs haben gut gearbeitet“, zeigte sich Uwe Alzen mit seinem fünften Saisonsieg zufrieden. Das zweite Rennen war gerade fünf Runden alt, da fing es plötzlich an zu schütten. Der Großteil des Feldes hatte auf Slicks gesetzt. Zumindest auf den ersten Runden nicht die falsche Wahl. Denn die anfangs feuchte Strecke wurde zunehmend trockener. Als einer der ersten stoppte Josef Klüber, kurz darauf folgten Uwe Alzen, Jürgen Bender und Jürgen Alzen (Ford GT Turbo) aus der Spitzengruppe. Wie schon am Morgen waren die Verhältnisse für Uwe Alzen ideal. Nach 14 Runden gab es den zweiten Sieg an diesem Wochenende zu feiern. „Wir haben auf jeden Fall zweimal gewonnen. Wir hatten einen super Boxenstopp. Da hat alles super funktioniert. Es war ziemlich rutschig anschließend. Es dauerte lange bis die Reifen Temperatur und Druck bekommen haben. Es war teilweise wie auf Schmierseife“, befand Uwe Alzen.


Jürgen Bender und Josef Klüber zweimal auf dem Podium

Nachdem Jürgen Alzen bereits in der Einführungsrunde seinen Wagen mit defekter Antriebswelle abstellen musste, fuhr Jürgen Bender gleich nach der Startfreigabe auf Platz zwei nach vorne. Der Neckarsulmer festigte vor Josef Klüber seine Position. Mit 8,76 Sekunden Vorsprung auf den AMG GT3 Mercedes überquerte Bender die Ziellinie. „Das war eine schwierige Situation. Die Reifen waren kalt. Man musste schon darauf achten das Auto nicht wegzuwerfen. Mit dem Ergebnis bin ich aber zufrieden“, befand Jürgen Bender.

Anzeige
Im zweiten Durchgang drehte Klüber den Spieß um. Doch zunächst entbrannte hinter Uwe Alzen ein enger Zweikampf zwischen Jürgen Alzen und Jürgen Bender. Der Ford GT Pilot hatte den Start gewonnen, musste sich aber wieder hinter seinem Bruder einreihen. Jürgen Bender drückte mächtig von hinten, doch Alzen hielt dem Druck stand. Als der Regen einsetzte, wurde das Feld gehörig durcheinandergewirbelt. Profiteur war Josef Klüber, der eine Runde früher zum Reifenwechsel an die Box gekommen war. Der Mercedes-Pilot setzte sich zehn Minuten vor Rennende auf Rang zwei fest. „Es war ein heißes Rennen, aber auch schwierig. Einige Stellen waren schmierig. Ich denke, dass ich genau zum richtigen Zeitpunkt die Reifen gewechselt habe. Meine Truppe war sehr schnell und haben mich gleich abgefertigt. Der halbe zweite Platz gehört sicherlich meinem Team“, so Josef Klüber. Dahinter fuhr Jürgen Bender als Gesamtdritter aufs Treppchen. Der Neckarsulmer konnte damit Jürgen Alzen auf Rang vier verweisen. „Ich konnte noch Jürgen Alzen im Trockenen überholen. Das Auto hatte eine sehr gute Performance, auch im Nassen. Meine Zeit war jetzt nur vier Zehntel weg vom Schnellsten“, berichtete Jürgen Bender.


Division 2-Piloten stark unterwegs

Die schwierigen Wetterverhältnisse spielte den Teilnehmern mit den kleineren Fahrzeugen in die Karten. Edy Kamm (Seat Leon TCR) knallte gleich mit der Startfreigabe schnelle Zeiten in den nassen Asphalt. Die schnelle Gangart auf den ersten Runden war für Kamm der Schlüssel zum starken Endresultat. Ein überragender vierter Gesamtrang bedeutete den Sieg in der Division 2. „Mir ist es viel lieber, wenn um mich herum Autos sind. Mit denen ich auch kämpfen kann. Wenn Distanz dazwischen ist, werde ich immer nervöser, ob die näher kommen und ich mache Fehler“, erzählte Edy Kamm. Auf Platz sechs setzte sich Stefan Schäfer (VW Golf GTI Cup) gegen Thomas König im Porsche 991.1 GT3 Cup durch. Zwar kam König gegen Ende noch einmal ran, doch mit dem Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge zeigte die Uhr einen Vorsprung von 0,846 Sekunden an.

Stefan Schäfer hatte sich zu Beginn des zweiten Rennens hinter Thomas König festgebissen. Als es zu regnen anfing, blieb Schäfer im Gegensatz zum Großteil der Konkurrenz draußen. Der Mut sollte belohnt werden. Auch wenn es denkbar knapp wurde. Nicht nur der Sieg in der Division 2, sondern auch der fünfte Platz im Gesamtklassement rundete die Leistung am Wochenende ab. „Wir haben uns für Slicks entschieden. Als es stärker regnete, war es schon sehr rutschig. Ich blieb draußen und fuhr mit den Slicks das Rennen zu Ende. Ich denke, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Mit Gesamtplatz fünf vor einigen großen Autos kann ich sehr zufrieden sein“, freute sich Stefan Schäfer. Platz zwei in der Division 2 belegte Thomas König. Eng war die Entscheidung um Rang drei in der Division 2. Mit einem starken Endspurt fing Andreas Helm, im Seat Leon TCR von Edy Kamm unterwegs, kurz vor Schluss noch Thomas Vital (Maserati 4200 Trofeo) ab.


Doppelsieg für Ralf Glatzel

Zweimal erfolgreich in der Division 2 war Ralf Glatzel (Ford Fiesta ST). Der Fiesta Pilot kommt solch schwierigen Verhältnissen sowieso gut zurecht. Am Erfolg gab es in der Eifel nichts zu rütteln. Lucas Baude (Mini R50 Cooper S) landete in beiden Rennen auf dem zweiten Platz. Der 20jährige Mini-Pilot hatte im zweiten Heat auf geschnittene Slicks gesetzt. Anfangs noch hinter Dirk Ehlebracht (Ford Fiesta ST) setzte sich Baude vor den Fiesta und brachte seinen 13. Gesamtplatz sowie Rang zwei in der Division 2 sicher ins Ziel. Damit musste Ehlebracht erneut mit Rang drei vorlieb nehmen. “„Das Regenwetter war ein Vorteil für uns, da wir ein relativ leistungsschwaches Auto haben. Das erste Rennen bin ich auf Regenreifen gestartet. Das lief super. Das zweite Rennen war nun ein Glücksspiel. Wir entschieden uns für geschnittene Slicks und Regen Setup. Wir rechneten nicht damit, dass es während des Rennens noch so stark regnen würde. Dadurch hatten wir einen weiteren Vorteil“, so Baude.

Bereits in zwei Wochen geht es für die Spezial Tourenwagen Trophy erneut in die Eifel. Vom 15.-17. Oktober wird bei der ADAC Westfalen Trophy auf dem Nürburgring das Finale ausgefahren.