Donnerstag, 20. Juli 2017
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TCR Germany
01.07.2017

Preisig und Rdest – Schnelle Damen in der TCR Germany

Opel-Pilotin Jasmin Preisig lächelt, diese Frage hatte sie schon öfter beantwortet. „Ja, es gibt schon die Klischees. Frauen könnten nicht Auto fahren oder einparken zum Beispiel. Gerade auch, wenn Du dazu noch blond bist“, sagt die Schweizerin, die jüngst am Red Bull Ring ihre ersten Punkte in der ADAC TCR Germany geholt hat: „Aber man muss sich einfach allgemein durchboxen und Respekt verschaffen, egal ob du Mann oder Frau bist. Sobald du dir mal den Respekt erarbeitet hast, ist es kein Problem mehr.“ 

Die 24-Jährige vom Team Lubner Motorsport und die Polin Gosia Rdest (24, Target Competition) sind die beiden einzigen Damen im Fahrerfeld der Tourenwagenserie des ADAC – und in der Männerdomäne Motorsport fühlen sich beide pudelwohl. „Es ist ein Hammer, dass man überhaupt einer von den 40 Fahrern in der ADAC TCR Germany ist und mitfahren darf“, sagt Preisig: „Der Motorsport ist mein größtes Hobby.“ 

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Dies gilt auch für Rdest, die für das italienische Meisterteam Target Competition einen Audi RS3 LMS fährt und parallel im Audi TT Cup für Furore sorgt. „Ich bin mit Leidenschaft bei der Sache. Motorsport ist viel mehr als ein Hobby“, sagt die Polin: „Durch den Motorsport habe ich gelernt, einen kühlen Kopf zu bewahren und aus Fehlern zu lernen. Wenn Du im Sport etwas erreichen willst, musst Du bereit sein, Opfer zu bringen. Und das bin ich!“ 

Auf der Strecke, das betonen beide, ist das Geschlecht nebensächlich. Sobald sie den Helm aufziehen und das Visier schließen, geht es nur um die Leistung als Rennfahrer. Und dass sie schnell sind, haben die beiden jungen Damen bereits bewiesen. Rdest ist zwar noch ohne Meisterschaftspunkt, war im Audi RS3 LMS aber schon in mehreren Trainingseinheiten ganz weit vorne. Und Preisig, die im Opel Astra TCR von Lubner Motorsport fährt, sicherte sich in Spielberg mit Rang 19 ihr bisher bestes Saisonergebnis und die ersten Punkte für die Gesamtwertung. 

Die gelernte Bürokauffrau Preisig und die Journalismusstudentin Rdest investieren viel Zeit und Mühe in den Motorsport - und beide träumen davon, ihre Leidenschaft irgendwann zum Beruf zu machen. Während sich Preisig aktuell auf die ADAC TCR Germany konzentriert, hat Rdest schon konkretere Vorstellungen. Ihr schwebt mittelfristig ein Wechsel in die DTM vor. „Das ist mein größter Traum und gleichzeitig meine größte Herausforderung“, sagt sie: „Ich denke, dass das möglich ist. Aktuell bin ich mit der Entwicklung meiner Karriere sehr zufrieden.“ 

Auch die Schweizerin Preisig, die unweit von St. Gallen im Appenzeller Land geboren wurde und über das elterliche Autohaus erst zum Kart- und dann zum Rennsport kam, will die Atmosphäre im Motorsport nicht missen. „Ich habe schon die Hoffnung und das Ziel, dass man vom Motorsport leben und das zu seinem Beruf machen kann“, sagt Preisig, die von allen Seiten viel Zuspruch für ihre rasante Leidenschaft erfährt: „Freunde, Familie - alle unterstützen mich und stehen hinter mir. Nur die Mama, die hat dann schon mal ein bisschen Angst.“ 

Bis es soweit ist, stehen für die beiden aber erst einmal weitere fünf Rennwochenenden in der ADAC TCR Germany auf dem Programm - und dort geht es vom 7. bis 9. Juli in Oschersleben weiter, wenn die deutsche Tourenwagenserie gemeinsam mit der TCR International Series an den Start gehen wird. „Die ADAC TCR Germany befindet sich ja erst in der Startphase. Ich denke, dass wir noch einige Jahre vor uns haben“, sagt Preisig: „Wir haben alle die gleichen Voraussetzungen. Das ist eine Hammerserie.“