Mittwoch, 28. Juni 2017
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Blancpain
05.04.2017

Dominik Baumann nach Blancpain-Auftakt im Interview

Die Winterpause ist endlich vorbei. In Misano heulten vergangenes Wochenende die Motoren der rund 550 PS starken GT3-Boliden zum Saisonstart des Blancpain GT Series Spint Cup auf. Unter den knapp 30 Supersportwagen auch der Mercedes-AMG GT3 von Dominik Baumann, der vergangenes Jahr gemeinsam mit seinem damaligen Teamkollegen Maximilian Buhk die Gesamtwertung der Blancpain GT Series für sich entschied. 

Alle Augen waren auf die amtierenden Meister gerichtet. Im Hauptrennen zeigte der Österreicher, dass er sich den Winter über ideal auf das Ziel Titelverteidigung vorbereitet hatte. Nach Pech im Qualifikationsrennen fuhr Baumanns Teamkollege Jimmy Eriksson den ersten Stint und legte eine beeindruckende Aufholjagd hin. Der GT3-Neuling verbesserte sich bis zum Boxenstopp um 13 Plätze. Baumann übernahm und sicherte mit einer tadellosen Leistung das erste Podium der Saison.

Dominik, Glückwunsch zum ersten Podest am ersten Rennwochenende. Ein starker Einstand in die neue Saison ...
Dominik Baumann: „Vielen Dank. Ich bin unglaublich happy über das Podium. Und ich muss ehrlich sagen, dass sich dieser dritte Platz fast schon anfühlt wie ein Sieg. Mein Teamkollege hat mir nach einer halben Stunde das Auto auf dem siebten Platz übergeben. Ich habe dann nach dem Boxenstopp vier weitere Plätze gutgemacht. So richtig realisiert habe ich es zunächst nicht, bis mir das Team die aktuelle Position per Funk bestätigte.“

Wäre sogar noch mehr möglich gewesen?
Dominik Baumann: „Ich lag hinter einem Bentley und habe ordentlich Druck gemacht. Auf den Geraden war er aber immer das entscheidende Stück weg von mir, um mich an ihn heransaugen und ihn ausbremsen zu können. Dadurch haben meine Reifen und Bremsen mit der Zeit etwas nachgelassen. Ich habe auch versucht, ihn in einen Fehler zu treiben, das hat leider nicht geklappt. Es wäre schon mehr möglich gewesen, aber ich wollte kein unnötiges Risiko eingehen und den sicheren Podestplatz gefährden.“

Wie ging es dir in der Box, während dein Teamkollege den ersten Stint gefahren ist?
Dominik Baumann: „Ich war schon zuversichtlich, dass Jimmy alles richtig macht und sich aus dem ganzen Schlamassel in der Startphase heraushält. Nervös war ich trotzdem. Sein Stint war unheimlich stark, er hat ein Auto nach dem anderen überholt und die Performance vom Qualifying bestätigt. Von Platz 20 auf die siebte Position vorzufahren, ist schon eine respektable Leistung.“

Das Qualifying war unglaublich eng. Auf die Pole Position hat euch eine Zehntelsekunde gefehlt ...
Dominik Baumann: „So ein knappes Qualifying habe ich selten zuvor erlebt. Die ersten acht Fahrer lagen innerhalb von 0,2 Sekunden. Das zeigt, wie eng das Fahrerfeld ist. Die Pole Position habe ich ganz knapp verpasst. Auf unser Schwesterauto fehlten uns gerade einmal 0,025 Sekunden. Von der Pace her waren wir also voll dabei.“

Im Qualifyingrennen kam es zu einer Berührung, die euch weit zurückgeworfen hat. Was genau ist passiert?
Dominik Baumann: „Das Safety Car war früh auf die Strecke gekommen, nachdem es bereits in der Startphase einen Unfall gegeben hatte. Als das Rennen wieder freigegeben wurde, hatte ich Schwierigkeiten, meine Reifen auf Temperatur zu bekommen. Dadurch kam der Mercedes hinter mir sehr nahe heran. Ich habe ihm im Zweikampf genug Platz gelassen und er setzte sich in einer Kurve neben mich. Im Kurvenausgang hat er mich hinten berührt und ich konnte einen Dreher nicht vermeiden. Dadurch fiel ich zurück auf den 20. Platz.“

Dabei begann das Rennen mit einem blitzsauberen Start ...
Dominik Baumann: „Ja, der Start gelang mir sehr gut und ich bin gleich auf den dritten Platz nach vorn gekommen. Umso bitterer der Zwischenfall nach der Safety-Car-Phase. Jimmy ist dann noch einen guten zweiten Stint gefahren. Wenn man bedenkt, dass das sein erstes Rennen in einem GT3-Auto war, war das eine klasse Leistung. Mit allen Zwischenfällen der Konkurrenz wären wir am Ende wohl auf Platz acht oder neun ins Ziel gekommen. Unglücklicherweise zwang uns ein Reifenschaden am Ende noch an die Box und wir verloren eine Menge Boden. Das alles schmälert letztendlich die Freude über den Ausgang des Hauptrennens aber keinesfalls.“