Donnerstag, 23. November 2017
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Rallye WM
01.05.2017

Hyundai Motorsport feiert in Argentinien zweiten WM-Sieg in Folge

In einem der spannendsten Finals in der Geschichte der FIA Rallye Weltmeisterschaft (WRC) feierte Hyundai Motorsport bei der Rallye Argentinien in Person von Thierry Neuville und Nicolas Gilsoul einen viel umjubelten Sieg. Der Erfolg in Südamerika markierte sowohl den zweiten Sieg in Folge als auch den fünften insgesamt von Hyundai Motorsport in der WRC.
 
Die beiden anderen Paarungen in einem i20 Coupe WRC schlossen die Rallye zwar auch innerhalb der Top Acht ab, hatten aber mit Problemen zu kämpfen. Die Sechstplatzierten Hayden Paddon und John Kennard klagten über weite Strecken über Probleme mit der Servolenkung. Dani Sordo und Marc Martí belegten trotz eines Reifenschadens in der abschließenden Power Stage noch den achten Rang.
  
Nachdem sich Neuville/Gilsoul schon am Freitag einen Rückstand von fast einer Minute auf die führende Crew eingehandelt hatten, begann das belgische Duo am Samstag eine beeindruckende Aufholjagd. Vor dem Schlusstag betrug der Rückstand nur noch 11,5 Sekunden. Dank einer imposanten Bestzeit auf der 17. und vorletzten Wertungsprüfung kam es auf der abschließenden Power Stage zum Showdown: Der führende Elfyn Evans hatte nur noch 0,6 Sekunden Vorsprung auf Neuville. Schlussendlich nahm Neuville seinem Kontrahenten noch einmal 1,3 Sekunden ab, um mit gerade einmal 0,7 Sekunden Vorsprung zu triumphieren – der drittgeringste Abstand nach der Rallye Jordanien 2011 (0,2 Sekunden) und der Rallye Neuseeland 2007 (0,3 Sekunden).
 
Mit seinem Sieg auf der Power Stage sowie dem Gesamtsieg heimste Neuville die Maximalpunktzahl von 30 Zählern ein und machte damit den Dreikampf an der Spitze der Fahrerwertung wieder extrem spannend.
  
Neuville und Gilsoul fuhren bei fünf Wertungsprüfungen Bestzeit. Der Sieg in Argentinien ist ihr vierter WRC-Erfolg im Team von Hyundai Motorsport. Noch nie gewann die Paarung zwei WRC-Rallyes in einer Saison.
 
Thierry Neuville: „Ich kann es nicht glauben. Ich habe in meiner Rallye-Karriere noch nie so nervenaufreibende Minuten wie hier in Argentinien erlebt. Ich möchte mich in erster Linie bei allen Teammitgliedern bedanken. Ich habe in der finalen Power Stage wirklich noch einmal alles gegeben. Nach dem nicht optimalen Start in die Veranstaltung wäre ich auch mit einem zweiten Platz zufrieden gewesen. Nun aber schon wieder gewonnen zu haben ist ein tolles Gefühl. Mit diesem Erfolg haben wir sowohl in der Fahrer- als auch in der Herstellerwertung einen großen Sprung gemacht.“
  
Vor zwölf Monaten hatten Paddon und Kennard die Rallye Argentinien noch in überragender Manier gewonnen. 2017 waren sie an gleicher Stelle nicht vom Glück verfolgt. Zwei schnellste Zeiten bei Wertungsprüfungen am Freitag waren seine Highlights bei dieser Rallye.
 
Hayden Paddon: „Die Geschichte hätte dieses Jahr nicht gegenteiliger verlaufen können als das, was wir 2016 hier erlebt haben. Nach unserem Überschlag am ersten Tag haben wir versucht, unseren Rhythmus in den nächsten Wertungsprüfungen zu finden. Im Gesamtklassement war im Prinzip nicht mehr viel auszurichten. Am Morgen des letzten Tages fühlte sich das Auto nicht gut an. Im Endeffekt stellte sich das Problem als eine defekte Servolenkung heraus. Wir haben es zum Glück noch ins Ziel geschafft, aber Platz sechs ist nicht das, was wir uns vorstellen.“
  
Für Sordo und Martí verlief die Rallye Argentinien bereits am ersten Tag nicht optimal, denn auf der dritten Wertungsprüfung brach in ihrem Fahrzeug eine Spurstange, die sie mitten auf der Strecke reparieren mussten und ihnen einen Rückstand von elf Minuten einbrachte. Die spanische Paarung machte noch einige Positionen gut und belegte schlussendlich Rang acht. 
 
Dani Sordo: „Das war ein wirklich fürchterliches Wochenende. Bevor die Rallye richtig begonnen hatte, war sie für uns schon wieder zu Ende. Wenn man zu einem so frühen Zeitpunkt schon so viel Zeit verliert, ist das nicht mehr aufzuholen. Wir haben uns nur noch darauf konzentriert, das Auto heil durchzubekommen. In der finalen Prüfung erlitten wir dann noch einen Reifenschaden, was symptomatisch für uns war. Es fühlt sich so schlecht an, weil ich weiß, dass das Auto normalerweise viel besser ist. Ich möchte diese Rallye schnell vergessen und wieder nach vorn schauen.“
  
Hyundai Motorsport ist stolz darauf, Teil eines historischen WRC-Finals gewesen zu sein. Mit diesem Resultat hat das Team seine Position in der Herstellerwertung gestärkt. 
 
Teamchef Michel Nandan: „Was für ein unglaubliches Finale bei einer unglaublichen Rallye. Unsere Glückwünsche gehen an Thierry und Nicolas für einen Sieg, den wir so schnell nicht mehr vergessen werden. Ebenso zolle ich meinen Respekt Elfyn und M-Sport, die uns einen tollen Fight geliefert haben. Nach 360 Kilometern mit nur 0,7 Sekunden Vorsprung zu gewinnen ist außergewöhnlich. Argentinien ist immer wieder ein anspruchsvolles Pflaster. Wir wussten, dass es sehr hart für alle Teilnehmer werden würde. Wenn man alle drei Fahrzeuge betrachtet, hatten wir natürlich auch mit einigen Problemen zu kämpfen. Aber manchmal muss man sich eben einfach durchkämpfen. Die letzte Prüfung war für Hayden und Dani natürlich ein einziges Drama. Wir haben bei diesem Event einiges gelernt, was uns dabei hilft, unsere Hyundai i20 Coupe WRC weiter zu verbessern.“