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Sonstiges
20.12.2019

Bremsscheiben im Motorsport: Was kann das Material aushalten?

Die Bremsen werden im Motorsport extrem belastet. Sie sollten deshalb aus einem haltbaren und hitzebeständigen Material bestehen. Im Vergleich zum Straßenverkehr kommt es hier aber nicht auf Komforteigenschaften an. Viel eher muss ein guter Kompromiss zwischen der Bremsleistung und der Balance gefunden werden. Je nach Rennstrecke lassen sich die Bremsen mit Feingefühl einstellen, was die Kühlung und andere Faktoren betrifft. Dabei ist der Sieg oder die Niederlage schnell vom richtigen Material abhängig.


Anforderungen an die Bremsen – sofortige Leistungsstärke

Die Bremsen für den Motorsport sind ein echtes Spezialgebiet und manchmal das Zünglein an der Waage. Entwickler, Ingenieure und Mechaniker arbeiten mit Hochdruck daran, die Bremsen auf die Rennstrecke und das Auto anzupassen. Schließlich sind sie ein enormer Faktor beim Erfolg des Teams. Die modernen Modelle sind vom ersten Augenblick des Rennens an bissig. Das heißt: die Bremsen reagieren auch im kalten Zustand optimal. Das ist jedoch eine enorme Belastung für das Material. Werden Scheiben und Beläge für den kalten Bereich optimiert, so verringert sich die Leistung bei höheren Temperaturen. Die perfekte Abstimmung ist also eine Art Kompromiss.
 
Ebenso müssen Bremsscheibe und Bremsbelag in den verschiedenen Temperaturbereichen gleichmäßig abgenutzt werden. Nur so lässt sich auch bei hohen Geschwindigkeiten in jeder Kurve und Schikane ein perfekter Bremspunkt finden. All diese Anforderungen leisten die Bremsen teilweise bei einer Betriebstemperatur von 600°C. Das bedeutet auch wieder eine enorme Materialbelastung. Bei derart hohen Temperaturen tritt der Effekt der Oxidation auf, der im Rennverlauf noch weiter verstärkt wird. Die Oberflächen der Bremsen verbrennen dabei ganz langsam und sie nutzen sich weiter ab. Die Oxidation ist also einer der wichtigsten Gründe für den Verschleiß von Motorsport Bremsen. Diese Erkenntnisse helfen auch im herkömmlichen KFZ-Gebrauch. Die Erfahrungen finden sich bei Herstellern wie ATE oder Brembo wieder und die Entwicklungen fließen in die Sicherheit von Bremsbelägen. Wer nicht genau weiß welche Bremsscheiben für sich die besten sind kann sich auch beim Kauf von Bremsscheiben beraten lassen und auf Daparto.de gehen. Bei dem Portal für Ersatzteile lassen sich schnell die Bremsscheiben für unterschiedliche Modelle mit der Fahrzeugauswahl finden. Außerdem gibt es weitere Tipps und Tricks rund um das Thema Bremsen auf der Plattform für Autoersatzteile.


Die verschiedenen Materialien im Blick – Carbon oder Keramik

Das Bremsscheibenmaterial muss hohe Belastungen aushalten, die durch Zug- und Druckkräfte beim Bremsen entstehen. Gleichzeitig gibt es die Fliehkräfte, die bei hohen Raddrehzahlen greifen. Je höher die Temperatur der Anlage, desto mehr kommen die thermischen Belastungen in Spiel. Eine wichtige Errungenschaft der letzten Jahre ist der verbesserte Verschleißverhalten der Bremsen. Gerade bei Langstreckenrennen muss die Bremse möglichst lange aushalten, um einen Wechsel und damit wertvolle Zeit zu sparen. Folgende Materialien stehen im Bereich KFZ zur Auswahl:
 
  • Carbon: Nicht nur die Formel 1, sondern auch andere Rennsportarten setzen bei der Bremsanlage auf Carbon. Das Material zeigt sich sehr leicht, ist stark belastbar und hält auch höheren Temperaturen stand. Die Bremse kann schnell und einfach angesprochen werden. Dafür zählt es zu den teuersten Materialien und ist im Straßenverkehr weniger zu finden.
     
  • Keramik: Zu den keramischen Werkstoffen für Bremsanlagen gehört auch die Kohlenstofffaser-Keramik. Sie wird synthetisch hergestellt und zeigt sich formstabil auch in den höheren Temperaturbereichen. Sie bringt nur wenig Gewicht mit sich und besitzt eine lange Lebensdauer. Außerdem wird dem Material ein gutes Fadingverhalten nachgesagt. Durch die schlechte Wärmeleitfähigkeit kann die Scheibe aber nicht mit jedem Belag kombiniert werden.
 
Im normalen Straßenverkehr werden die Bremsscheiben aus speziellem Grauguss gefertigt. Hierbei handelt es sich um eine stabile Legierung aus Chrom und Molybdän, um weniger Verschleiß zu generieren und bei warmen Temperaturen nicht zu reißen.


Fahrer brauchen Feingefühl 

Die Bremsen funktionieren jedoch nur mit dem richtigen Feingefühl der Fahrer. Viele Rennwagen, speziell in der Formel 1, sind nicht mehr mit einem Bremskraftverstärker ausgestattet. Die Fahrer müssen also die Kraft für die Bremse komplett selbst aufbringen. Gleichzeitig haben sie mit dem Blockieren der Räder zu rechnen, wenn die Materialien heißer werden. Genau in diesem Punkt ist das Können der Rennfahrer versteckt, der immer ein gutes Gespür für seine Reifen und seine Bremse entwickelt. Der richtige Bremspunkt und die richtige Bremsstärke beeinflussen die Geschwindigkeit in einer Rennrunde enorm.