Dienstag, 22. August 2017
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
KTM X-BOW Battle
24.07.2017

Heiße Rennen am Slovakiaring: Siege für Baumgartner und Faas

Nach den besonders heißen Rennen in Misano stand der Slovakiaring südöstlich von Bratislava den hochsommerlichen Temperaturen in Italien um nichts nach: 35 Grad, strahlender Sonnenschein, kaum Wind – da waren die über 50 Pilotinnen und Piloten schon am Donnerstag-Track-Day froh, wenn sie in einem offenen KTM X-BOW Platz nehmen durften, wo der Fahrtwind für etwas Kühlung sorgte.

Neben der Hitze war aber auch die Planung der X-BOW BATTLE 2018 Gesprächsthema, Serien-Organisator Georg Silbermayr gab einen Ausblick auf das kommende Jahr: „Der eingeschlagene Weg mit je zwei Rennen für die drei verschiedenen Klassen und einem gemeinsamen ,Endurance‘-Rennen hat sich bewährt, auch das Konzept mit dem Track-Day am Donnerstag vor den Renntagen wurde begeistert angenommen. Dementsprechend werden wir am Format nichts ändern, lediglich der Kalender wird überarbeitet. Im Moment planen wir unseren Saison-Auftakt in Barcelona, danach geht es an den Red Bull Ring. Der Slovakiaring folgt als dritte Station etwas früher, ehe wir ein zweites Mal nach Österreich kommen und am Salzburgring fahren werden. Das fünfte Rennwochenende folgt dann am Pannoniaring, ehe wir im Herbst entweder in Misano oder in Rijeka das große Saison-Finale bestreiten!“


Erstes Rennen „Elite“

Natürlich waren es auch am Slovakiaring die beiden großen Dominatoren der bisherigen „Elite“ Rennen, der Steirer Holger Baumgartner und der Deutsche Steffen Faas, die den Rennen ihren Stempel aufdrücken konnten. Baumgartner hatte für Lauf 1 die Pole-Position geholt, doch Faas überrumpelte ihn mit einer beinharten Aktion bereits in der ersten Kurve, die der Steirer in dieser Form offenbar nicht erwartet hatte. Danach war Faas sehr schnell enteilt, zudem wurde am KTM X-BOW von Baumgartner Leistungsverlust spürbar.

Anzeige
An den ersten beiden Positionen gab es dennoch nichts zur rütteln, während um den letzten Podestplatz eifrig gekämpft wurde. Schließlich war es „BOB BAU“, der seinen österreichischen Landsmann Georg Silbermayr niederringen konnte und den letzten Platz auf dem Podium besetzen durfte. „Heimkehrer“ Artur Chwist fuhr wie erwartet stark und war lange in diesen Kampf involviert, verlor aber nach zwei Fehlern etwas an Boden. So wurde es für ihn der fünfte Platz, vor dem an diesem Wochenende bestens aufgelegten Deutschen Uwe Schmidt. Riesen Ärger dagegen bei Christian Loimayr: Der Österreicher schmiss eine Top-Platzierung in der allerletzten Runde ins Kiesbett der letzten Kurve.


Zweites Rennen „Elite“

Neues Rennen, neues Glück – Holger Baumgartner ging auch in Lauf zwei von der Pole ins Rennen und agierte dieses Mal vom ersten Meter an sehr aggressiv. Den neuerlichen Angriff von Faas konnte er abwehren, er setzte sich danach auch sofort um einige Wagenlängen ab. Als Steffen Faas aufgrund eines Technik-Defekts plötzlich langsam in die Box gerollt kam wurde klar, dass der zweite Saisonsieg für Baumgartner in Griffweite lag. Diesen ließ er sich auch nicht mehr nehmen, in einem einsamen Rennen fuhr er nicht nur den Sieg, sondern auch die Meisterschaftsführung ein – in der „Elite“ bleibt es bei nur sechs Punkten Unterschied zwischen Baumgartner und Faas also äußerst spannend.

„Spannung“ war indes ein Hilfsausdruck für das, was sich hinter dem souveränen Sieger abspielte: Uwe Schmidt, Jan Krabec, „BOB BAU“ und Georg Silbermayr waren in einen rundenlangen, wilden Mehrkampf verwickelt, aus dem am Ende Schmidt und Krabec als Zweit- und Drittplatzierter hervorgingen. Die beiden zeigten sich im harten Infight extrem fair – trotz zahlreicher Gelegenheiten, den jeweils anderen von der Strecke zu schicken, ließ man sich immer den nötigen Platz. Artur Chwist blieb das Pech hingegen treu, sein Rennen endete nach wenigen Runden im Kies.


Erstes Rennen „Rookies Challenge“

Gegen den schnellen Schweizer David Freiburghaus war das versammelte Feld der „Rookies Challenge“ auch am Slovakiaring chancenlos. Im ersten Lauf konnte Jörg Haghofer (AT) zwar während der ersten Runden mithalten, eine wirkliche Chance, Freiburghaus zu überholen, bekam jedoch auch er nicht. So endete das Rennen mit einem neuerlichen Sieg von Freiburghaus, einem Zweitplatzierten Jörg Haghofer und einem verdutzten Dennis Viehof, der sich beim Sprung aufs Podium die Frage stellte, wie das passieren konnte. Die Erklärung war recht einfach: Sowohl Jean-Paul Erasmy (LUX) als auch Christoph Nimmerrichter (AT) vergaben ihre Chancen durch Dreher – und die Leistung des „spätberufenen“ Viehof war schlicht und ergreifend ausgezeichnet. Dahinter jubelte Felix von der Laden (DE) über seine bislang beste Platzierung als Vierter, Michael Cisar (AT) wurde Fünfter und Nimmerrichter nach seinem Dreher immerhin noch Sechster.


Zweites Rennen „Rookies Challenge“

Hinter David Freiburghaus sollte es im zweiten Rennen des Wochenendes hoch hergehen – der Favorit auf den Titelgewinn ließ sich davon in keinster Weise beirren und feierte einen souveränen Start-/Ziel-Sieg, in der Gesamtwertung hat er mittlerweile 53 Zähler Vorsprung. Dahinter gab’s in einem – vielleicht ob der hohen Außentemperaturen – hitzigen Rennen gleich mehrere Kollisionen, unter anderem gerieten Christoph Nimmerrichter (AT) und Felix von der Laden (DE) ebenso aneinander wie die beiden Österreicher Michael Cisar und Jörg Haghofer.

Somit schaffte Dennis Viehof ein weiteres Mal den Sprung auf das Podium, wobei er im zweiten Lauf erneut schneller war und wohl auch ohne die Unfälle seiner Kollegen unter den ersten Drei gelandet wäre. Jörg Haghofer konnte seinen leicht beschädigten KTM X-BOW gerade noch auf den dritten Rang „retten“ und bleibt somit der einzige Verfolger von Freiburghaus. Die Ränge vier bis sechs gingen an Andreas Fink (AT), Jean-Paul Erasmy und den Steirer Kevin Raith.


Erstes Rennen „GT4“

Dramatik pur gab es am Slovakiaring rund um die neueste Rennkategorie der X-BOW BATTLE, die „GT4“. Zum einen musste der bis dato Gesamtführende Achim Mörtl (AT) sein Antreten nach dem Track-Day am Donnerstag absagen – eine Verletzung, die er an selber Stelle bei einem dramatischen Unfall eine Woche zuvor erlitten hatte, verhinderte seine Teilnahme. Eine perfekte Gelegenheit für die Verfolger, Boden (Punkte) gut zu machen. Im ersten Rennen gelang das auch allen im Titelkampf involvierten Piloten: Während Eike Angermayr (AT), motiviert durch seinen GT4 European Series Sieg in der Vorwoche, einen souveränen Start-/Ziel-Sieg einfuhr, belegten Sascha Halek (AT) und Sebastian Daum (AT) die Plätze zwei und drei.

Für Halek endete das Rennen zwar mit vielen Punkten, gleichzeitig aber dennoch mit einem riesen Drama: Aufgrund eines Defekts begann sein KTM X-BOW GT4 zu brennen und obwohl sich die Sicherheitsstaffel des Slovakiarings beeilte, war das Auto zu sehr beschädigt, um es für einen Einsatz im zweiten Lauf reparieren zu können. Die weiteren Plätze belegten Adam Galas, Sergej Pavlovec und Gerald Auböck, der in seiner Debüt-Saison immer besser in Fahrt kommt.


Zweites Rennen „GT4“

Vor dem zweiten Rennlauf erwischte es dann auch noch Haleks Teamkollegen Sebastian Daum: Aufgrund eines Zwischenfalls im „Endurance“ Rennen konnte der Youngster – wie Halek – gar nicht zum Rennen antreten und vergab somit ebenfalls die Möglichkeit, weitere Punkte auf Mörtl gut machen zu können. Volle Punkte gab’s hingegen für den ungefährdeten Sieger Reini Kofler, den Zweitplatzierten Eyke Angermayr und auch der Dritte im Bunde, der Deutsche Steffen Faas, brachte sich mit seinem Podium-Finish wieder in den Titelkampf. Adam Galas bestätigte seine Top-Form mit dem erneuten vierten Platz, Klaus Angerhofer fuhr auf Rang fünf und Gerald Auböck wurde wie schon in Lauf 1 starker Sechster.

In der Gesamtwertung sind nun die sechs bestplatzierten Piloten durch gerade einmal 16 Zähler getrennt, Reini Kofler (100 Punkte) führt vor dem unglücklichen Mörtl (94), Halek (91), Angermayr (90), Faas (86) und Daum (84) – die letzten vier Saisonrennen dürften somit an Spannung kaum zu überbieten sein.


Rennen „Endurance“

Im einstündigen Langstreckenrennen gab es dieses Mal klare Sieger: In der „GT4“ ließen Klaus Angerhofer/Reini Kofler nichts anbrennen und gewannen mit großem Vorsprung vor Sergej Pavlovec/Jaroslav Janis, während Eike Angermayr der Hitze trotzte und ganz alleine auf Rang drei fuhr. In der „Elite“ Wertung waren es Ernst Kirchmayr und „BOB BAU“, die sich überlegen vor Uwe Schmidt/Michael Mitulla und Georg Silbermayr/Alois Meir durchsetzen konnten. In der Gesamtwertung ist da wir dort alles offen, im Moment führen die Duos Paulavets/Janis („GT4“) und Silbermayr/Meir („Elite“).