Dienstag, 25. Juni 2019
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12h Brünn
28.05.2019

Technikpech sucht Wochenspiegel Team Monschau in Brünn heim

Auch beim dritten Rennen der 24h Series powered by Hankook – European Championship ist das Wochenspiegel Team Monschau (WTM Racing) vom Technikpech verfolgt worden. Bei den 12 Stunden von Brünn musste der Ferrari 488 GT3 „Luigi“ zur Rennhälfte zurückgezogen werden, weil eine defekte Dichtung im Bereich eines Flansches im Antriebsstrang für Verlust von Getriebeöl sorgte.

Die Fahrer Georg Weiss, Leonard Weiss, Hendrik Still, Jochen Krumbach und Oliver Kainz zeigten zuvor im Automotodrom Brno erneut, welches Potenzial in „Luigi“ steckt. Obwohl das Team das gesamte Wochenende über mit einem losen Heck zu kämpfen hatte, das gegen sämtliche Setup-Änderungen immun schien, fuhr Leonard Weiss zu Beginn des Rennens am Freitagnachmittag bis auf Position zwei nach vorn.

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„Das hat er wirklich hervorragend gemacht“, sagt Teamchef Georg Weiss. „Dafür, dass er noch nie einen Start gefahren ist, war das eine unglaubliche Leistung. Ich kann immer wieder nur betonen, wie stolz ich auf seine Leistungen bin.“ Den ersten Teil des Rennens beendete WTM Racing auf der dritten Position und – am wichtigsten – in der Führungsrunde.

Auch der zweite Teil des Rennens am Samstag begann vielversprechend: Oliver Kainz hielt den Ferrari 488 GT3 beständig in den Top-Drei. Doch nach dem ersten Stint bemerkten Teammitglieder ein immer schwärzer werdendes Heck. Die Befürchtungen wurden bestätigt, als die Getriebetemperatur stieg. Zwar gab es kurze Abhilfe durch Nachfüllen von Getriebeöl, doch als die Temperatur wieder anstieg, entschloss sich WTM Racing, das Rennen aus Sicherheitsgründen zu beenden.

„Luigi“ wird in den nächsten Wochen von Rinaldi Racing wieder auf Nürburgring-Stand gebracht werden, wenn er wieder auf sein Schwesterfahrzeug „Guido“ stößt. WTM Racing wird vom 20. bis 23. Juni am ADAC TOTAL 24h-Rennen auf dem Nürburgring teilnehmen. In der vom niederländischen Veranstalter Creventic ausgerichteten 24h Series steht nun eine Pause von sechs Wochen an, bevor es vom 5. bis 7. Juli mit den 24 Stunden von Portimao in Portugal weitergeht.


Stimmen nach dem Rennen

Georg Weiss (Fahrer Ferrari 488 GT3 #22): „Trotz unserer Setup-Schwierigkeiten konnten wir im Qualifying weit vorne rein fahren. Der erste Teil des Rennens ist grandios gelaufen und das Auto hat einwandfrei funktioniert. Für Leonard hat es mich sehr gefreut. Natürlich hätte uns ein Ergebnis gut getan. Aber es ist, wie es ist. Erfolg und Leid liegen im Motorsport nahe beieinander.“

Leonard Weiss (Fahrer Ferrari 488 GT3 #22): „Es ist natürlich schade, dass wir das Auto schon wieder abstellen mussten. Aber da konnte ja keiner was für. Ich freue mich sehr, die Gelegenheit bekommen zu haben, einen Start zu fahren. Das hat auch richtig gut geklappt. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Stint, weil ich gut nach vorne gekommen bin. Das war auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Jetzt schauen wir, was das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring bringt. Nach dem Rennen ist vor dem Rennen.“

Hendrik Still (Fahrer Ferrari 488 GT3 #22): „Der Beginn des Wochenendes war sehr vielversprechend und wir lagen stellenweise auf Platz zwei. Dann kam leider der technische Defekt. Aber wichtig ist, dass wir wieder viel gelernt haben, allem voran über den Reifen. Wir kommen immer dichter an die sehr Creventic-erfahrenen Teams heran. Den Hankook-Reifen zu verstehen, ist der Schlüssel in dieser Meisterschaft. Und ich bin überglücklich mit dem Start von Leo. Richtig Klasse, er wird immer stärker!“

Jochen Krumbach (Fahrer Ferrari 488 GT3 #22): „Im Qualifying fehlten mir 0,85 Sekunden auf die Pole-Position, damit konnten wir unsere Performance im Vergleich zu den vorigen Rennen weiter steigern. Die Strecke war sehr rutschig; ein passendes Setup zu finden, war in Kombination mit den Reifen phasenweise ein echtes Rätsel. Leider ist uns ein möglicher Podiumsplatz entglitten.“

Oliver Kainz (Fahrer Ferrari 488 GT3 #22): „Aus Ergebnissicht ist es natürlich nicht so gelaufen, wie ich es nach dem Training und den ersten Rennstunden erwartet habe. Aber unsere Pace war sehr gut, was mich zuversichtlich stimmt.“