Mittwoch, 7. Dezember 2022
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KTM X-BOW Battle
23.09.2013

Reini Kofler gewinnt erneut

Nach den knapp 40 Grad beim letzten Besuch der KTM X-Bow Battle im Juli dieses Jahres zeigte sich der Slovakiaring nun von einer anderen Seite. Nach einem ganzen Tag freien Fahrens am Donnerstag standen am Freitag, den 20. September und Samstag, den 21. September die Läufe elf und zwölf der „Battle“-Saison 2013 auf dem Programm.

Bei KTM gab es wieder einmal „Full House“, eine tolle Barbecue-Party am Freitagabend und jede Menge Benzingespräche – von den spektakulären Szenen auf der Rennstrecke einmal ganz abgesehen, wo man sich in je zwei freien Trainings, Qualifyings und Rennen und somit in insgesamt zwei Stunden und zehn Minuten „Tracktime“ wie immer nichts schuldig blieb …

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Regen oder nicht? Beim elften von insgesamt zwölf Rennläufen mussten sich die Teilnehmer der X-Bow Battle dieser eher ungewöhnlichen Frage stellen, denn in der Regel gehen die Rennwochenenden des KTM-Markenpokals bei trockenen Bedingungen über die Bühne. Der Wettergott hatte aber trotz dunkler Wolken ein Einsehen und so rollten insgesamt 28 X-Bow-Rennfahrzeuge auf Slicks an den Vorstart. Die ersten Schrecksekunden gab es dann aber sogar noch vor dem Start: Im hinteren Mittelfeld übersah der eine oder andere im „Eifer des Gefechts“, dass sich die Vorderleute einbremsten und für den Start in Position brachten. Die Folge war ein beschädigtes Heck bei Jan Ondrak und ein beschädigter Vorderwagen bei Gerhard Trenker. Das viel größere Problem war jedoch, dass aufgrund dieses Vorfalls das Safety Car auf der Strecke blieb, die roten Lichter der Ampel aber irrtümlich abgeschaltet wurden. Der hintere Teil des Feldes wollte daraufhin losstürmen, der vordere Teil steckte jedoch nach wie vor hinter dem Safety Car fest. Eine haarsträubende Szene, die gottlob ohne Folgen blieb, denn irgendwie konnten sich alle gerade noch rechtzeitig einbremsen.

Nach einer weiteren Aufwärmrunde wurde das Rennen schließlich freigegeben, wobei sich Pole-Setter Reini Kofler sofort aus dem Staub machte. Hinter dem Seriensieger war allerdings der Teufel los: Es wurde um jeden Platz gefightet, besonders die Duelle um Rang zwei und drei (Pavel Heinik gegen Jiri Pisarik) bzw. vier und fünf (Jim Gebhardt gegen Pierre Ludigkeit) sowie ein „Mehrkampf“ zwischen Artur Chwist, Peter Resch, Uwe Schmidt und Jan Ondrak waren spektakulär. Hinter dem souveränen Sieger Reinhard Kofler setzte sich Pisarik gegen Heinik durch, letzerer vergab Platz zwei durch einen Ausflug ins Kiesbett. Pierre Ludigkeit konnte seine Ansage, „am Slovakiaring müsst ihr mich wieder interviewen, da steh’ ich auf dem Stockerl“, zwar nicht ganz wahr machen, ließ aber niemand geringeren als Routinier Jim Gebhardt hinter sich.

Am erstaunlichsten war aber wohl das Rennen von Artur Chwist: Der Pole rutschte schon in der zweiten Runde ins Kiesbeet und fiel auf Platz 15 zurück, fuhr danach mit viel Wut im Bauch aber wieder bis auf den sechsten Rang nach vorne. Peter Resch gewann das Duell gegen Uwe Schmidt und Jan Ondrak, Laura Kraihamer wurde tolle Zehnte – besonders beachtenswert, nachdem sie in der Startaufstellung von Platz elf auf 16 zurückversetzt worden war, weil sie im Training eine gelbe Flagge übersehen hatte. Gute Platzierungen gab es auch für Max Lahmer und Christoph Doppler, die hinter Oto Otepka als Zwölfter bzw. 13. über die Ziellinie fuhren. Gerhard Trenker brachte seinen „waidwunden“ X-Bow auf Rang 15 nach Hause, „Bernie Silverstone“ aka Georg Silbermayr kam als 20. ins Ziel – Fairerweise sei dazugesagt, dass ihm rund 100 PS fehlten, nachdem er auf ein weitgehend serienmäßiges Ersatzfahrzeug ausweichen musste.

Noch schlimmer erwischte es Klaus Angerhofer (Katalysator durchgebrannt), Holger Baumgartner (Turboschaden) und die „Battle-Heimkehrer“ Markus Fischer (ausführlicher Besuch im Kiesbeet) bzw. Danijela Radulovic (Motoraussetzer). Erfreuliches zum Schluss: Auch am Slovakiaring durfte die X-Bow Battle-Familie wieder einmal Neueinsteiger begrüssen, die sich bei ihren Debüt-Auftritten mit den Plätzen 18 (Oliver Hörtenschlager), 21 (Christian Loimayr) und 23 (Fritz Roithner) äußerst achtbar schlugen. Und auch die verstärkten Kontrollen in Sachen Technik-Reglement zeigen Wirkung: Die OSK kontrollierte die Fahrzeuge zweier Teilnehmer genauestens und war dabei bis Mitternacht beschäftigt. Fazit: Alles in bester Ordnung!

Zweiter Rennlauf, zweiter „Durchmarsch“ von Reini Kofler

Der Seriensieger dieser Saison ließ auch im Sonntagsrennen des Wochenendes keine Zweifel aufkommen und holte sich die Pole-Position sowie den Start-Ziel-Sieg. Somit geht nicht nur eine 125er Duke für den (vorzeitigen) Gewinn der Fahrerwertung an Pipp Racing, sondern gleich deren drei – zwei Stück gibt es für den (ebenfalls vorzeitigen) Sieg in der Teamwertung dazu. Dahinter ging es wie üblich richtig rund: Pavel Heinik und Jiri Pisarik drehten das Ergebnis des ersten Laufes um und kamen auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel. Dahinter Klaus Angerhofer, Pierre Ludigkeit und Jim Gebhardt, die lange Zeit in einen intensiven Dreikampf verstrickt waren, bis sie völlig unabhängig voneinander jeweils eine unfreiwillige Pirouette fabrizierten. An den Positionen änderte das bis ins Ziel nichts mehr, allerdings rückte die nächste Kampfgruppe, angeführt von Peter Resch, noch ziemlich knapp auf.

Zwischen Resch und seinen Roomvibes-Teamkollegen Gerhard Trenker schob sich Uwe Schmidt, Laura Kraihamer ging unmittelbar dahinter auf Platz zehn über die Ziellinie, nachdem sie sich Jan Ondrak vom Hals halten konnte. Max Lahmer behielt im rundenlangen Zweikampf mit Eyke Angermayr die Oberhand, allerdings gab die Kupplung an Angermayrs X-Bow langsam den Geist auf. Die „Rookies“ schlugen sich erneut gut, Oliver Hörschläger wurde 17., Christian Loimayr 18. und Fritz Roithner holte sich Platz 23. Kurios (und nicht ganz ernst gemeint!) ging es am Ende des Feldes zu: Nachdem „Julie Wood“ im Qualifying ganze zwei Sekunden schneller war als „Bernie Silverstone“, zeichnete sich für den Fahrer und Veranstalter in Personalunion eine ziemliche Schlappe ab: „Mein lieber Georg wird morgen den Küchenboden feucht aufnehmen“, frohlockte „Julie Wood“ bereits, doch im Rennen verhinderte dann ein beginnender Getriebeschaden die große Sensation: „Der Georg hat mein Auto sicher sabotiert, sonst wäre ich dieses Mal vor ihm ins Ziel gekommen“, schnaubte „Julie“ am Ende.

Doch auch wenn Georg Silbermayr diese Niederlage verhindern konnte, eine andere blieb ihm nicht erspart: Der überlegene Reini Kofler überrundete „Bernie“ in der allerletzten Runde, in der allerletzten Kurve. „Eine ziemliche Schlappe“, so Silbermayr mit einem verschmitzten Lächeln: „Doch solange ich zu Hause den Fußboden nicht feucht aufnehmen muss, ist alles halb so schlimm. Wobei ich ja nicht weiß, wie der Reini das schaffen konnte. Ich bin die gesamte Gegengerade Schlangenlinien gefahren und habe sämtliche blaue Flaggen ignoriert – und trotzdem ist der Reini an mir vorbeigefahren. Vielleicht schließe ich ihn nächstes Mal einfach aus, dann kann das nicht mehr passieren!“
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