Freitag, 27. November 2020
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Rallye Allgemein
19.01.2016

Der Col de Turini ist das Ziel

Der insgeheime Traum vieler Rallyefahrer ist die Teilnahme an der Rallye Monte Carlo, kurz auch „Monte“ genannt. Der Klassiker in den französischen Seealpen oberhalb von Monaco gilt auch als Königin aller Rallyes und bildet alljährlich den Auftakt zur Rallye- Weltmeisterschaft.

Diesen Traum erfüllen sich vom 21. bis 24. Januar nun Reiner Hahn und Stefan Schork aus Lich und Grünberg- Queckborn vom MSC Horlofftal im Mitsubishi Lancer Evo 9. „Der Wunsch, ein Mal die Monte zu fahren, entstand im Sommer letzten Jahres. Zumal auch die Homologation für unseren Mitsubishi auf WM- Ebene erst Ende 2016 abläuft“, erklärte Schork gegenüber dem Anzeiger und Hahn ergänzt. „Ohne Sponsoren und unsere ehrenamtlichen Helfer wäre so etwas nicht zu stemmen“.

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Erst vor einigen Jahren stieg der heute 53- Jährige Licher in den Rallyesport ein und konnte sich im Laufe der Zeit konstant mit seinem routinierten Beifahrer Stefan Schork in den Gesamtwertungen vorkämpfen. Bei der ADAC Hessen Rallye Vogelsberg, als Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft, gelang ihnen in den letzten Jahren immer ein Platz unter den Topten. Beim deutschen WM- Lauf rund um Trier gelang ihnen 2014 der 24. Platz.

Die Monte ist hingegen die ultimative Herausforderung für die beiden Mittelhessen bei ihrem WM- Debüt in Südfrankreich, insbesondere bei der Reifenwahl. Die bisweilen unberechenbaren Wetterverhältnisse auf den Alpenpässen machen die Sache oftmals zu einem Lotteriespiel. So stehen für die 80 Teams, mit Hahn/Schork, Armin Kremer/Pirmin Winklhofer und Maximilian Koch/Lisa Brunthaler (beide Skoda Fabia) auch drei deutsche Vertreter, 16 Wertungsprüfungen über rund 375 Kilometer auf Bestzeit bei einer Gesamtlänge von 1489 Kilometer an vier Tagen an.

Die Monte wäre nicht die Monte, wenn es keine Besonderheit gäbe. Die ist allerdings nicht ganz neu. Bis in die neunziger Jahre wurden nur die besten 100 Teams zur berüchtigten und abschließenden „Nacht der langen Messer“ mit dem ebenfalls legendären Col de Turini zugelassen. Für Elke Maria Löhnerz bedeutete dies 1995 im Mini Cooper das Aus. Die damalige Hungerin belegte vor dem Finale Platz 131.

Diesmal dürfen auf der abschließenden Sonntagsschleife tagsüber mit dem Col de Turini nur die 60 bestplatzierten Fahrzeuge starten. Eine weitere Herausforderung und Mischung aus Tempo und taktieren, nicht nur für Hahn/Schork und deren neun Helfer. Favoriten auf den Gesamtsieg sind die Monte- Sieger von 2014 und 2015 und Rallye- Weltmeister von 2013 bis 2015, Sebastian Ogier/Julien Ingrassia aus Frankreich im VW Polo WRC.