Dienstag, 17. September 2019
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ADAC GT Masters
19.08.2019

Versöhnlicher Abschluss für BWT Mücke Motorsport auf dem Nürburgring

Schlag auf Schlag: Nur eine Woche nach Zandvoort ging es direkt mit dem nächsten Rennwochenende des ADAC GT Masters auf dem Nürburgring weiter. In der Eifel hatte BWT Mücke Motorsport in der Vergangenheit Siege und Podien in der ‚Liga der Supersportwagen‘ gefeiert und war bestrebt, an alte Erfolge anzuknüpfen. Möglich machen sollten es die altbekannten Duos aus Stefan Mücke/Nikolaj Rogivue im BWT Audi R8 LMS #26, Jeffrey Schmidt/Christoper Haase im BWT Audi R8 LMS #25 sowie das Mike David Ortmann/Markus Winkelhock im kfzteile24 Audi R8 LMS #24. 


Die Highlights des Wochenendes 

Juniorpodium und Zählbares: Im Sonntagslauf öffnete der Himmel über der Eifel seine allseits bekannten Schleusen. Für Haase im BWT Audi R8 LMS #25 eine gern angenommene Einladung auf ein starkes Ergebnis. Der erste Meister des ADAC GT Masters fuhr auf Startplatz zehn und ließ damit die Hoffnung auf gute Punkte aufkeimen. Diese sollte sich im Rennen erfüllen. Trotz zahlreicher Duelle und zwischenzeitlichen Platzverlusten behielten Haase und später Schmidt einen kühlen Kopf und fuhren auf Rang zehn über die Ziellinie. Neben zahlreichen Punkten war das Top-Ten-Ergebnis gleichbedeutend mit Rang drei in der Junior-Wertung und dem Podium für Schmidt. Dieses Glück wurde dem Duo am Samstag nicht zuteil. Von Platz 18 ins Rennen gegangen, kämpfte sich Schmidt trotz eines schwierigen Starts ein paar Positionen nach vorne. Die Freude währte jedoch nur kurz, denn ein Konkurrent traf ihn und schickte ihn in die Wiese, die er als Vorletzter wieder verließ. Weder er noch später Haase warfen die Flinte ins Korn, jedoch war danach nicht mehr als Rang 21 möglich. 

Durchwachsen wie das Eifelwetter: Für den BWT Audi R8 LMS #26 war der Nürburgring ein schwieriges Wochenende. Sowohl am Samstag bei Rogivue als auch am Sonntag bei Stefan Mücke stand Startplatz 25 zu Buche. Im hart umkämpften Feld des ADAC GT Masters eine schwere Hypothek. Im ersten Rennen arbeitete sich das Duo auf die 20. Position nach vorne. Im zweiten Lauf wäre ein deutlich besseres Ergebnis möglich gewesen, doch kurz nach dem Boxenstopp wurde Rogivue unverschuldet gedreht und fiel weit zurück. So überquerte er die Ziellinie schlussendlich auf Rang 21, was ein Wochenende ohne Zählbares bedeutete. 

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Aufholjagd mit Hindernissen: Im Sonntagslauf hieß es für Winkelhock und Ortmann im kfzteile24 Audi R8 LMS Flucht nach vorne – mit Erfolg. Von Startplatz 16 ging es für Winkelhock in der turbulenten Startphase zwar zunächst eine Position zurück, diese holte er sich im Verlauf seines Stints aber wieder. Mit guter Taktik und Rennglück kam Ortmann schließlich als Elfter ins Ziel und holte wichtige Punkte. Einziger Wermutstropfen: Als Vierter der Juniorwertung verpasste er das Podium denkbar knapp. Am Samstag hatte Ortmann seinen Audi auf die 21. Startposition gestellt. Von dort aus kämpfte er wacker und übergab Winkelhock das Auto auf dem 20. Rang. Dieser gewann ebenfalls noch eine Position und beendete das Rennen auf Platz 19. 


Die Stimmen zum Wochenende 

Stefan Mücke (BWT Audi R8 LMS #26): „Unser Wochenende war leider so durchwachsen wie das Wetter. Wir können mit beiden Qualifyings nicht zufrieden sein, denn wir haben in beiden Sessions nicht unser Potenzial gezeigt. Das ist natürlich maßgeblich für das Rennen. Wir haben uns in beiden Rennen etwas verbessert. Am Sonntag wurde Nikolaj ja auch noch gedreht. Sonst wäre schon noch etwas mehr drin gewesen. Wir haben uns Nieselregen für Sonntag gewünscht, dass wir mit der Reifenstrategie ein bisschen was herausholen können. Ansonsten ist am Nürburgring Überholen einfach schwierig. Im Qualifying lief es im Regen zwar nicht so gut, aber wir wussten woran es lag und sahen uns für ähnliche Verhältnisse im Rennen gut vorbereitet.“ 

Nikolaj Rogivue (BWT Audi R8 LMS #26): „Im Trockenen hat uns leider der Speed etwas gefehlt, was sich auch in meinem Qualifying bemerkbar machte. Hinzu kam ein großer Fehler auf meiner schnellsten Runde, somit nur Startplatz 25. Auch mit einer idealen Runde wäre mehr als Platz 20 wohl schwierig geworden. Im Rennen haben wir uns gut zurückgekämpft. Im Sonntagsqualifying hatten wir für Stefan im Nassen vermutlich nicht die beste Strategie, weshalb es erneut nur P25 wurde. Nachdem ich das Auto von ihm übernommen hatte, waren wir ganz gut platziert, bis ich von einer Corvette und einem BMW abgeräumt wurde und wieder ganz hinten war. Letztlich war es ein hartes Wochenende für uns.“ 

Christopher Haase (BWT Audi R8 LMS #25): „Es war kein einfaches Wochenende für uns. Wir hatten ein okayes Rennen am Sonntag und am Samstag lief es nicht so gut für uns. Jeffrey wurde im Rennen umgedreht, was uns jegliche Chancen auf ein Top-Ten-Ergebnis genommen hat. Das Qualifying fürs zweite Rennen im Regen war mit Platz zehn ganz okay. Ich war zufrieden damit. Im Rennen sind wir Zehnter geworden. Da wäre sicherlich mehr möglich gewesen, aber Jeffrey wurde von einem Konkurrenten getroffen, was nicht wirklich nötig war. Realistisch wären Platz acht oder neun drin gewesen. Aber Rang zehn ist auch okay, vor allem auch für Jeffrey und die Junior-Wertung. Wir haben unser Bestes gegeben, haben aber noch einiges zu tun für das nächste Rennwochenende in Hockenheim.“ 

Jeffrey Schmidt (BWT Audi R8 LMS #25): „Leider fehlte uns dieses Wochenende etwas die Pace. Wir konnten daher nicht so kämpfen, wie wir es uns erhofft hatten. Zudem kam es zwei Mal zu Berührungen mit der Konkurrenz, nach denen unser Auto leicht beschädigt war. Wir nehmen zwar ein paar Punkte und ein Juniorpodium vom Nürburgring mit, aber wir wollten definitiv mehr. Hoffentlich können wir bei meinem Heimrennen in Hockenheim das Ruder herumreißen.“ 

Mike David Ortmann (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): „Im Qualifying am Samstag haben wir die Reifen leider nicht ins Arbeitsfenster bekommen. Das ist uns bereits am Freitag in den Trainingssessions aufgefallen. Im Rennen herrschte in den ersten Runden viel Chaos. Ich hatte einige Kontakte, die ziemlich unnötig waren. Ich habe in den Duellen genug Platz gelassen, wenn ich gesehen habe, dass ich den Konkurrenten nicht halten konnte. Da finde ich es wirklich sinnlos, mir ins Auto zu fahren. Aber das muss jeder selbst wissen. Am Sonntag haben wir mit Platz elf noch etwas Boden gutgemacht. Etwas enttäuschend, dass ich mit Rang vier in der Juniorwertung knapp am Podium vorbeigeschrammt bin.“ 

Markus Winkelhock (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): „Wir haben besonders auf der Hinterachse mit dem Grip gekämpft, speziell mit neuen Reifen. In meinem Qualifying kamen noch etwas Probleme mit der Traktion hinzu, womit ich am Ende etwas enttäuschend auf P16 stand. Mein Start war auch mittelmäßig. Ich hing hinter einem anderen Auto fest und habe sogar noch eine Position verloren. Ich konnte mich noch ein bisschen zurückarbeiten und über die gute Strategie und einen starken zweiten Stint von Mike sind wir als Elfte ins Ziel gekommen. Mit den Punkten haben wir noch das Beste aus der Ausgangslage gemacht. Aber natürlich war das nicht das Wochenende, das wir uns nach Zandvoort vorgestellt hatten.“ 

Matthias Kieper (PR & Team-Management): „Wir sind mit tollen Erinnerungen an die vergangenen Jahre angereist und wollten die super Ergebnisse der Vergangenheit natürlich wiederholen. Wir wussten, dass es nicht ganz einfach werden würde und leider sind wir darin bestätigt worden. Wir haben über das Wochenende eine Steigerung hingelegt und dieses positive Gefühl nehmen wir natürlich mit zum nächsten Rennen. Ein besonderes Dankeschön gilt unserer gesamten Truppe: Auch wenn nicht immer alles rund lief, keiner hat den Kopf hängenlassen, sondern unermüdlich weitergearbeitet!“ 

Michael Weiss (Technischer Leiter): „Mit den Ergebnissen aus dem freien Test und den Trainings waren wir recht zufrieden. Uns fehlte allerdings etwas der Speed. Wir müssen noch analysieren, warum. Wir waren hier in der Vergangenheit stark. Das erste Rennen war für uns ziemlich unspektakulär. Im Qualifying am Sonntag hatten wir das Potential, unter die Top-Fünf zu fahren. Wir haben aber nicht alles perfekt zusammenbekommen. Im Rennen haben wir dank einer guten Strategie Boden gutgemacht. Es gab tolle Zweikämpfe und wir haben verdient ein Juniorpodium eingefahren. Das war ein versöhnlicher Abschluss des Wochenendes.“ 

Peter Mücke (Teamchef): „Es fing für uns schwierig an, zum Schluss war die Performance da. Ein Audi im Feld ist jenseits von allen anderen. Wenn ich mir den Rest ansehe, waren wir gut mit drin. Von dem her: Wir müssen im Qualifying besser abschneiden, dann geht auch im Rennen mehr. Wir haben schon während der Sommerpause viel daran gearbeitet und werden das auch weiterhin tun.“