Freitag, 22. November 2019
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16.10.2019

IMSA Michelin Endurance Cup: Binder auf Podiumskurs eingebremst

Es hätte die Story des diesjährigen IMSA-Saisonfinales auf der Road Atlanta im US-Bundesstaat Georgia werden können: Nach knapp dreieinhalb Stunden Renndistanz lag der von Rene Binder, Will Owen und Spencer Pigot pilotierte Cadillac DPi-V.R #50 von Juncos Racing noch an sensationeller dritter Position, ehe er durch ein Problem an der Servolenkung aussichtslos zurückgeworfen wurde. Die Gesamtbilanz nach dem „Motul Petit Le Mans“ fällt aus der Sicht des Tiroler Langstreckenpiloten dennoch sehr positiv aus.

„Es fällt nicht leicht, solche Rückschläge zu akzeptieren“, gab Teamchef, Ricardo Juncos, nach Rennende zu Protokoll, „aber das ist eben der Motorsport. Unser Auto war heute richtig schnell, unsere Boxenmannschaft hat fehlerlos gearbeitet und auch unsere Fahrer haben einen Top-Job abgeliefert. Ganz besonders war ich von Rene überrascht, der hier zum ersten Mal gefahren ist und auf dieser schwierigen Strecke absolut konkurrenzfähig war. Aber dann kam uns eben dieser Defekt an der Servolenkung in die Quere, der uns möglicherweise ein Podium gekostet hat. Alle, die uns schon abgeschrieben haben, sind zumindest eines Besseren belehrt worden.“

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Binder und seine beiden Teamkollegen, Will Owen und Spencer Pigot fuhren bis zu ihrem unplanmäßigen Reparaturstopp auf Augenhöhe mit den Werksautos, konnten im Finish jedoch nur mehr Schadensbegrenzung betreiben. 

Umrahmt von einem prächtigen Feuerwerk überquerte Indycar-Pilot, Spencer Pigot, knapp nach 22.00 h auf dem 22. Gesamtrang die Ziellinie, während sein österreichischer Teamkollege die Achterbahnfahrt in Georgia mit einem leichten Schmunzeln quittierte: 

Rene Binder: „Wenn uns jemand noch vor einer Woche gesagt hätte, dass wir hier mit den großen Werksteams mithalten können, hätten wir ihn ausgelacht. Wir waren in der abgelaufenen Saison noch nie so knapp dran und hätten uns einen Platz auf dem Podium hier ehrlich verdient. Am Ende können wir uns nur damit trösten, dass wir als Team das Beste gegeben haben. Mit unserem Auftritt dürfen wir auf jeden Fall zufrieden sein.“

Mit dem Selbstbewusstsein seiner Topleistung in Road Atlanta im Gepäck reist der frisch gebackene Vater schon in zwei Wochen weiter nach Portimao, wo er für Panis Barthez Compétition beim Saisonfinale der European Le Mans Series antreten wird: „Vielleicht erleben wir im allerletzten Rennen ja doch noch einmal ein Happy End. Wir hätten es uns auf alle Fälle verdient, nachdem das Team auch hier alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um wieder auf die Erfolgsstraße zurück zu kommen.“