Freitag, 25. September 2020
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24h Le Mans
19.06.2015

Simon Trummers Rückblick auf die 24 Stunden von Le Mans

Simon Trummer spricht von einem „gigantischen Erlebnis“ und bezieht dies sowohl auf die sportliche Herausforderung, als auch auf die Atmosphäre beim legendärsten 24 Stunden-Rennen der Welt. Für Simon Trummer und sein Team, ByKOLLES Racing, war das Erreichen der Zielflagge in der Königsklasse LMP1 ein erster wichtiger Teilerfolg. Im nachfolgenden Interview blickt der 25-jährige Schweizer noch einmal auf sein Debütrennen an der Sarthe zurück.
 
Du hast gerade deine Premiere in Le Mans hinter dir und mit der Zielankunft in der Kategorie LMP1 auch einen schönen Achtungserfolg gefeiert. Wie siehst du dieses Rennen im Rückspiegel? 
 
Simon Trummer: „Wir haben durch ein hartnäckiges Problem im Antriebsbereich, das nicht in der Verantwortung des Teams lag, viel zu viel Zeit in der Box verloren, aber trotzdem unbeirrbar unser Programm durchgezogen. Was für mich zählt: Wir haben uns nicht einen einzigen Fehler geleistet und extrem viel Spirit gezeigt, ohne den wir dieses brutale Rennen nie überstanden hätten.“
 
Vor einer Rekordkulisse von 265.000 Zuschauern zu fahren muss für einen Rennfahrer schon etwas ganz Besonderes sein.
 
Simon Trummer: „Es ist einfach ein gigantisches Erlebnis. Die Atmosphäre mit diesen Massen an Fans, die rings herum im Wald übernachten und diesem Rennen seinen historischen Charakter verleihen. Aber auch das sportliche Erlebnis im Cockpit ist einzigartig. Ich bin in der Nacht von drei bis sechs Uhr einen Stint gefahren und habe erlebt, wie schwierig es ist, unter diesen Bedingungen über einen derart langen Zeitraum die Konzentration zu halten. Dass ich es geschafft habe, fehlerlos zu bleiben und trotzdem auch vom Speed her konkurrenzfähig, ist für mich selbst eine wichtiger Bestätigung.“
 
ByKOLLES Racing hat für den Klassiker auf die Fahrerbesetzung Kaffer, Monteiro, Trummer gesetzt. Offenbar eine gute Wahl?
 
Simon Trummer: „Das denke ich schon und unsere Teamführung hat ja auch bestätigt, dass sie mit unserer Leistung mehr als zufrieden war. Pierre (Anm. Kaffer) kenne ich ja schon seit meinem Debüt in der FIA WEC. Er ist nicht nur sehr schnell, sondern auch ein echter Kumpel. Tiago (Anm. Monteiro), der mit einem Sieg in der Tourenwagen-WM im Gepäck angereist war, kannte ich vorher nicht. Auch er ist ein echter Teamplayer und ein absolut sympathischer Typ. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit den beiden zusammen zu arbeiten.“ 
 
Die Schweizer Fahnen am Siegespodest konnte am Ende nur Marcel Fässler hochhalten. Wie hast du das Gigantenduell zwischen Audi und Porsche miterlebt?
 
Simon Trummer: „Ja, ich glaube ‚Gigantenduell‘ ist absolut das richtige Wort dafür, wobei ich die beiden Marken auch ähnlich stark gesehen habe. Am Ende hat aber Porsche absolut verdient gewonnen, wozu man ihnen nur herzlich gratulieren kann. Für uns als Privatteam mit der Startnummer 4 war es schon ein Riesenerlebnis, inmitten der Werksteam präsentiert zu werden.“