Dienstag, 15. Oktober 2019
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Kartsport Allgemein
16.12.2015

Ole Haugard von One Engines freut sich auf OK-Start

Der dänische Motorenspezialist Ole Haugard gewann mit Logan Sargeant in der abgelaufenen Saison wieder einen Weltmeistertitel nach dem geschichtsträchtigen Double im Jahre 2014, als sich Lando Norris und Enaam Ahmed in der Klasse KF und KF Junior die Kronen aufsetzten. One Engines stellt Top-Teams auf internationalem Niveau bewährte Vortex-Motoren zur Verfügung. Entsprechend erwartungsvoll ist die Haltung von Spezialist Ole Haugard gegenüber den kommenden OK-Motoren ...

Ole Haugard, an welcher Stelle der Historie des Kartsports würden Sie die OK Motoren einordnen?
„Ich durfte die die große Ära der 100ccm Motoren miterleben. Für mich bleiben diese Aggregate bis heute fantastisch, jedoch besaßen sie eine hohe Anfälligkeit aufgrund der überaus hohen Drehzahlen. Ich fühle, dass die OK Motoren mit ihrer Einfachheit denen der ICA- und FA-Aggregate entsprechen und zusätzlich aktuelle Technik aus der Zeit der KF übernehmen. Eine Rückkehr zur Basis war nach den letzen Jahren von höchster Notwendigkeit. Ein Kart benötigt keine Batterie, komplexe Kabelverbindungen oder eine Kupplung, um zu bestehen. Genau das Gegenteil ist der Fall. All dies passt nicht zu einer wahren Rennmaschine.”

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Was bedeutet die technische Vereinfachung für die Praxis?
„OK-Motoren werden einfacher im Gebrauch sein. Für einen Fahrer, sowohl bei Tests als auch im Rennbetrieb, wird es darum gehen, den Vergaser einzustellen und die Kette zu fetten. Ein kleiner Anschub und schnell geht es auf die Strecke. Das ist weit entfernt von all dem notwendigen Aufwand der KF. OK wird einen breiteren Zugang zu den internationalen Kategorien fördern. Für große Teams, die Vorbereitung und das Equipment-Management wird es einen deutliche Vereinfachung bringen. Für die Motorenentwickler werden sich viele Differenzen zur KF offenbaren. Nichtsdestotrotz werden sie sich leicht tun, die Erfahrung aus der Vergangenheit zu übertragen. Die vereinfachte Technik bringt ihre Vorteile mit sich. Die externe Wasserpumpe, die neue Auslasssteuerung und der Einheitsauspuff werden es uns erlauben, den Fokus auf das Herz des Motors zu setzen.“

Wie wird sich die Performance ändern?
„Ich denke, dass die OK Junioren in etwa auf dem Niveau der KF Junioren liegen werden, die zuletzt sehr schnell waren. Allerdings werden die OK-Motoren wahrscheinlich einen deutlichen Sprung nach vorne machen können. Wirft man einen Blick auf die Rundenzeiten, haben bereits die ersten Tests großes Potenzial gezeigt. Die Gewichtsreduzierung bringt einen Schub in Sachen Performance und darüber hinaus mehr Fahrfreude. Ich denke, dass dies hilft, den besten Fahrer zu ermitteln. Ich unterstütze die Abkehr der Hand-Vorderradbremse, die dem Kartsport nicht viel gebracht hat. Ich frage mich aber, ob die konventionelle Hinterradbremse den OK-Karts genügt, die mit harten Reifen an den Start gehen werden. Die höhere maximale Drehzahl wird es ermöglichen, eine kürzere Übersetzung zu wählen, was vor allem im Ausgang der Kurven einen positiven Effekt haben wird und eine Schwäche der KF-Motoren war.”

Blicken Sie zuversichtlich in die Zukunft des Kartsports?
„In diesem Augenblick kann ich diesbezüglich noch keine eindeutige Aussage treffen, da ich warten muss, bis ich die Aggregate erhalte, die ich bestellt habe. Was ich jedoch bis jetzt gesehen habe, erscheint mir sehr positiv. Ich bin höchsterfreut über den Weg, den die CIK-FIA eingeschlagen hat. Die Pause bis zu den ersten Rennen gestaltet sich zwar etwas kurz, jedoch werden wir hart arbeiten und bereit sein. Das Anschieben der Karts wurde hin und wieder kritisiert. Meiner Meinung nach wird dies sehr lehrreich sein und insgesamt werden wir uns über eine Vielzahl von interessanten Rennen freuen dürfen.”