Mittwoch, 2. Dezember 2020
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Kartsport Allgemein
05.11.2020

Alles oder nichts beim Finale der SKM

Am kommenden Sonntag fallen in der autobau Schweizer Kart-Meisterschaft die Entscheidungen. Beim großen Saisonfinale im italienischen Castelletto di Branduzzo, wo bereits der Saisonauftakt stattgefunden hat, werden die Meister in allen fünf Kategorien gekürt. An Spannung wird es dabei nicht fehlen. 88 Fahrer und Fahrerinnen haben sich eingeschrieben. Und bis auf die X30 Challenge Switzerland, die Savio Moccia mit 40 Punkten anführt, sind die Abstände in allen Kategorien sehr gering, sodass noch zahlreiche Fahrer Chancen auf den Schweizer Meistertitel haben.

Bei den Jüngsten im Alter von 8 bis 12 Jahren, der Kategorie Super Mini, wird es voraussichtlich einen Dreikampf um den Titel geben. Nach drei von vier Rennwochenenden führt Tiziano Kuzhnini mit 155 Punkten vor Sergio Koch (149) und Matt Corbi (143). Der 11-jährige Kuzhnini hat in diesem Jahr schon fünf Läufe gewonnen. Demgegenüber stehen aber auch zwei Nuller (Disqualifikation in Wohlen, technischer Defekt in Mirecourt). Abwarten und schauen, was die Konkurrenz macht, wird es für Kuzhnini jedoch nicht geben. „Ich gehe aufs Ganze”, sagt der Führende bei den Minis. „Ganz nach dem Motto meines Team Spirit Racing: Vollgas!” Insgesamt stehen bei den Super Minis 20 Fahrer respektive Fahrerinnen am Start – so viel, wie noch nie in dieser Saison.

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14 Piloten und Pilotinnen machen auf der Strecke von 7 Laghi die Siege in der OK Junior unter sich aus. Der Fokus liegt dabei auf dem Duell zwischen Ekaterina Lüscher (180 Punkte, drei Laufsiege) und Elia Sperandio (175, vier Laufsiege). Der 15-jährige Sperandio hat zuletzt in Mirecourt mit zwei Siegen und einem zweiten Platz Boden auf die schnelle Aargauerin gut gemacht. Allerdings erwartet den Vorjahresmeister aus Mels (SG) beim Finale Laghi ein hartes Stück Arbeit. Lüscher gelang beim Auftakt auf der Piste in der Nähe von Pavia das perfekte Wochenende. „Ekaterina ist beim Auftakt in 7 Laghi sehr stark gewesen”, sagt Sperandio. „Wir müssen deshalb unser Bestes geben, um sie in der Meisterschaft noch abzufangen. Mal schauen, ob das gelingt.” Vielleicht spukt den beiden auch ein Dritter in die Suppe. Dario Cabanelas, Finalsieger von Wohlen, ist mit 36 Punkten Rückstand auf Lüscher immer noch in Schlagdistanz. Und gespannt darf man auch auf die Rennen der Debütanten Roy Alan Shaw (Super-Mini-Meister 2019) und Enea Frey (Auftaktsieger in 7 Laghi bei den Super Minis 2019) sein.

Noch knapper als bei den Junioren ist die Ausgangslage bei den Senioren. Dort führt Nathan Neuhaus (133 Punkte) nur vier mickrige Zähler vor Alessio Fagone. Mit Mattia Banella (14 Punkte Rückstand), Patrick Näscher (27) und Dominik Weibel (33) lauern drei weitere Fahrer. Einem spannenden Finale steht also nichts im Weg. Neuhaus, der aus der X30 zu den Senioren aufgestiegen ist, glaubt an seine Chance. „Der Druck wird eine entscheidende Rolle spielen”, weiss der Jurassier. „Bei diesem minimalen Vorsprung wird es nicht ausreichen, die Rennen einfach nur zu beenden.”

Etwas entspannter kann Nicolas Rohrbasser an die Sache herangehen. Der Gesamtleader in der KZ2 hat zwar auch nur 20 Zähler Vorsprung auf den Zweitplatzierten André Reinhard und 25 auf Marco Bellanca, Rohrbasser hat zuletzt in Mirecourt und als Meister der Vega Trofeo 2020 aber einen bestechenden Eindruck hinterlassen. Trotzdem weiss der Routinier, der 2017 bei den Schaltkarts schon den Titel gewann, dass ein Vorsprung von 20 Punkten auch schnell zunichte sein kann. „Wir haben wie beim ersten Lauf wieder ein starkes Feld in der KZ2”, sagt Rohrbasser. „Das wird deshalb wieder enge Rennen geben. Und es wird einem nichts anderes übrigbleiben, als voll anzugreifen. Ich glaube, wenn ich überhaupt ans Taktieren denken kann, dann vor dem Finallauf. Aber zuerst muss es bis dort einigermassen reibungslos laufen.”

Die beste Ausgangslage, um Meister zu werden und den Titel vom Vorjahr zu verteidigen, hat Savio Moccia. Der Gesamtleader in der X30 Challenge Switzerland liegt 40 Punkte vor seinem Verfolger Yoshindo Baumgartner und 46 Zähler vor dem Drittplatzierten Danny Buntschu. Noch ist der Titel nicht in trockenen Tüchern, aber es müsste schon vieles gegen den Mann aus Lyss sprechen, wenn er am Ende nicht ganz oben stehen würde. „Die Ausgangslage könnte für mich nicht besser sein”, sagt Moccia. «Dennoch ist es mein Ziel, um den Sieg zu kämpfen. Einfach wird das nicht. Die Konkurrenz ist gross. Und mit Pascal von Allmen fährt der amtierende OK-Senior-Meister mit.»

Zur Strecke: Der Rundkurs in Castelletto di Branduzzo bei Pavia wird von vielen Schweizern als Teststrecke genutzt. Er ist schnell, abwechslungsreich, bietet zahlreiche Überholmöglichkeiten und ist vor allem im Infield technisch anspruchsvoll. Weil eine Woche nach der Schweizer Meisterschaft die 31. Trofeo Andrea Margutti ebenfalls in 7 Laghi ausgetragen wird, haben sich auch 18 italienische Gaststarter für das Schweizer Kart-Finale eingetragen.