Freitag, 15. Dezember 2017
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GTC
11.10.2017

Finale Furioso beim GTC 12h Rennen

Es ging um die Meisterschaftsentscheidungen beim GTC-Finale in Wittgenborn. Fast schon traditionell kämpften die 40 Teams auch dieses Jahr mit ständig wechselnden Wetterbedingungen bei unangenehmen kühlen Temperaturen. Mehrmalige Reifenwechsel, viele Ausrutscher und zahlreiche Pace-Kart-Phasen sorgten für ein abwechslungsreiches Finale, bei dem keiner der Beteiligten zur Ruhe kam.
 
Gerade die Meisterschaftsaspiranten agierten hoch nervös, schließlich gab es genügend Chancen, das Rennen wegzuschmeißen. Im Prinzip musste Honda Spirit sich zwei Plätze vor den zehn Geboten platzieren, um den GTC-Titel zu verteidigen. ATW Racing, als Dritter, hatte nur theoretische Chancen, doch auch diese wollte man nutzen.
 
Das nasse Qualifying sah die Zehn Gebote vor Honda Spirit in der ersten Startreihe. Dies steigerte die Spannung noch einmal. Shark Endurance und NFO MS by Ghost Busters teilten sich die zweite Reihe.
 
Das Rennen starteten dann alle auf Slicks, abseits der Ideallinie war es aber noch feucht. Hochspannung bei allen Beteiligten und dann ging die Post ab. Prinzipiell konnten alle GTC-Top-Teams um den Sieg mitfighten, auch die auf P28 gestarteten Jungs von DG Racing by Messebau. Nach und nach und einige Regenschauer später verabschiedeten sich so manche Sieganwärter. Sei es durch Zeitstrafen, wie die Schnitzelalm oder die #34 vom MSC Oberflockenbach, oder durch technische Probleme wie Shark (Sitzstreben gebrochen) die Scuderia Nove Rosso und die #111 der Schnitzelalm (beide Hinterachse verbogen) oder Cool Runnings mit einem kapitalen Motorschaden. Das war es aber schon an Ungemach in der Top-Klasse. Alle anderen GTC-Top-Teams kämpften munter mit um den Sieg.
 
Als es komplett trocken wurde gaste ATW Racing richtig an und verblüfte mit Rundenzeiten die teilweise über eine halbe Sekunde schneller waren als das restliche Feld. Mit einer geschickt genutzten Pace-Kart-Phase blickte man bei Halbzeit auf eine Runde Vorsprung vor den restlichen 39 Teams. Zwar konnten die anderen Top-Teams den Speed mittlerweile mitgehen, aber der Grundstein für den Laufsieg schien bei ATW gelegt worden zu sein. In der virtuellen Blitztabelle wechselte fast stündlich der Meister. Nach drei Stunden hatte Honda Spirit auf P3 eine Runde Vorsprung auf die Zehn Gebote die nur auf P13 kreisten. Boxenstopp bereinigt aber schob sich das Feld – bis auf die enteilten ATWler – immer wieder dicht zusammen. Eine Stunde vor der planmäßigen Unterbrechung nach sieben Stunden stach ATW zum Nachtanken in die Box. Kein Problem alles lief wie geschmiert. Nur als die #5 gerade wieder auf die Strecke fuhr, musste das Pace-Kart raus, damit ein Kart geborgen werden konnte. Dies nutzten nun die Verfolger um ihren Tankstopp unter Full-Course-Yellow zu machen. Futsch war die Runde Vorsprung und es gab wieder sechs Sieganwärter in der Reihenfolge ATW vor Honda Spirit, H&R Pergande, Die Zehn Gebote, DG Racing by Messebau und Oberheiden Motorsport.
 
In der Blitztabelle übernachtete Honda Spirit mit einem Punkt Vorsprung vor den Zehn Geboten auf P1. Dies versprach einen Ultra spannenden zweiten Teil über fünf Rennstunden am Sonntag.
 
Aus dem Parc Fermé heraus schoben alle mit Regenreifen in die noch nasse Startaufstellung. Drei Stunden später waren aber wieder alle auf Slicks und machten Jagd auf DG Racing by Messebau, die in dieser Regenphase die Spitze übernommen hatten. Ein seltenes Bild gab es bei den Boxenstopps. Hier segelten fast alle auf der gleichen Taktik. Man belauerte sich, tankte fast zur gleichen Zeit und auch die Fahrerwechsel der Top-10 fanden innerhalb von wenigen Runden statt. Man wähnte sich in der Formel 1, wo ja mit Cuts und Undercuts gearbeitet wird.
 
So auch bei den letzten Stopps eine Stunde vor Schluss. Es fing leicht an zu tröpfeln und auch der Blick in den Himmel versprach eigentlich nichts Gutes. Trotzdem fuhren die ersten Teams wie Honda Spirit, ATW, Oberheiden und Zehn Geboten wieder mit Slicks auf die Strecke. H&R Pergande pokerte und setzte auf Regenreifen. Der leichte Regen hörte kurz auf, um wenige Minuten später dann in einem kurzen aber heftigen Regenschauer überzugehen. Nun schlug die Stunde von H&R Pergande Racing, die mächtig Boden auf DG Racing – ebenfalls auf Regenreifen – gutmachten. Alle anderen warteten die nächste Pace-Kart-Phase ab, um auf „Wets“ zu wechseln, verloren dadurch trotzdem einiges an Zeit.
 
15 Minuten vor dem Ende dann ein Blitzsauberes Überholmanöver von H&R und alles sah nun nach dem ersten Gesamtsieg für H&R Pergande Racing aus. Nur 10 Minuten später blieb die H&R beim Überrunden an Shark Endurance Racing hängen, segelte im Paar-Flug von der Strecke und musste sich wieder hinter DG Racing einordnen. H&R kam zwar noch einmal in Schlagdistanz musste sich nun aber geschlagen geben. Nach mehr als zwei Jahren fuhr die #65 von DG Racing wieder einen GTC-Gesamtsieg heraus und das vom 28. Startplatz aus. Chapeau! Für H&R Racing kam es dann noch schlimmer. Im letzten Turn überschritt man die maximale Fahrtzeit um 49 Sekunden und wurde nun mit einer Runde Abzug bestraft. So kam ATW Racing auf P2 ins Ziel, 18 Sekunden vor Honda Spirit. Dieser P3 reichte dem Meister des Jahres 2016 aber nicht. 20 Sekunden zurück kamen die Zehn Gebote auf Rang 4 und hatten damit die Meisterschaft im Sack. H&R Pergande wurde letztendlich auf P5 gewertet vor Oberheiden Motorsport und dem besten Trophy-Team von NFO Ghost Busters. P8 ging an die #34 vom MSC Oberflockenbach vor der #11 von Schnitzelalm Racing. Die Top-Ten komplettierte dann das zweitbeste Trophy-Team, Curto Racing. Dieser zweite Klassenrang reichte aber Curto Racing, um sich mit sechs Punkten Vorsprung auf NFO Ghost Busters den ADAC-Trophy-Titel zu sichern.
 
Im BEBA Cup, reserviert für Gentlemen und Newcomer Teams, machte Talentfrei Racing/Plettenberg das Unmögliche möglich. Die Plettenberger gewannen ihre Klasse auf dem 13. Gesamtrang und hatten das Glück, dass die schier uneinholbaren Jungs vom MSC Oberflockenbach ein Wochenende zum Vergessen hatten. Die #32 wurde letzter in ihrer Klasse und gaben so den sicher geglaubten Titel noch im letzten Rennen an Talentfrei Racing ab.