Freitag, 18. Oktober 2019
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ADAC GT Masters
30.09.2019

Doppelte Podiumsfreude für Mücke Motorsport am Sachsenring

Sieben Rennwochenenden, mehr als 7.000 km Wegstrecke, vier Länder und 156 Tage. Die ADAC GT Masters-Saison 2019 ist wie im Flug vergangen und fand am Wochenende auf dem Sachsenring ihr fulminantes Ende. Vor mehr als 25.000 Zuschauern wollte sich BWT Mücke Motorsport nochmals in Hochform präsentieren und den Fans einen tollen Abschluss bieten.

Mit Nikolaj Rogivue und Stefan Mücke im BWT Audi R8 LMS #26 sowie Mike David Ortmann und Markus Winkelhock im kfzteile24 Audi R8 LMS #24 waren zwei altbekannte Duos am Start. Neu hingegen die Besetzung im BWT Audi R8 LMS #25. An der Seite von Stammpilot Jeffrey Schmidt nahm diesmal der Franzose Steven Palette Platz. Er ersetzte Christopher Haase, der anderen Verpflichtungen nachkommen musste. 


Die Highlights des Wochenendes 

Orange glänzende Ringe: Im Samstags-Qualifying zeigte Ortmann bei regennasser Strecke und Mischbedingungen mit seinem besten Saisonergebnis auf. Im Rennen gelang ihm von Platz neun ein Traumstart, sodass er sich Ende der ersten Runde auf Rang fünf befand. Nach den Stopps ging es für Winkelhock sogar kurzzeitig bis auf den dritten Platz nach vorne, da zwei Konkurrenten durch Strafen und Probleme nach hinten fielen. Diese Position versuchte der Routinier in bekannter Manier zu verteidigen und lieferte damit die spannendsten Szenen des Rennens. Am Ende spielten seine abbauenden Hinterreifen nicht mehr ganz mit. Er überquerte als Sechster die Ziellinie und war zweitbester von insgesamt 13 Audis im Feld. Zur besonderen Freude Ortmanns bedeutete dieses Ergebnis Rang drei und das Podium in der Juniorwertung. Ein Erfolg, den Ortmann am Sonntag sogar noch steigern konnte. Von Rang zehn gestartet, gewann Winkelhock in seinem Stint zwei Positionen und übergab Ortmann das Auto auf acht. Diese Position hielt er, bis er den abbauenden Reifen Tribut zollen und ein Auto passieren lassen musste. Ungeachtet dessen bedeute Rang neun im Gesamtklassement erneut Punkte und ein Podium in der Juniorwertung, die er auf Meisterschaftsrang vier abschloss. 

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Achterbahn am Sachsenring: Mit Rang zwölf im Qualifying lieferte Rogivue am Samstag den Grundstein für ein Top-Ergebnis. Am Start kam der Schweizer ähnlich gut wie sein Teamkollege Ortmann nach vorne und fand sich nach einer Runde auf der siebten Position wieder. Leider unterlief dem Junior-Piloten vor dem Fahrerwechsel ein kleiner Fehler, weshalb er Stefan Mücke das Auto auf Rang neun übergab. BWT Mücke Motorsport hatte aufgrund drohenden Regens lange mit dem Boxenstopp der #26 gewartet, als es jedoch trocken blieb zahlte sich diese Strategie nicht aus und Mücke verlor eine weitere Position. Ungeachtet dessen fuhr er auf Rang zehn über die Linie und erzielte damit die zweitbeste Saisonplatzierung des BWT Audi R8 LMS #26. Dieses Ergebnis sollte sich am Sonntag nicht wiederholen. Von Startplatz 15 aus bestand die berechtigte Hoffnung auf Punkte. Am Start musste Mücke zunächst eine Position hergeben, holte sie sich im weiteren Verlauf aber zurück und übergab Rogivue das Auto auf Platz 15. Bis kurz vor Schluss sah es nach einem weiteren Punkteergebnis aus, bis der Schweizer von einem anderen Auto getroffen wurde und sich einen Reifenschaden zuzog, der das Rennen beendete. 

Neu macht der September: Da Christopher Haase anderen Verpflichtungen nachgehen musste, war Jeffrey Schmidt mit einem neuen Teamkollegen am Start. Steven Palette – aus diversen Porsche Markenpokalen sowie GT3-Rennserien bekannt – übernahm dankend. Der Franzose bestritt seine ersten Rennen auf dem Sachsenring und musste der schwierigen Strecke mit Rang 22 im Samstagsqualifying etwas Tribut zollen. Eine Grid-Strafe, die Schmidt für die Missachtung von Tracklimits bereits am Hockenheimring kassiert hatte, spülte das Duo schließlich ans Ende des Feldes zurück. Von dort aus zeigten Palette und Schmidt im BWT Audi R8 LMS #25 eine starke Aufholjagd, die schließlich auf Rang 17 endete. Für den Sonntagslauf erreichte Schmidt Startposition zwölf. Wie Mücke büßte er direkt am Start eine Position ein, holte sie sich bis zum Fahrerwechsel aber wieder zurück. Palette versuchte alles, um Zählbares für BWT Mücke Motorsport zu erzielen, wodurch ihm Fehler unterliefen, die ihn erneut auf Platz 17 brachten – wieder knapp außerhalb der Punkteränge. 


Die Stimmen zum Wochenende 

Stefan Mücke (BWT Audi R8 LMS #26): „Es war ein etwas durchwachsenes Wochenende. Da wir am Freitag Mischbedingungen hatten, konnten wir uns nicht optimal auf die Rennen vorbereiten. Das Qualifying am Samstag war in Ordnung. Im Rennen hatten wir mit dem Reifenabbau zu kämpfen. Deshalb haben wir für Sonntag am Setup gearbeitet, um die Hinterreifen zu schonen. Aufgrund des Reifenschadens nach einem Kontakt konnten wir das leider nicht wie geplant nutzen, um am Ende des Rennens zu attackieren.“ 

Nikolaj Rogivue (BWT Audi R8 LMS #26): „Im Training hat uns bei trockenen Bedingungen etwas die Pace gefehlt, im Nassen lief es deutlich besser. Das Qualifying war schwierig mit den Mischbedingungen. Leider hat das Timing nicht zu 100 Prozent gepasst. Das Samstagsrennen war sehr gut. Ich hatte einen super Start. Leider habe ich dann zu viel gepusht und mich gedreht. Zum Glück habe ich dadurch nur wenige Sekunden verloren und wir haben trotzdem ein Top-Ten-Ergebnis erzielt. Im zweiten Rennen war die Pace nicht mehr ganz so gut. Ich habe in einem Zweikampf einen Schlag bekommen und wir hatten in der Folge einen Reifenschaden. Damit war das Rennen gelaufen.“ 

Steven Palette (BWT Audi R8 LMS #25): „Das Team hat mich herzlich aufgenommen. Ich möchte mich für diese Chance und das entgegengebrachte Vertrauen bei Peter und BWT Mücke Motorsport sehr herzlich bedanken. Für mich waren dieses Wochenende viele Dinge neu. Ich bin mit meiner Pace recht zufrieden. Im zweiten Rennen habe ich zu viel gepusht, ich wollte unbedingt ein gutes Ergebnis einfahren. Dadurch kam es zum Dreher. Der Sachsenring ist eine Herausforderung. Er ist sowohl schnell als auch technisch anspruchsvoll. Mit den Mischbedingungen war es natürlich besonders knifflig.“ 

Jeffrey Schmidt (BWT Audi R8 LMS #25): „Mein neuer Teamkollege Steven hatte am Samstag leider kein optimales Qualifying. Es war für ihn allerdings auch nicht einfach, weil er die Strecke noch nicht kannte und es hier auch keinen Testtag gegeben hat. Ich bin in dieser Saison zum ersten Mal das Sonntags-Qualifying gefahren, hatte aber kein Problem damit, denn ich nehme es mit jedem auf. Gleichzeitig wusste ich, dass das Qualifying nicht ganz einfach werden würde. Meine Runde war eigentlich ganz gut, aber wir waren unter dem Strich einfach zu langsam. Mit meinen Stints bin ich ebenfalls zufrieden. Ich hätte am Schluss natürlich gerne weiter vorne gestanden als auf Platz 17, aber unter den Umständen war einfach nicht mehr drin.“ 

Mike David Ortmann (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): „Es ging schon gut los mit dem Qualifying am Samstag. Wir haben die schwierigen Bedingungen gut gemeistert. Im Rennen hatte ich einen super Start. Wir sind dieses Wochenende zwei Mal in die Top-Ten gefahren und ich stand zwei Mal auf dem Juniorpodium. Das ist natürlich top. Es ist ein versöhnlicher Abschluss und ich gehe mit einem guten Gefühl aus der Saison.“ 

Markus Winkelhock (kfzteile24 Audi R8 LMS #24): „Wir waren zwei Mal in den Top-Ten. Das war unser bestes Wochenende in diesem Jahr. Wir hatten die gesamte Saison über etwas mit der Pace zu kämpfen. Hier auf dem Sachsenring war es besser, wenn auch noch nicht perfekt. Wir haben also noch Arbeit vor uns. Im Motorsport ist es eben so, dass man mal vorne mitfährt und sich mal etwas schwertut. Das Wichtigste ist, dass man dranbleibt und weiterkämpft.“ 

Matthias Kieper (PR & Team-Management): „Der Sachsenring war ein gutes Ende für eine recht schwierige Saison. Hier konnten wir klar feststellen, dass die Pace da war. Am Samstag war sogar das Podium kurzzeitig in Reichweite und am Ende waren wir zweitschnellster Audi. Das ist in diesem engen Feld aller Ehren wert. Nichtsdestotrotz hatten wir uns alle von dieser Saison mehr erhofft und reisen deshalb mit gemischten Gefühlen ab. Ungeachtet dessen möchte ich mich bei allen Teammitgliedern für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Durchhaltevermögen in schwierigen Zeiten bedanken.“ 

Michael Weiss (Technischer Leiter): „Wir haben hier am Sachsenring den Aufwind gespürt. In den Freien Trainings waren wir im Nassen nicht nur näher dran, sondern zeitweise vorne. Auch im ersten Qualifying und im Samstagsrennen war unsere Performance gut zu sehen. Wir haben uns auf dem Juniorpodium zurückgemeldet. Fast hätte es fürs Gesamtpodest gereicht. Markus Winkelhock hat für viel Spannung gesorgt. Im zweiten Qualifying waren wir mit allen drei Autos in den Top-15. Im Rennen hatten wir leider nicht das Glück auf unserer Seite. Wir haken die Saison 2019 jetzt ab. Wir haben alles in unserer Macht stehende getan.“ 

Peter Mücke (Teamchef): „Ich freue mich über die drei Top-Ten-Positionen und die zwei Juniorpodestplätze. Es war kein einfaches Jahr für uns, aber hier auf dem Sachsenring ist uns ein versöhnlicher Abschluss gelungen. Nächstes Jahr kehren wir zurück und wollen mehr erreichen.“