Montag, 10. Dezember 2018
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Blancpain
02.10.2018

Grasser Racing Team sichert sich Top-Drei-Platz in der Teamwertung

Großes Saisonfinale im Endurance Cup der Blancpain GT Series in Barcelona. Für das GRT Grasser Racing Team ging es beim dreistündigen Rennen noch um einiges. Platz drei in der Teamwertung der Blancpain GT Series galt es zu verteidigen. Und das gelang dem Team aus dem steirischen Knittelfeld auf beeindruckende Weise.


Nicht zu bremsen: #19 macht 45 Positionen gut

Die große Show des Rennens lieferten Marco Mapelli, Ezequiel Perez Companc und Raffaele Giammaria im Lamborghini Huracán GT3 mit der Startnummer 19. Den drei Grasser GRT Racing Team-Piloten gelang eine Aufholjagd, die es im GT-Sport selten zu sehen gab. Vom undankbaren Startplatz 50 rollten die drei das gesamte Feld regelrecht auf. Nach drei nervenaufreibenden Stunden dann der verdiente Lohn: Mapelli, Companc und Giammaria sicherten sich zum Saisonfinale den fünften Platz. Doch damit nicht genug: Sogar ein Podestplatz war noch in greifbarer Nähe. Auf den letzten Platz auf dem Siegertreppchen fehlte den GRT Grasser Racing Team-Piloten lediglich knapp drei Sekunden.

Dabei fingen die Drei das Wochenende gemächlich an. In keiner der Trainingssessions war der Lamborghini mit der Startnummer 19 im vorderen Feld vorzufinden. Im Qualifying ereilte Das Trio zusätzlich Pech. Das chaotische Zeittraining führte dazu, dass man keine gezeitete Runde fahren konnte. Im Rennen drehten die drei GRT Grasser Racing Team-Piloten auf. Raffaele Giammaria übernahm den ersten Stint. Bereits in der ersten Runde preschte der Italiener bis auf Platz 34 nach vorne. Doch die Aufholjagd ging unentwegt weiter. Ezequiel Perez Companc und Marco Mapelli setzten der atemberaubenden Leistung die Krone auf. 

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„Ich bin überglücklich, das ist fantastisch“, schwärmt Perez Companc. „Wir hatten im Qualifying sehr viel Pech und konnten im Q2 keine Runde absolvieren. Das war sehr schade, weil wir in den Top-Ten hätten landen können. Danach legte Raffaele einen Raketenstart hin und lieferte durchweg eine Mega-Leistung ab.“ Etwas bescheidener sich der Hauptprotagonist Giammaria: „Ich hatte einen guten Start und ehrlich gesagt glaube ich, dass ich viel Glück hatte, weil ich einige Stellen auf der Strecke gefunden habe, an denen ich viele Autos ohne Risiko überholen konnte.“ Der letzte Stint gebührte Mapelli: „Wir hatten das Glück, dass wir Berührungen vermeiden konnten und unsere Pace war bis zum Schluss stark. Umso glücklicher bin ich, dass wir die Saison mit einem Erfolgserlebnis abschließen konnten.“


Sturm und Drang bei der #63

Auch der Lamborghini Huracán GT3 mit der Startnummer 63 holte im dreistündigen Rennen nach, was im Qualifying nicht ganz geklappt hat. Mirko Bortolotti, Christian Engelhart und Andrea Caldarelli kämpften sich von Startplatz 49 bis auf den 13. Rang nach vorne. Damit machten sie im Verlauf des Rennens nicht weniger als 36 Positionen gut, was in einem derart stark besetzten Feld einer Meisterleistung gleichkommt. In der Schlussphase trennten Engelhart und ein Platz unter den besten Zehn lediglich zwei Sekunden.

Das Trio war von der ersten Session an voll bei der Musik. Im freien Training belegte die Nummer 63 Platz sechs. Auch das Qualifying am Sonntag lief zunächst nach Plan. Bortolotti fuhr in der ersten Qualifying-Session die zweitbeste Zeit. Im zweiten Teil des Zeittrainings hatte Caldarelli – wie auch das Schwesterauto mit der Nummer 19 – Pech: Zwei rote Flaggen hinderten den Italiener daran, eine gezeitete Runde zu drehen. Das Trio machte im Rennen aus der Not eine Tugend und lieferte einen Parforce-Ritt ab. 

„Ich habe mich im ersten Qualifying mit einer großartigen Runde für Platz zwei qualifiziert, aber leider mussten wir in Folge der Ereignisse des zweiten Qualifyings von Startplatz 47 ins Rennen gehen“, so Bortolotti. „Ich fuhr den Rennstart und hatte einen fantastischen ersten Stint, in dem ich mich bis in die Top-20 vorarbeiten konnte. Leider war unser letzter Boxenstopp zu kurz, sodass wir eine Durchfahrtsstrafe erhalten haben, die uns eines sensationellen Ergebnisses beraubt hat. Daraus müssen wir als Team unsere Lehren ziehen und versuchen, zukünftig solche Fehler wie im Qualifying und Rennen zu vermeiden.“

Teamkollege Caldarelli fügt hinzu: „Leider hatten wir an diesem Wochenende erneut Pech. Das gilt vor allem im zweiten Qualifying, in dem wir aufgrund der beiden roten Flaggen auf meinen Runden keine Zeit erzielen konnten. Alles in allem ist es nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten, aber wir haben zumindest eine gute Aufholjagd gezeigt. Es ist schade, dass wir die Saison so abschließen, aber wir werden im nächsten Jahr ganz sicher wieder angreifen.“


Top Ausgangslage und ein unverschuldetes Aus

Das heißeste Eisen im Feuer hatte das GRT Grasser Racing Team mit der Startnummer 82. Die drei Lamborghini-Routiniers Rolf Ineichen, Franck Perera und Phil Keen setzten ihren Huracán GT3 auf den neunten Startplatz. Von dort aus schaffte es Perera im ersten Stint bis vor auf den fünften Platz. Potenzial für den Kampf um einen Podestplatz war im Renntrimmt jederzeit vorhanden. Doch leider kam es zu einem unverschuldeten Kontakt, der letztlich zum Ausfall in der 39. Runde führte.

„Das Ergebnis ist recht enttäuschend, aber gleichzeitig bin ich mit unserer Performance an diesem Wochenende zufrieden“, blickt Perera auf das Saisonfinale zurück. „Wir haben uns beim Auto und den Fahrern verbessert. Die Ausgangsposition war heute gut. Ich hatte einen richtig guten Start und war mit meinem Stint zufrieden. Ich verbesserte mich zunächst auf P7 und dann bis auf P5. Ich konnte sogar mit der Spitze kämpfen. Danach hat Rolf alles gegeben, aber leider kam uns ein Bentley in die Quere. Das ist wirklich schade, weil wir heute einen Podestplatz verdient gehabt hätten. Aber auch das gehört zum Motorsport dazu. Ich freue mich darüber, dass wir den dritten Platz in der Teammeisterschaft eingefahren haben. Jetzt blicken wir alle nach vorne auf die nächste Saison.“

Teamkollege Keen fügt hinzu: „Angesichts des Dramas auf der Rennstrecke hatten wir ein gutes Qualifying, in dem wir uns für den neunten Startplatz qualifizieren konnten. Wir waren relativ stark und erwarteten eine Platzierung in den Top-Fünf. Es ist sehr schade, dass Rolf von dem Bentley getroffen wurde – denn dadurch war das Rennen für uns leider gelaufen. Rolf hat sich im vergangenen Jahr stark verbessert und wir sind gespannt auf das nächste Jahr.“