Freitag, 24. November 2017
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ROTAX Grand Finals
11.11.2017

Zweimal Top-Fünf für Deutschland bei den ROTAX Grand Finals

In Portimao (PT) kam es heute zum großen Showdown: Die Finalrennen der 18. ROTAX MAX Grand Finals 2017 standen auf der Agenda. 216 der ursprünglich 360 Teilnehmer hatten sich über ein mehrtägiges Ausscheidungsverfahren einen der 36 Finalstartplätze in den sechs Klassen sichern können. Auch sieben der acht deutschen Pioniere gelang der Sprung in die letzte Runde, wo sie erneut eine beachtliche Leistung abriefen.
 
Der deutsche Micro-Vertreter Moritz Schmeiss (Beule-Kart Racing Team) zeigte sich im Finale von seiner besten Seite. Er lag über die gesamte Renndistanz mitten in einer Kampfgruppe, die die Positionen am laufenden Band wechselten. Am Ende wurde der Youngster mit dem zwölften Platz belohnt.
 
Linus Hensen (Kartschmie.de) hatte im Prefinale der Minis kein Glück. Schon in der ersten Bremskurve geriet der RMC-Champion in eine Rangelei und verlor zahlreiche Positionen. Nachdem er sich im weiteren Rennverlauf mühsam vorarbeiten konnte, wurde er kurz vor Schluss Opfer einer weiteren Kollision und musste sein havariertes Kart an der Box abstellen.
 
Bei den Senioren ging Tamino Bergmeier (JJ Racing) von Rang 20 ins Finale. Das 36-köpfige Feld lag fast über gesamte Renndistanz eng zusammen. Wie auf einer Perlenschnur gezogen, spulten die Piloten ihr Rennen ab und Platzgewinne waren bei der extremen Leistungsdichte äußerst schwierig. Das musste auch Bergmeier am eigenen Leib erfahren. Dennoch gelang ihm dank einer beherzten Fahrt noch der Sprung auf Platz 16.
 
In Topform präsentierte sich Tommy Helfinger (Praga Official Racing Team Germany) im DD2 Masters. Er brachte den hervorragenden fünften Platz ins Ziel, den er besonders im Endspurt des Rennens hart verteidigen musste. Nachdem ein vor ihm platzierter Pilot im Nachhinein noch eine Zeitstrafe kassierte, erbte Helfinger sogar Rang vier und egalisierte damit das beste jemals erzielte deutsche Grand-Final-Ergebnis von Andreas Matis im Jahr 2006.
 
Auch Patrick Weinstock (VPDR) zeigte im Masters-Finale eine gute Leistung ab. Von Platz 23 ins Rennen gegangen, kämpfte er sich sukzessive nach vorn und holte mit P16 das bestmögliche aus seiner Ausgangslage.
 
Ein Auf und Ab erlebte das deutsche Team in der DD2-Klasse. Martin Mortensen (RS Competition) erwischte es schon zu Rennbeginn. Wie schon im Prefinale beschädigte sich der amtierende RMC-Champion nach einem Rempler den Heckspoiler und musste das Rennen unfreiwillig in der Box beenden. Dafür holte Max Fleischmann (VPDR) die Kohlen aus dem Feuer. Er fuhr über weite Strecken ein einsames Rennen auf Platz fünf und blies in den letzte Runden zum Angriff auf die Spitzengruppe. Leider ging die taktische Schlussattacke nicht auf und es blieb letztlich bei Rang fünf, womit Fleischmann trotzdem ein fantastisches Ergebnis erzielen konnte. 
 
Die Weltmeistertitel gingen bei den Micros an Louis Iglesias aus Frankreich und bei den Minis gewann mit Marcus Amand ebenfalls ein Franzose. Bei den Junioren setzte sich der Niederländer Tijmen Van Der Helm durch, während Brett Ward aus Großbritannien bei den Senioren triumphierte und dem deutschen 3G-Racing-Team ein sensationelles Ergebnis bescherte. In den Schaltkartklassen räumten die Australier ab: Den WM-Titel der DD2 holte sich Cody Gillis und im DD2-Masters durfte sein Landsmann Troy Woolston (beide Int. Karting Distributors) über den Gesamtsieg jubeln. Im Nations Cups setzten sich ebenfalls die Aussies gegen fast 60 Länder durch. Das deutsche Team konnte sich mit Position sechs über eine sehr gute Mannschaftsleitung freuen.