Dienstag, 17. Juli 2018
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Sportwagen Allgemein
09.07.2018

Ford GT gewinnt zweites IMSA-Rennen innerhalb von nur acht Tagen

Zweiter Sieg innerhalb von acht Tagen: Das Werksteam Ford Chip Ganassi Racing (CGR) hat nach dem Triumph beim Sechsstundenrennen in Watkins Glen auch den kanadischen Lauf der nordamerikanischen IMSA Sportwagen-Meisterschaft in Mosport gewonnen.

Ryan Briscoe (AUS) und Richard Westbrook (GB) profitierten von einer taktisch cleveren Boxenstopp-Strategie und entschieden mit ihrem Ford GT das 160-Minuten-Rennen auf der knapp vier Kilometer langen Traditionsstrecke in Bowmanville nahe Ontario in der GTLM-Klasse für sich. Ihre Teamkollegen Dirk Müller (Burbach) und Joey Hand (USA), die Erstplatzierten von Watkins Glen, erreichten das Ziel mit der Startnummer 66 aufgrund ihres letzten GTLM-Startplatzes nur auf Rang fünf. Damit mussten sie Briscoe und Westbrook auch die Führung in der IMSA GTLM-Fahrerwertung überlassen. Mit 195 Punkten liegt Ford CGR in der Konstrukteurswertung nach sechs von elf Saisonläufen weiterhin auf Rang eins vor Chevrolet (187) und Porsche (186).

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Auch für den Ford GT mit der Startnummer 67 lief es in den freien Trainingssitzungen zunächst nicht nach Plan - bis Ryan Briscoe im Qualifying eine spektakuläre Runde auspackte, die sein Mitfahrer Westbrook mit freudigem Unterton nur noch als "krank" bezeichnen konnte: Der Australier stellte den von einem Ford EcoBoost-Sechszylinder-Turbobenziner angetriebenen Sportwagen in 1.13,831 Minuten auf den zweiten Startplatz der GTLM-Klasse.

"Wir mussten das gesamte Wochenende kämpfen", gestand Westbrook. "Dann haut Ryan im Quali diese Runde heraus, das hat natürlich unsere Hoffnung wieder geweckt - doch nach gut 90 Minuten im Rennen befürchtete ich schon, dass wir uns zu früh gefreut haben: Das Auto ließ sich nur schwierig beherrschen. Doch dann fanden die Jungs von Ford CGR den richtigen Kniff durch die Anpassung des Reifenluftdrucks, und je leichter der Wagen durch den Benzinverbrauch wurde, desto besser ließ sich der Ford GT fahren - mit ein Grund, warum ich als Allerletzter in der GTLM zum Nachtanken kam. Dass dies genau mit einer Safety-Car-Phase zusammenfiel, war natürlich perfekt: Ich konnte die gerade erst übernommene Führung verteidigen. Bis dahin lagen wir auf Kurs für einen Podestplatz, so wurde daraus der Sieg. Unglaublich!"

"Ich bin fast schon etwas schockiert - ich habe das so nach unserem ersten Stint nicht kommen sehen", räumte Briscoe ein, für den es gemeinsam mit seinem Teamkollegen nach dem Erfolg bei den 24 Stunden von Daytona der zweite Klassensieg der laufenden IMSA-Saison war. "Die Anpassung des Reifendrucks und die mutige Strategie haben sich perfekt ausgezahlt. Nach der Enttäuschung von Watkins Glen bin ich einfach nur glücklich. Dort hatten wir das gesamte Wochenende klar das schnellste Auto, dann warf uns ein mechanischer Defekt nach der ersten Rennstunde zurück. Das war schwer zu verdauen. Dass wir diesen Sieg hier nachholen, wo wir am wenigsten damit gerechnet haben, ist unglaublich."

Dirk Müller und Joey Hand, die Fünftplatzierten, konnten ihren Mannschaftskollegen nur gratulieren. "Wir haben ein eher schwieriges Wochenende erlebt", erläuterte Hand. "Nach dem Sieg in Watkins Glen wollten wir das Momentum hier in Kanada fortsetzen, doch wir fanden nicht die perfekte Abstimmung für unser Auto. Wegen eines Problems im Qualifying fielen wir in der Startaufstellung bis ans Ende unser Klasse zurück, dem hat sich ein anstrengendes Rennen angeschlossen. Wir haben die ganze Zeit wie verrückt für eine bessere Position auf der Strecke gekämpft, doch als es darauf ankam, waren wir nicht zur Stelle - anders als Ryan und Richard: Beide konnten die Gunst der Stunde nutzen und davon so profitieren, wie wir vor einer Woche. Aus der Sicht von Ford CGR könnte es mit zwei Siegen innerhalb von acht Tagen natürlich kaum besser laufen..."

Der nächste Lauf zur nordamerikanischen IMSA Sportwagen-Meisterschaft steht am 20./21. Juli in Lime Rock im nordöstlichen US-Bundesstaat Connecticut auf dem Programm. Erneut ist eine Renndauer von zwei Stunden und 40 Minuten vorgesehen.