Montag, 27. Mai 2019
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DTM
04.05.2019

Erste Punkte für den Aston Martin Vantage in DTM

DTM-Premiere bei schwierigen Wetterbedingungen: Daniel Juncadella erzielt beim DTM-Debüt von R-Motorsport die ersten Rennpunkte mit dem neuen Aston Martin Vantage DTM. 

Exakt zwei Monate nach dem Streckendebüt des Aston Martin Vantage DTM bei Testfahrten am 4. März im südspanischen Jerez de la Frontera erzielte der neue Rennwagen bei seinem ersten Renneinsatz in Hockenheim seine ersten Punkte. 

Die Umstände waren dabei alles andere als einfach. Das erste Rennen der neuen DTM-Saison fand bei widrigen Bedingungen und Regen statt. Daniel Juncadella (27, Spanien) ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Der erfahrene Spanier bestreitet in diesem Jahr seine sechste Saison in der Tourenwagenserie und kennt sich somit in der DTM bestens aus. Er legte schon nach der Startrunde einen frühen Boxenstopp ein, um seinen Pflichtboxenstopp zu absolvieren. Diese Taktik brachte ihm in der Anfangsphase freie Sicht und vor allem freie Fahrt ein, was er in der Schlussphase in eine Top-10-Platzierung umsetzen konnte. Daniel überquerte die Ziellinie nach 34 Rennrunden als Neunter und brachte damit weniger als sechs Monate nach dem Startschuss für das DTM-Projekt von R-Motorsport die ersten beiden Rennpunkte des Teams nach Hause. 

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Auch DTM-Rookie Jake Dennis (23, Großbritannien) kam bei seinem Debüt in der DTM nah an die Punkteränge heran. Der Brite zeigte bereits im Qualifying eine starke Leistung und fuhr auf Startplatz sechs. Im Rennen lag Jake lange Zeit auf Punktekurs, bis er bei seinem Boxenstopp in Folge eines Kupplungsproblems viel Zeit verlor. So verfehlte er die Punkteränge als Elfter denkbar knapp. 

Paul Di Resta (33, Großbritannien) geht an diesem Wochenende in seine zehnte DTM-Saison. Der Champion des Jahres 2010 setzte im ersten Qualifying am Samstagvormittag das erste Ausrufezeichen der noch jungen Saison: bei schwierigen regnerischen Bedingungen fuhr der Schotte auf den dritten Startplatz und sicherte sich damit den ersten Punkt des Jahres. Im Rennen konnte Paul seine Position am Start zunächst halten, fiel in der Folge jedoch zurück, bis er nach 17 Runden mit Problemen an den Bremsen aufgeben musste. 

Ferdinand von Habsburgs (21, Österreich) DTM-Premiere endete leider ebenfalls vorzeitig. Der Österreicher musste sein Auto nach zwei Umläufen mit einem technischen Problem an der Box abstellen. 

Premiere zum Beginn der neuen DTM-Ära 
Die DTM erlebte beim Auftakt in ihre 33. Saison gleich eine doppelte Neuerung: zum einen war es das erste Rennen für die neue Fahrzeuggeneration mit Zwei-Liter-Turbomotoren, zum anderen sahen die Zuschauer das Debüt von R-Motorsport mit dem Aston Martin Vantage DTM in der Tourenwagenserie. 

Mit den vier Aston Martin Vantage DTM-Autos von R-Motorsport standen auf dem Hockenheimring zum ersten Mal seit der Rückkehr von BMW in der Saison 2012 vier Fahrzeuge eines neuen Herstellers in der Startaufstellung zu einem DTM-Rennen. Ein enormer Kraftakt, den das Team in weniger als sechs Monaten vom Entwicklungsstart bis zum ersten Renneinsatz in Rekordzeit vollbracht hat. 

Schon am morgigen Sonntag steht auf dem Hockenheimring das zweite Saisonrennen auf dem Programm. Zunächst geht es um 10:45 Uhr in das zweite Qualifying des Wochenendes (ab 10:30 Uhr live auf ran.de). Das zweite DTM-Rennen in der noch jungen Geschichte des Teams startet dann erneut um 13:30 Uhr (ab 13:00 Uhr live auf SAT.1). 

Stimmen nach dem Rennen: 
Daniel Juncadella (Qualifying: P11 / Rennen P9): „Alles in allem war es ein sehr schwieriger Tag. Im Qualifying hatte ich damit zu kämpfen, den nötigen Grip zu finden. Die Reifen schienen nie richtig zu arbeiten. Somit war der elfte Startplatz für mich das Beste, was ich herausholen konnte – das war etwas enttäuschend für mich. Ich wusste jedoch, dass im Rennen noch alles möglich war. Ich bin bei der Strategie ein Risiko eingegangen und schon nach der ersten Runde zum Stopp hereingekommen. Das war eine gute Entscheidung. Schlussendlich war unsere Pace im Vergleich zur Spitze nicht überragend, aber Platz neun bedeutet für uns die ersten Rennpunkte der Saison. Das ist in Ordnung. Jetzt werden wir weiter hart arbeiten und sehen, was morgen drin ist.“ 

Jake Dennis (Qualifying: P06 / Rennen: P11) 
„Das war ein schwieriges Rennen. Ich hatte einen schlechten Start und fiel dadurch einige Plätze zurück. In den ersten Runden hatten wir damit zu kämpfen, die Reifen auf Temperatur zu bringen. Gegen Ende wurde es besser, aber dann hatte ich bei meinem Boxenstopp ein Problem mit der Kupplung. Dadurch habe ich ungefähr zehn Sekunden verloren. Somit hätte ich eigentlich Siebter oder Achter werden müssen, aber dafür haben wir beim Stopp zu viel Zeit verloren. Das war einfach Pech. Immerhin konnte Dani ein paar Punkte beim ersten Rennen unseres Teams einfahren. Persönlich bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden.“ 

Paul Di Resta (Qualifying: P03 /bRennen: Ausfall):
„Das war leider kein gutes Ende für mein erstes Rennen mit dem Team. Bis zum Ausfall hatten wir mit der Pace zu kämpfen, aber das größte Problem war, dass wir technische Schwierigkeiten mit den Bremsen hatten. Dennoch ein großes Lob für meine Jungs, die seit gestern Abend hart am Auto gearbeitet haben. Im Qualifying haben wir das Beste aus den Bedingungen gemacht. Wir wissen, dass noch ein langer Weg vor uns liegt, aber Startplatz drei bei schwierigen Verhältnissen war schon einmal ein erster Erfolg für uns. Das hat ganz klar unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Vielen Dank an das gesamte Team, dass dieses Projekt ermöglicht hat und all die Arbeit, die alle insbesondere in den vergangenen drei Monaten investiert haben. Hoffentlich war das Qualifying ein erster kleiner Vorgeschmack auf das, was die Zukunft für uns in den kommenden Jahren bereithalten wird.“ 

Ferdinand von Habsburg (Qualifying: P17 / Rennen: Ausfall): 
„Es ist schade, dass mein erstes DTM-Rennen so ein frühes Ende gefunden hat. Umso mehr freue ich mich auf das zweite Rennen morgen. Dann erhalte ich hoffentlich die Chance, um mehr über das Auto zu lernen und weitere Erfahrung zu sammeln. Trotzdem konnte ich im Verlauf meines ersten DTM-Wochenendes bislang schon viel lernen. Die DTM ist für mich etwas ganz Besonderes und ganz anders als alles, was ich bislang gefahren bin. Entsprechend ist jede gefahrene Runde für mich sehr wichtig, um mich weiter zu verbessern.“ 

Dr. Florian Kamelger, R-Motorsport Team Principal: 
„Heute von den Startplätzen drei und sechs ins Rennen zu gehen war schon mehr, als wir vor dem Wochenende erwarten konnten. Ich bin unheimlich stolz auf das gesamte Team, dass wir bereits bei unserem Debüt die ersten Punkte für die Marke Aston Martin und R-Motorsport in der DTM einfahren konnten. Insgesamt war es bis zu diesem Wochenende schon eine unglaubliche Leistung der Mannschaft, in der Kürze der Vorbereitungszeit vier Autos hier an den Start zu bringen und dabei zu zeigen, dass wir auf Anhieb wettbewerbsfähig sind. Natürlich gab es im Rennen die zu erwartenden Kinderkrankheiten, die wir noch abarbeiten müssen. Dazu gehören das Motor-Problem an Ferdinands Fahrzeug, die Schwierigkeiten an Pauls Bremsen sowie jene an Jakes Kupplung beim Boxenstopp. Alles in allem können wir ein positives Fazit aus dem ersten Rennen mitnehmen und freuen uns schon auf den nächsten Start am Sonntag, um zu sehen was bei besseren Witterungsbedingungen möglich ist.“ 

Dr. Andy Palmer, Präsident und CEO von Aston Martin Lagonda: 
„Es ist eine großartige Leistung des Teams R-Motorsport, hier in Hockenheim vier Aston Martin Vantage DTM-Fahrzeuge an den Start zu bringen. Es steckt eine Menge Arbeit dahinter, innerhalb kürzester Zeit diese Fahrzeuge zu entwickeln und zu bauen. Das Team hat mit den Startplätzen drei und sechs von Paul Di Resta und Jake Dennis bereits im ersten Qualifying einen tollen Einstand gezeigt. Diese Performance stellt an sich schon einen großartigen Erfolg dar.“