Mittwoch, 5. August 2020
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Sportwagen Allgemein
19.07.2020

Kämpferische Leistung von Porsche wird mit Podestplatz belohnt

Porsche hat seine Serie von Podestplätzen auch im dritten Saisonlauf der IMSA WeatherTech SportsCar Championship fortgesetzt. Die Werksfahrer Laurens Vanthoor aus Belgien und Earl Bamber (Neuseeland) erreichten im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 912 auf dem Sebring International Raceway den dritten Platz. Das Schwesterauto mit der Nummer 911 kam mit dem Briten Nick Tandy und dem Franzosen Frédéric Makowiecki auf dem sechsten Rang der hart umkämpften GTLM-Klasse ins Ziel. In der Herstellerwertung hat sich Porsche auf den zweiten Platz verbessert.

Vanthoor zündete beim Start in das Rennen über 2:40 Stunden ein regelrechtes Feuerwerk. Der amtierende Champion der nordamerikanischen Sportwagenserie war von Platz vier gestartet und übernahm nach nicht einmal einer halben Runde die Führung in der GTLM-Klasse. Bis zum ersten Stopp konnte der Belgier die Spitze verteidigen. Doch kurz nach dem Losfahren kollidierten die beiden Porsche 911 RSR noch in der Boxengasse unglücklich. Insgesamt waren sogar vier Wagen beteiligt: Tandy im RSR Nummer 911 musste plötzlich den beiden Corvette ausweichen, Vanthoor touchierte daraufhin das Schwesterauto, die Frontschürze wurde abgerissen. Die Startnummer 912 verlor danach durch zwei Reparaturstopps und eine Durchfahrtsstrafe rund 90 Sekunden, die Nummer 911 fiel nach einem Reifenschaden sogar um eine Runde zurück. Dank einer perfekten Strategie, beherzten Überholmanövern und die schnellsten Stints aller GTLM-Fahrzeuge erreichten Bamber und Vanthoor am Ende noch das Podest. Für Tandy und Makowiecki war nicht mehr als Rang sechs möglich.

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In der GTD-Klasse für Fahrzeuge nach FIA GT3-Reglement wurde das Fahrzeug des Kundenteams Wright Motorsports ebenfalls durch einen Zwischenfall zurückgeworfen. Der Amerikaner Ryan Hardwick kämpfte sich am Steuer des Porsche 911 GT3 R in der Anfangsphase bis auf den vierten Platz nach vorn, schlug dann jedoch mit seinem Auto in die Beton-Barrieren. Nach den aufwändigen Reparaturen am Heck des über 500 PS starken Kundensportlers aus Weissach konnte auch Werksfahrer Patrick Long aus den USA nicht mehr viel ausrichten. Die Startnummer 16 überquerte den Zielstrich auf Platz neun.

Porsche hat in der Herstellerwertung auf Platz zwei nur vier Punkte Rückstand auf die Spitze. Die amtierenden Fahrermeister Bamber und Vanthoor rangieren vor dem vierten Saisonrennen am 2. August auf der Road America auf Position zwei, die Markenkollegen Makowiecki und Tandy belegen Platz vier.

Steffen Höllwarth (Einsatzleiter IMSA Championship): „Es ist ein enttäuschendes Ergebnis. Unser Tempo im Rennen war richtig gut, aber leider ist beim Zwischenfall in der Box einiges schiefgegangen. In solchen Situationen geht es um Zehntelsekunden und um Positionen. Beim Herausfahren gab es Kontakt von drei Fahrzeugen, leider waren unsere beiden Autos dabei. Es war unser Fehler. Wir werden es analysieren und für die Zukunft abstellen. Wir sind am Ende wenigstens noch mit einem Auto auf das Podest gekommen. Diese Punkte waren für die Meisterschaft sehr wichtig.“

Nick Tandy (Porsche 911 RSR #911): „Porsche hätte heute ein besseres Resultat verdient gehabt. Unser Auto war definitiv siegfähig. Manchmal passieren im Motorsport Dinge, die nicht optimal sind. Wir müssen daraus lernen und dafür sorgen, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Es sind uns heute viele Punkte verloren gegangen, aber unser starkes Tempo nehmen wir als sehr positiven Eindruck mit zum kommenden Lauf auf der Road America.“

Frédéric Makowiecki (Porsche 911 RSR #911): „Ich war nach dem Start in der Spitzengruppe und lag gut im Rennen. Nach nur 15 Runden haben wir uns entschieden, während einer Gelbphase einen Fahrerwechsel vorzunehmen. Was dann in der Boxengasse passierte, kann ich nicht erklären. Klar ist aber, dass uns dieser Zwischenfall viele Punkte gekostet hat. Wenn man schaut, wie schnell Nick später mit unserem Auto war, dann ist klar, dass wir ohne den Unfall um den Sieg gefahren wären. Leider lässt sich das nun nicht mehr ändern.“

Earl Bamber (Porsche 911 RSR #912): „Es war ein schwieriger Tag, der so gar nicht hätte passieren müssen. Unsere beiden Autos waren im Rennen sehr stark, aber leider hat uns der Zwischenfall in der Box viel Zeit gekostet. Laurens hat sehr starke Stints absolviert, auch unsere Strategie war optimal. Auf diesem Weg haben wir maximale Schadensbegrenzung betreiben können. Das heutige Rennen hätte uns in der Meisterschaft weit zurückwerfen können, doch dank des Podestplatzes liegen wir weiterhin gut im Rennen. Diesen positiven Aspekt nehmen wir nun mit zum nächsten Lauf in Road Atlanta.“

Laurens Vanthoor (Porsche 911 RSR #912): „Wirklich schade, dass uns dieser Fehler in der Boxengasse um ein noch besseres Ergebnis gebracht hat. Ich kann bislang nicht genau erklären, wie es zu dem Kontakt kommen konnte. Die Kommunikation war auf jeden Fall nicht ganz optimal. Immerhin haben wir uns noch bis auf den dritten Platz nach vorn kämpfen können. Das hat uns wichtige Punkte gebracht. Ich hoffe, dass wir unseren Fehlerjoker damit ausgespielt haben und im weiteren Verlauf der Saison von solchen Dingen verschont bleiben.“

Ergebnis GTLM-Klasse
1. Gavin/Milner (GB/USA), Chevrolet Corvette C8.R #4, 77 Runden
2. Taylor/Garcia (USA/E), Chevrolet Corvette C8.R #3, 77 Runden
3. Bamber/Vanthoor (NZ/B), Porsche 911 RSR #912, 77 Runden

Ergebnis GTD-Klasse
1. Hawksworth/Telitz (GB/USA), Lexus RC F GT3 #14, 75 Runden
2. Vilander/MacNeil (FIN/USA), Ferrari 488 GT3 #63, 75 Runden
3. Auberlen/Foley (USA/USA), BMW M6 GT3 #96, 75 Runden