Montag, 22. Oktober 2018
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Automobilsport
07.06.2018

Emotional und funktionell – das Design des I.D. R Pikes Peak

Vor rund sieben Monaten hat die Entwicklung des I.D. R Pikes Peak begonnen – eine vielschichtige Herausforderung, auch für das Designteam von Volkswagen. „Wir haben bereits eine Menge Erfahrung mit High-Performance-Fahrzeugen und auch mit Rennwagen, aber ein leistungsstarker Prototyp wie der I.D. R Pikes Peak war auch für uns eine Weltpremiere“, sagt Klaus Bischoff, Executive Director von Volkswagen Design. „Unsere Aufgabe war es, die unverwechselbare Formensprache der I.D. Familie auf ein solch extremes und emotionales Rennfahrzeug zu transferieren.“

Das Design des I.D. R Pikes Peak sollte nicht nur auf den ersten Blick die Zugehörigkeit zur zukünftigen I.D. Familie betonen, der Baureihe rein elektrisch angetriebener Serienfahrzeuge, die Volkswagen ab 2020 auf den Markt bringt. Zusätzlich musste das Karosseriedesign des ersten Elektro-Rennwagens von Volkswagen aus technischer Sicht optimale Voraussetzungen mitbringen. „Meine ganze Mannschaft hat diese ungewohnte Herausforderung bis ins Mark motiviert. Wir sind stolz darauf, Teil des Teams zu sein, das dieses außergewöhnliche Projekt realisiert hat“, sagt Bischoff.

Enge Abstimmung zwischen Designern und Technikern

Die Designentwicklung für den in der Fahrzeugkategorie „Unlimited“ startenden Rennwagen begann im Oktober 2017 auf dem sprichwörtlichen weißen Blatt Papier. Im ersten Briefing erhielten Bischoff und sein Team nicht viel mehr als die von den Technikern gewünschte Länge, Breite und Höhe für die Karosserie des I.D. R Pikes Peak. „Und wir wussten natürlich, dass es sich um ein Bergrennen handelt“, sagt der Automobildesigner.

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Wichtig, denn die physikalischen Rahmenbedingungen beim berühmtesten Bergrennen der Welt sind für das Fahrzeugdesign einzigartig. Aerodynamik und Kühlsystem für Motoren, Batterien und Bremsen des Rennwagens müssen in der dünnen Höhenluft – Start auf 2.862 Meter, Ziellinie auf 4.302 Meter Höhe – sogar für Spitzenrennsport außergewöhnliche Belastungen bestehen. „Während des Designprozesses war die enge Abstimmung mit den Technikern sehr wichtig“, beschreibt Bischoff das Teamwork vor allem zwischen den Aerodynamik-Spezialisten von Volkswagen Motorsport und Volkswagen Design. „Unsere Aufgabe war es, den Anforderungen eine Form zu geben. Design und Funktion sind eine Symbiose eingegangen.“

Einfluss auf die Serienfahrzeuge der I.D. Familie

Dem Team von Volkswagen Design gelang es, Key-Design-Elemente der I.D. Familie in die extreme Karosserieform des I.D. R Pikes Peak zu integrieren. „Typisch für I.D. ist eine sehr glatte, ästhetische Formensprache von skulpturaler Qualität. Dazu kommen eine klare Grafik und eine einzigartige Lichtsignatur. All dies sind Elemente, die wir aus den Serienfahrzeugen der zukünftigen I.D. Familie auf den I.D. R Pikes Peak übertragen haben“, sagt Bischoff.

Für den 56-Jährigen ist der I.D. R Pikes Peak ein wichtiger Schritt innerhalb der Elektromobilitäts-Strategie der Marke: „Ein Supersportwagen wie der I.D. R Pikes Peak weckt Emotionen beim Zuschauer. Diese emotionale Interpretation des Themas Elektromobilität wird sicherlich einen Einfluss auf die Serienfahrzeuge der I.D. Familie haben.“ Mit der geschlossenen Frontpartie ist das Design der I.D. Familie gleichzeitig eine Referenz an die Design-DNA von Volkswagen, die mit dem Käfer und dem T1 Bus begründet wurde. „Beim Design des I.D. R Pikes Peak stand ganz klar die Performance auf der Rennstrecke im Mittelpunkt. Diese Herausforderung zu meistern, hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Bischoff.

Die Wettbewerbspremiere des I.D. R Pikes Peak findet am 24. Juni 2018 im US-Bundesstaat Colorado statt. Ziel für Pilot Romain Dumas ist es, den bestehenden Streckenrekord für Elektro-Rennwagen zu verbessern. „Es würde mich sehr freuen, wenn das von uns entwickelte Design einen Beitrag dazu leistet, diese schwierige Aufgabe zu erfüllen“, sagt Bischoff. „Wir werden an diesem Tag unseren Kollegen von Volkswagen Motorsport in jedem Fall kräftig die Daumen drücken.“