Mittwoch, 19. Dezember 2018
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Margutti Trophy
11.03.2018

Podestplatz für Deutschland bei Margutti Trophy

Auf dem South Garda Circuit von Lonato (IT) ist an diesem Wochenende (9. bis 11. März 2018) die 29. Auflage der Andrea Margutti Trophy über die Bühne gegangen. Über 230 Teilnehmer wohnten dem prestigeträchtigen Event, das alljährlich in Gedenken an den 1989 verstorbenen Kartfahrer Andrea Margutti veranstaltet wird, bei.

Bei wechselhaften Wetterbedingungen erlebten die Zuschauer spannende und actionreiche Rennen in den Klassen Mini, KZ2, OK, X30 Senioren und OK Junioren. Aufgrund des einen Monat später an selber Stelle stattfindenden Saisonauftakts der Deutschen Kart Meisterschaft stand für viele Teams und Fahrer auch die Saisonvorbereitung im Vordergrund – kein Wunder also, dass Deutschland unter den 33 vertretenen Nationen mit über 30 Nennungen den Löwenanteil ausmachte. Aber nicht nur zahlenmäßig überzeugte die deutsche Delegation – auch im Wettkampf auf der 1.200 Meter langen Piste konnte man Ausrufezeichen setzen.
 
In der X30 Senioren Klasse gab zunächst Danny Carenini (A.S.D. Autoeuropeo Motorsport) den Ton an. Zeittraining und Vorläufe gingen auf das Konto des Italieners. Doch am Finalsonntag wendete sich das Blatt und Marco Moretti (Tony Kart) setzte sich in beiden Rennen durch. Als Zweiter sorgte Andrea Moratti (Tony Kart) für einen familiären Doppelerfolg, während Vittorio Maria Russo (Pacitto Racing Kart) das rein italienische Podium als Dritter komplettierte.

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Im Feld der Minis bestimmte Coskun Irfan (Baby Race Driver Academy) das Geschehen. Von Anfang bis Ende führte der Brite die Meute an und gewann damit verdient die Margutti Trophy der Nachwuchspiloten. Hinter ihm fuhr sein Landsmann Arvid Lindblad (Team Driver Racing Kart) auf Platz zwei vor dem Schweden Joel Bergström (Formula K Junior Team A.S.D.). Aus deutscher Sicht schafften die Minis Luca Inderfurth (FS-RL-Competition) als 27. nach den Vorläufen und Leon Bauchmüller als Vierter des Hoffnungslaufs den Sprung in die Finalrennen. Während Bauchmüller die Heimreise mit den Plätzen 27 und 30 antrat, holte sich Inderfurth im Prefinale Rang 29 und schrammte als 21 im Finale knapp an den Top-20 vorbei. Den Dritten im Bunde, Leon Taylor Primm (Team NKS), gelang die Finalqualifikation im 64-köpfigen Feld nicht.

Der Brasilianer Gabriel Bortoleto (CRG SpA) gab. Im Feld der 46 Junioren den Ton an. Er fuhr die Bestzeit im Qualifying und verteidigte die Spitze auch in den Vorläufen. Nachdem der CRG-Pilot auch das Prefinale für sich entschied, galt er als Topfavorit auf den Finalsieg. Doch er hatte die Rechnung ohne Stallgefährte Enzo Trulli (CRG SpA) gemacht. Der Sohn des ehemalige Formel-1-Piloten Jarno Trulli wies seinen Teamkollegen in die Schranken und gewann mit fast drei Sekunden Vorsprung die Margutti Trophy der Junioren. Als Dritter komplettierte der Däne Petersen Hojgaard (KSB Racing Team) das Podium.

Als bester Deutscher empfahl sich lange Zeit Nico Hantke (3G Racing), der in den Vorläufen auf Platz fünf rangierte und auch im Prefinale trotz einer Zeitstrafe als Sechster gewertet wurde. Im Finale musste der Youngster aber gleich zu Beginn einen Ausfall verkraften. In der Folge sprang Jonas Ried (Solgat Motorsport) in die Bresche. Der Ricciardo-Pilot kämpfte sich vom elften Startplatz bis auf Position sieben vor und sicherte sich damit das beste deutsche Ergebnis. Auch Ben Dörr (TB Racing Team) gelang mit Platz neun der Sprung in die Top-Ten der Junioren-Elite. Lilly Zug (TB Racing Team) überzeugte mit einem beachtlichen 14. Platz vor ihren Landsleuten Jule Weimann (Solgat Motorsport) auf P17, Luis Laurin Speck (TBkart Srl) auf P18 und Egor Litvinenko (FS-RL-Competition) auf P19. Simon Connor Primm (Team NKS) wurde 25. vor Pablo Kramer (FS-RL-Competition) auf Rang 28. Arthur Tohum (TR Motorsport) verpasste als einziger Deutscher im Hoffnungslauf die Qualifikation für die Finalrennen.

Eindrucksvoll schlugen sich die deutschen Senioren in der OK-Klasse: Schon im Zeittraining trumpften die Deutschen Hugo Sasse (TB Racing Team), Luca Maisch (TB Racing Team) und Paul Enders (RTG Kartsport) mächtig auf und belegten sensationell die ersten drei Plätze im Feld. Leider brachte einzig Maisch sein Ergebnis problemlos durch die Vorläufe und ging hier als Zweiter hervor, während Sasse und Enders aufgrund unglücklicher Ergebnisse in den Heats weit zurückfielen. Mit Marius Zug (TB Racing Team) kündigte sich auf Rang drei nach den Vorläufen aber bereits der nächste deutsche Hoffnungsträger an.

An der Spitze übernahm derweil Andrea Rosso (CRG SpA) das Zepter. Der Italiener etablierte sich nach den Heats fest auf Rang eins und gab den Platz an der der Sonne auch in den Finalrennen nicht mehr ab, sodass er sich als Doppelsieger eindrucksvoll den Triumph der diesjährigen Margutti Trophy auf die Fahnen schreiben konnte.

Im Schatten des dominanten Siegers glänzte Marius Zug als bester Deutscher. Der Youngster fuhr im Prefinale auf Platz zwei und bestätigte diese Leistung auch im Finale mit selbiger Position, womit er seinen bislang größten internationalen Erfolg feiern durfte. Auch Landsmann Luca Maisch war in starker Form und überzeugte im Prefinale trotz Zeitstrafe mit Rang drei. Im Finale verließ ihn das Glück schon am Start. Er fiel ans Ende des Feldes zurück und musste letztlich sogar ganz die Segel streichen.

Gut lief es im Finale für Phil Dörr (TB Racing Team), Patrick Degenbeck (TB Racing Team), Rico Volz (RS Motorsport) und Maximilian Schulte (Solgat Motorsport), die als Fünfter, Sechster, Achter und Neunter den Sprung in die Top-Ten schafften. Luke Füngeling (Valier Motorsport) beendete sein Senioren-Debüt als starker Zehnter vor seinen Landsleuten David Qufaj (TR Motorsport) auf P14, Niels Tröger (RTG Kartsport) auf P15, Hugo Sasse auf P20, Tim Tröger (Mach1 Motorsport) auf P22, Paul Enders (RTG Kartsport) auf P28 und Cameron Boedler (KSB Racing Team) auf P30.

Bei den Getriebekarts der KZ2 setzte Giacomo Pollini (NGM Motorsport) im Qualifying die erste Bestmarke, doch der Italiener verlor seine Führungsrolle in den Heats. Hier meldete sich der Deutsche Alexander Schmitz (Tony Kart/Vortex) zu Wort: Mit einer tadellosen Bilanz katapultierte sich der ehemalige DSKM-Champion auf die Pole-Position für das Prefinale. Hier musste er leider ein paar Federn lassen und sich hinter Alessio Lorandi (Baby Race Driver Academy) und Fabian Federer (SRP Racing) mit Rang drei zufriedengeben.

Auch im Finale hatte Alessio Lorandi die Konkurrenz fest im Griff. Mit über 17 Sekunden Vorsprung kürte er sich unangefochten zum Sieger. Platz zwei ging wiederum an Fabian Federer, während der Schwede Persson Törnqvist (CRG Holland) Rang drei eroberte und damit Alexander Schmitz knapp auf den undankbaren vierten Platz verdrängte. Die weiteren Deutschen Dominik Schmidt (TB Racing Team), Daniel Stell (Mach1 Motorsport) und Andre Matisic (Solgat Motorsport) beendeten das Finale auf den Positionen zwölf, 15 und 26. Ohne Finalticket blieben Alessio Curto (Valier Motorsport) und Nermin Colakovic (Solgat Motorsport), die beide nach dem Hoffnungslauf die Segel streichen mussten.