Donnerstag, 15. November 2018
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Automobilsport
08.07.2018

DTM-Legenden beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix zu Gast

Wenn Motorsportfans in Deutschland (und anderswo) den Begriff „DTM“ hören, dann leuchten die Augen: Die Tourenwagenserie war und ist seit den 80er Jahren die Spitze des Automobilsports „Made in Germany“. Beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix feiern die legendären Fahrzeuge ein Revival, denn mit den „Tourenwagen Classics“ ist eine Rennserie zu Gast, in der die automobilen Stars von einst ebenso zu erleben sind, wie so manche der berühmten Rennfahrer aus dieser Ära.

So dürften die Tribünen wieder voll werden, wenn die über 30 erwarteten Fahrzeuge aus den goldenen Jahren von DTM, ITC und STW auf die erste Kurve zustürmen: Die BMW M3, Mercedes-Benz 190er und C-Klassen sowie Alfa Romeo 155, in denen einst Stars wie Klaus Ludwig, Juan Pablo Montoya, Ellen Lohr oder Giancarlo Fisichella saßen, wecken Emotionen und Erinnerungen.

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Dabei werden einige Protagonisten ins Geschehen eingreifen, die bereits damals am Lenkrad drehten. So etwa Harald Grohs oder Volker Strycek, der im ersten Jahr der DTM (1984) den Meistertitel holte. Im Programm des AvD-Oldtimer-Grand-Prix runden die Tourenwagen Classics mit ihren zwischen 1984 und 1999 gebauten Fahrzeugen eine ganze Reihe von Rennen ab, die sich dem Tourenwagen- und GT-Sport widmen, der traditionell in Deutschland starke Wurzeln hat. Er ist ab den Nachkriegsbaujahren zu sehen und fasziniert die Besucher mit seiner Vielfalt an Marken und Modellen.

Das Programm beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix ist voller Highlights: Formel 1 und Sportwagen, Le-Mans-Legenden der 50er und DRM-Boliden sind ebenso zu sehen wie Vorkriegsrennwagen. Doch für viele Besucher sind die Fahrzeuge aus der DTM und verwandten Serien die eigentlichen Stars. Sie mischten ab 1984 den Tourenwagensport auf und brachten viele Legenden hervor. Am Nürburgring werden sie in Form der Tourenwagen Classics vertreten sein, die hier ihren vierten Lauf absolvieren. An der Spitze tobt der Kampf der DTM-Boliden aus den Jahren 1993 bis 1996. Hier sind die ehemals von Montoya und Lohr pilotierten AMG Mercedes C-Klasse und der Alfa Romeo 155 V6 TI (Ex Fisichella) am Start. Aber auch mit anderen Klasse-1-Rennwagen gibt es ein Wiedersehen. In den Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo oder BMW M3 Evo 2 saßen damals Piloten wie Kurt Thiim oder Johnny Cecotto, die auch in den Tourenwagen Classics immer wieder als Gaststarter dabei sind.

So steht bereits jetzt eine ganze Reihe von ehemaligen DTM- und STW-Piloten fest, die beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix mit von der Partie sind. So etwa Harald Grohs, der seinen BMW M3 E30 fährt: Mit genau diesem Fahrzeug siegte er 1987 beim Auftaktrennen in Hockenheim – ein Triumph, mit dem die Siegesserie dieses erfolgreichsten Tourenwagen aller Zeiten begann. Der M3 ist einer der Stars in der stark besetzten Klasse der Gruppe-A-Fahrzeuge. In ihr teilen sich etwa die Ex-DTM-Piloten Marc Hessel und Christian Menzel einen weiteren M3.

Für Tourenwagenfans ebenfalls hoch interessant: Die vierte Klasse der Serie, in der etwa die STW-Fahrzeuge eingeordnet sind. Hier gibt es ein Wiedersehen mit dem Opel Vectra im Paulaner-Design, der für Uwe Alzen aufgebaut wurde. Einen STW-Opel Astra pilotiert der erste DTM-Champion aller Zeiten, Volker Strycek. Und auch Fahrzeuge, die zu ihrer Zeit nur im Ausland zu sehen waren, stellen sich heute dem direkten Vergleich – etwa ein Renault Laguna STW von 1996 aus der britischen BTCC.


Tourenwagen und GTs aus vielen Epochen im Einsatz

Neben den DTM-, ITC- und STW-Tourenwagen der Tourenwagen Classics dürfen sich die Besucher auf einige weitere Starterfelder mit diesen attraktiven Fahrzeugen freuen. Natürlich ist etwa das Revival Deutsche Rennsport-Meisterschaft (DRM) ein Publikums-magnet, denn die Ford Capri und Porsche 911 sowie BMW 3.0 und BMW M1 aus den Jahren 1972 bis 1981 sind heute noch beeindruckende – und vor allem wunderschöne – Fahrzeuge. Noch weiter zurück führen die Rennen der Gentlemen Drivers (GT-Fahrzeuge der Jahre 1947 bis 1965) sowie die AvD-Tourenwagen- und GT-Trophäe (Jahrgänge 1947 bis 1975). Auch sie erinnern an großartige Rennen, in denen die Protagonisten aber BMW 1800 und 2002, Alfa Romeo 1750 und Giulia oder Ford Escort hießen.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wird es auch 2018 in diesem Rennen zwei Sonderwertungen geben. Der Generations Cup ist für Familienteams reserviert, in denen sich Väter / Mütter mit ihren Söhnen / Töchtern das Auto teilen. Außerdem lockt die Alfa-Romeo-Sonderwertung hoch attraktive Fahrzeuge an. Der Blick sollte in diesem Starterfeld aber nicht nur auf die Spitze gerichtet sein, denn gerade die kleinen Hubraumklassen zeigen immer wieder sympathische „Rennzwerge“, die ein ganz großes Motorsportherz haben. So etwa der „Porsche des Ostens“: Der mehrfache deutsche Rallyemeister Matthias Kahle wird in diesem Rennen einen Skoda 130 RS pilotieren, der zu seiner Zeit in Osteuropa ein höchst erfolgreiches Sportgerät war.

Nicht zu vergessen beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix sind natürlich auch die GT-Fahrzeuge, deren Historie bis in die aktuelle Zeit fortgeschrieben wird. Denn der Porsche Carrera Cup Deutschland ist erstmals mit zu Gast und zeigt, dass auch die neueste Version des Porsche 911 GT3 Cup für erstklassigen Sport steht.