Montag, 29. November 2021
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FIA WEC
29.10.2021

Porsche 911 RSR erobert vierte Pole-Position im fünften Rennen

Werksfahrer Kévin Estre hat den Porsche 911 RSR mit der Startnummer 92 im Qualifying zum 6-Stunden-Rennen in Bahrain auf die Pole-Position gefahren.

In einer engen Zeitenjagd setzte sich der Franzose hauchdünn gegen seinen italienischen Markenkollegen Gianmaria Bruni im baugleichen, rund 515 PS starken Neunelfer mit der Nummer 91 durch. Für die in der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC zweitplatzierten Kévin Estre und Neel Jani ist es die vierte Pole-Position im fünften und gleichzeitig vorletzten Saisonrennen. In der GTE-Am-Klasse startet der beste 911 RSR von der dritten Position.

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„Das Ergebnis sieht gut aus. Beim Blick auf den engen Abstand wird klar, dass beide Fahrer starke Runden absolviert haben“, bilanziert Alexander Stehlig, Einsatzleiter FIA WEC. „Wir haben in den Freien Trainings gut gearbeitet. Dabei ist es uns gelungen, die Reifen bei heißen Bedingungen optimal ins Arbeitsfenster zu bringen – sowohl über große Distanzen als auch über eine schnelle Runde. Die Plätze eins und zwei sind eine optimale Ausgangsposition. Wir müssen im Rennen alles versuchen, um diese Positionen bis ins Ziel zu halten. Damit würden wir unsere Ausgangslage in der Meisterschaft erheblich verbessern.“ Durch den Gewinn der Pole-Position hat sich der Rückstand von Estre/Jani in der Fahrerwertung auf elf Zähler reduziert. In der Herstellermeisterschaft trennen Porsche 15 Punkte auf die Spitze.

Im zehnminütigen Qualifying am Freitagnachmittag auf dem Bahrain International Circuit herrschten schwierige Bedingungen. Auf sehr aggressivem Asphalt und bei hohen Temperaturen von über 30 Grad in der Wüste boten die Michelin-Reifen in der GTE-Pro-Klasse an allen Fahrzeugen nur für eine einzige schnelle Runde optimalen Grip. Estre war rund 90 Sekunden nach dem Start der Session der erste GTE Pro-Pilot, der auf die 5,412 Kilometer lange Strecke ging. Sein Werksfahrerkollege Bruni folgte kurz dahinter. Nahezu im Paarflug legten die beiden erfahrenen Spezialisten im Porsche 911 RSR auf Anhieb Topzeiten vor, die von der Konkurrenz nicht mehr unterboten wurden. In 1:56,144 Minuten war Estre am Ende um 0,034 Sekunden schneller als Bruni im Schwesterfahrzeug.

In der GTE-Am-Klasse verschaffte sich das Team Project 1 mit Platz drei eine gute Ausgangsposition für das Rennen in Sakhir. Mit einer Rundenzeit von 1:59,404 Minuten verpasste der Norweger Egidio Perfetti einen Platz in der ersten Startreihe um weniger als eine Zehntelsekunde. Die beiden Porsche 911 RSR von Dempsey-Proton Racing nehmen das 6-Stunden-Rennen von den Positionen sieben und neun in Angriff. Das baugleiche Auto von GR Racing geht von Rang zwölf in den fünften Lauf der Saison.

Der sechsstündige Lauf der FIA Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC auf dem Bahrain International Circuit startet am Samstag, 30. Oktober um 11:00 Uhr Ortszeit (10:00 Uhr MESZ). Der Free-TV-Sender Eurosport 1 überträgt das Rennen in voller Länge live. Auch die Kanäle von Sport1 berichten umfangreich aus Bahrain. Einen Livestream sowie ein übersichtliches Timing bietet die kostenpflichtige App der Langstrecken-Weltmeisterschaft FIA WEC.

Fahrerstimmen nach dem Qualifying
Kévin Estre (Porsche 911 RSR #92): „Meine Runde war vielleicht nicht perfekt, aber sie hat für die Pole Position gereicht – darüber bin ich sehr glücklich. Zwischen uns und unserem Schwesterauto ging es sehr eng zu. Das zeigt, dass Porsche hier besonders im Qualifying sehr gut ist. Für uns ist auch die Markenweltmeisterschaft von großer Bedeutung, daher spielt auch die 91 eine wichtige Rolle. Und sie steht zwischen uns und den ,Roten‘. Ich hoffe, wir behalten auch im Rennen die Oberhand.“

Gianmaria Bruni (Porsche 911 RSR #91): „Das Ergebnis des Qualifing ist wirklich gut: Wir sind nahezu exakt die gleiche Rundenzeit gefahren. Unser Porsche 911 RSR fühlte sich auf der schnellen Runde hervorragend an, was eine Konsequenz unserer perfekten Vorbereitung war. Für das Rennen bin ich sehr zuversichtlich. Wir haben ein starkes Auto und können bestimmt ganz vorne mitkämpfen.“

Egidio Perfetti (Porsche 911 RSR #56): „Dritter ist natürlich nicht so gut wie Erster. Aber ich bin zufrieden, dass wir die meisten Ferrari und auch die meisten Aston Martin hinter uns lassen konnten. Wir haben zwei Rennen innerhalb von zehn Tagen vor uns. Es ist gut, dass wir an der Spitze mitfahren können. Letztes Jahr waren wir stark in Bahrain und haben unsere Klasse gewonnen. Hoffentlich schaffen wir es morgen wieder aufs Podium, am liebsten auf die höchste Stufe.“

Ergebnisse Qualifying
GTE-Pro-Klasse
1. Estre/Jani (F/CH), Porsche GT Team, Porsche 911 RSR #92, 1:56,144 Minuten
2. Lietz/Bruni (A/I), Porsche GT Team, Porsche 911 RSR #91, 1:56,178 Minuten
3. Serra/Molina (BR/E), AF Corse, Ferrari 488 GTE #52, 1:57,327 Minuten
4. Calado/Pier Guidi (GB/I), AF Corse, Ferrari 488 GTE #51, 1:57,573 Minuten

GTE-Am-Klasse
1. Mastronardi/Piccini/Cressoni (I/I/I), Ferrari 488 GTE #60, 1:58,687 Minuten
2. Dalla Lana/Farfus/Gomez (CDN/BR/BR), Aston Martin Vantage GTE #98, 1:59,331 Minuten
3. Perfetti/Cairoli/Pera (N/I/I), Team Project 1, Porsche 911 RSR #56, 1:59,404 Minuten