Mittwoch, 20. September 2017
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Rallye WM
24.08.2017

Roman Schwedt: Schnelle Zeiten beim ersten WM-Auftritt

Nach seiner ersten ADAC Rallye Deutschland schaut Roman Schwedt mit gemischten Gefühlen auf das große und internationale Rallye-Wochenende zurück. Überzeugende WP-Zeiten des jungen Saarländern sorgten für viel Aufmerksamkeit, doch eine Falscheinschätzung auf einer rutschigen Weinberg-Etappe bereiteten Schwedts WM-Auftritt ein jähes Ende.

Am vergangenen Wochenende traf sich die internationale Rallyeelite im Saarland zur ADAC Rallye Deutschland. Roman Schwedt gab mit Co-Pilot Henry Wichura seinen Einstand im Rahmen der Weltmeisterschaft und startete gleich vielversprechend in die ersten Wertungsprüfungen. Mit dem Opel Adam R2 zeigte er vor großem Publikum auf dem Stadtrundkurs in Saarbrücken, dass die Herausforderung WM-Lauf durchaus annimmt und platzierte sich als Zweitschnellster R2 und 32. im Gesamtklassement. „Das war ein toller Auftakt und die Atmosphäre in Saarbrücken war unbeschreiblich. Ich freue mich sehr, dass ich hier - quasi vor meiner Haustür - die Möglichkeit habe, dabei zu sein“, so Schwedt und Co-Pilot Henry Wichura ergänzt: „Wir haben jetzt im Rundkurs schon gemerkt, dass wir ziemlich nah an die vor uns gestarteten Fahrzeuge herankommen und hoffen, dass wir morgen in den Weinbergen nicht auflaufen und zeitaufwändige Überholmanöver starten müssen.“

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Dieses kleine Problem hatte sich am Freitag bereits durch die Organisation gelöst, denn  das DSK Junior Rallye Team bekam einen zusätzlichen Zeitpuffer auf die Starter vor ihm zugeteilt. In den Weinbergen verbremste sich Schwedt an einer Spitzkehre, was auf den selektiven Wertungsprüfungen entlang der Mosel schnell passiert, bleib aber dennoch in den Top 5 seiner Klasse. „Ich kann jetzt verstehen, warum die Rallye Deutschland bei den Rallyepiloten so beliebt ist:  Das sind einzigartige Wertungsprüfungen, die man einfach nur genießen kann“, zeigte sich Schwedt trotz des kleinen Fehlers begeistert.

Weniger begeistert war er dann als es wieder in den Rundkurs ging und er aufgrund eines Unfalls und seines zusätzlichen Zeitpuffers eine knappe Viertelstunde am Start warten musste. „Das Warten war nicht das eigentliche Problem, aber in der Zeit setzte Starkregen ein. Das war dann kein großes Vergnügen mehr, auch wenn ich schon in Kartzeiten gerne im Regen gefahren bin. Aber die Zeit war natürlich zum Vergessen, denn ein Großteil der Konkurrenten startete noch im Trockenen“, fasste Schwedt zusammen.

Nach dem Rundkurs fuhr das Team in den Service-Park am Bostalsee, wo das Fahrzeug auf das Regen Set-Up umgebaut wurde. Für Schwedt allerdings eine neues Fahrgefühl, weil er bis dahin noch keine Regenrallye gefahren war. Auf den Wertungsprüfungen zeigte sich ebenfalls, dass jetzt andere Bedingungen herrschten. Durch die vielen allradgetriebenen Fahrzeuge, die vor ihm starteten, waren die WPs absolut schmierig – und das merkte auch Schwedt: In einer Kurve kam er auf den schmierigen Untergrund und konnte einen Ausritt in die Weinberge inklusive einer Zeitlupen-Rolle des Opel Adam R2 nicht mehr verhindern. „Wir hatten das Glück, immer gutes Wetter bei den bisherigen Rallyes zu haben und so konnte ich die Bremse im Regen Set-Up nicht einschätzen. In dieser Kurve hat es beim Runterschalten dann nicht gepasst. Ich habe noch versucht, zumindest die Rolle in den Weinberg  zu verhindern, aber dafür war es leider zu spät“, so Schwedt enttäuscht.

Die Enttäuschung wurde noch größer, nachdem auch der geplante Re-Start am nächsten Tag nicht mehr möglich war. „Wir haben alles versucht, aber neben dem Überschlag hat auch die Bergung unserem R2 arg zugesetzt. Das ist sehr schade, denn auf die noch ausstehenden Strecken im Saarland hatte ich mich natürlich auch gefreut“, erklärte der 18-Jährige.

Nach dem WM-Lauf fokussiert sich Schwedt nun wieder auf die Deutsche Rallye Meisterschaft, in der noch zwei Rallyes zu fahren sind. Aus seinem Unfall beim WM-Lauf hat er eine wichtige Lehre bereits gezogen: Er weiß, dass er noch mehr WP-Kilometer sammeln muss!

Die nächsten WP-Kilometer absolviert er bei der ADAC Rallye Niedersachsen, die Anfang September rund um Osterode im Harzvorland stattfindet.