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13.07.2021

PSCCE in Polen: Nichts für schwache Nerven

Bei besten Wetterbedingungen ging auf Polens größter Rennstrecke, Tor Poznań, am Samstag der dritte Renntag der Porsche Sprint Challenge Central Europe 2021 vonstatten. Für Veranstalter Lechner Racing war das ein mannschaftlicher Kraftakt, denn die Salzburger Motorsportéquipe setzte am selben Wochenende auch Teams in der International GT Open und im Porsche Carrera Cup France ein. Die Teilnehmer der Porsche Sprint Challenge drückten ihren „Teamkollegen“ aus der Ferne bei bester Stimmung im PSCCE-Paddock die Daumen.

Diesmal übernahm Max Werndl (GER) die Rolle jenes Piloten im Team von Keep It Gold Racing, der im ersten Rennen des Wochenendes die Kohlen aus dem Feuer holen sollte. Dem Tabellenführer gelang das in äußert souveräner Manier. Werndl dominierte die Klasse der GT3 Cup-Boliden und siegte mit über einer halben Minute Vorsprung auf den besten ProAM-Fahrer des Wochenendes, Markus Sedlmaier (GER, Kremer Racing).
Wesentlich gedrängter zur Sache ging es wie gewohnt in der GT4 Clubsport-Wertung. Zwar siegte zum dritten Mal in dieser Saison Jonas Greif (GER) aus dem Junior Team Central Europe, doch Lokalmatador Franz Dziwok (POL, FA1 Racing) ließ nicht locker und setzte Greif insbesondere im letzten Renndrittel massiv unter Druck. Am Zielstrich trennte die beiden nicht einmal eine halbe Sekunde. Rang 3 holte sich Dziwoks Kontrahent um den ProAM-Titel, Leo Willert (AUT, Heizer Monkeys Racing Team), der wiederum die Gruppe Walenda, Mrugalski, Bönighausen und Ziemian hinter sich ließ.
 
Freddy Fast (AUT, Keep It Gold Racing) wollte sein Sprintrennen ähnlich souverän wie Werndl über die Bühne bringen. Er bekam es jedoch mit Namensvetter Freddy Kremer (GER, Kremer Racing) zu tun, der nicht nur die schnellste Rennrunde fuhr, sondern in Runde 13 nach einem kurzen Ausrutscher von Fast auch die Führung übernahm. Allerdings blieb es ein kurzes Vergnügen für Kremer. Bei Außentemperaturen von über 30 Grad auf einer herausfordernden Rennstrecke, die keine Verschnaufpausen zulässt, schlich sich auch bei ihm ein Fehler ein. So schnappte sich Fast erneut die volle Punkteausbeute und folgt damit Teamkollege Werndl im Gleichschritt zum nächsten Event nach Budapest.

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Etwas klarer die Verhältnisse bei den GT4 in Rennen 2: Frederick Jerich (AUT, Junior Team Central Europe) tat ebenfalls das, was er schon das ganze Jahr über machte. Von der Klassen-Poleposition weg teilte er sich die Michelin-Slicks ideal ein und wehrte sich so erfolgreich gegen Franz Dziwok, der erneut als Zweiter gewertet wurde. Als Dritter klassierte sich Jakub Litwin (POL, Auto Dusza), der bei seinem ersten Auftritt in der PSCCE gleich einmal Tafelsilber sammelte. Wie schon in Rennen 1 war Blazej Mrugalski (POL, Netbox Racing) schnellster AM-Fahrer.
 
Zu einem Krimi entwickelte sich abermals das abendliche Verfolgungsrennen bei den GT4-Clubsportlern. In der Anfangsphase waren lange Zeit fünf Porsche 718 Cayman GT4 unzertrennbar an der Spitze. In Runde 2 übernahm Florian Janits (AUT, FA1 Racing) die Führung von Jonas Greif. Dem ehemaligen Formel-4-Piloten gelang nach einiger Zeit die Flucht, was Teamkollegen Dziwok einen Vorsprung für die zweite Rennhälfte mit auf den Weg gab. Gejagt wurde Dziwok fortan von Greifs Partner Jerich, der in großen Schritten näher und näher rückte. In den letzten Rennminuten kam Jerich in Reichweite eines Angriffs, doch Dziwok behielt die Nerven und feierte einen umjubelten Heimsieg im 100-Meilen-Langstreckenrennen. Ähnlich spannend war das Duell um Rang 3, bei dem sich letztlich ebenso knapp Leo Willert/Jakob Schober (AUT, Heizer Monkeys Racing Team) gegen Blazej Mrugalski und GT4-Ass Lennart Marionek (GER) vom Team Netbox Racing durchsetzten.

Im Porsche 911 GT3 Cup einmal mehr nicht zu schlagen: Max Werndl und Freddy Fast (Keep It Gold Racing). Rang 2 holten sich in der großen Klasse Freddy Kremer und Markus Sedlmaier (Kremer Racing).
Nächster Tournee-Stopp für die Porsche Sprint Challenge Central Europe: am 13. und 14. August in Ungarns Hauptstadt Budapest.

Max Werndl (Sprint- und Endurance-Sieger GT3 Cup Tor Poznań 2021): „Ein sehr gutes Wochenende! Wir haben erneut alles abgeräumt, was man abräumen kann. Es war aber ein Ritt auf der Rasierklinge, denn die Strecke – ich war zum ersten Mal da – ist ziemlich anspruchsvoll und anstrengend. In Sachen Titelkampf sehen Freddy (Teamkollege Fast, Anm.) und ich uns nicht als Kontrahenten – ‚wir gegen die anderen‘ ist unser Motto. Wir ergänzen uns kongenial und zu zweit macht es einfach hundertmal mehr Spaß!“

Florian Janits (Endurance-Sieger mit Franz Dziwok GT4 Clubsport Tor Poznań 2021): „Unser Plan war klar: Ich sollte gleich am Start Platz 1 übernehmen und versuchen, einen Vorsprung rauszufahren. Das gelang mir dann auch, ohne die Reifen zu überfahren. Ich habe aber gewusst, dass Fred Jerich schnell sein wird, und es hinten raus mit Franz Dziwok eng werden würde. Aber hinkommen und überholen sind eben zwei Paar Schuhe. Franz hat sich ab dem Slovakia Ring deutlich gesteigert, er fährt sauber und super konstant. Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung!“

Robert Lechner (Sporting Director PSCCE): „Wir haben uns sehr darüber gefreut, nach der Premiere 2019 wieder nach Polen zurückzukehren. Mit fünf polnischen Startern im PSCCE-Feld zeigt sich auch, dass unsere Bemühungen in der Region Früchte tragen. In allen drei Rennen haben wir erneut sportlich faire und enge Positionskämpfe erlebt. Bedanken möchte ich mich beim ganzen Team von Lechner Racing, die die Herausforderungen im Ablauf und der Organisation eines solchen Events bestens lösen. In Zusammenarbeit mit Porsche Central and Eastern Europe und Porsche Poland hatten wir in Poznań die komplette Porsche-Produktpalette vom neuen GT3-Straßenwagen bis zum Taycan Turbo vor Ort und endlich auch wieder Zuschauer und VIP-Gäste bei uns im Paddock. Damit sind wir wieder ein Stück näher in Richtung Normalität zurückgekehrt.“