Donnerstag, 9. Dezember 2021
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
GP2
24.09.2013

„Streetfighter“ Binder erkämpft sich Platz 9

Mit Platz neun im Sonntagsrennen von Singapur lieferte Rene Binder bereits zum zweiten Mal in dieser Saison eine Talentprobe auf einem extrem schwierigen Stadtkurs. Der 21-jährige Österreicher, der schon in Monte Carlo mit Platz sechs und sieben überzeugt hatte, spricht im Interview über das GP2-Wochenende in der südostasiatischen Großstadtmetropole.

Von Startplatz 18 auf Platz neun – das war wieder eine tolle Aufholjagd mit sehr viel Nervenkitzel. Wie hast du das gesamte Wochenende in Singapur erlebt?
Rene Binder: „Dieser neunte Platz gibt uns doch sehr viel Auftrieb. Vor allem wegen der schwierigen Ausgangslage. Mit Platz 15 im Qualifying konnte ich noch leben, aber im ersten Rennen haben wir leider komplett verwachst. Das heißt, unsere Reifen haben viel zu früh abgebaut. Dieses Problem konnten wir für das Sonntagsrennen dann weitgehend beseitigen. Das Auto war phasenweise wirklich sehr gut und ich bin ein paar Runden sogar auf Platz acht gefahren. Schade, dass ich diesen Platz nicht mehr ins Ziel retten konnte.“

Anzeige
Du hast immerhin gezeigt, dass du mit einem gut abgestimmten Auto absolut konkurrenzfähig bist und warst zu Beginn der zweiten Rennhälfte sogar einer der Schnellsten auf der Strecke. Wie frustrierend ist es, immer wieder vom Material abhängig zu sein?
Rene Binder: „Ich versuche, es positiv zu sehen und denke, dass wir nur unser Auto verbessern müssen, damit ich vorne mitfahren kann. Wir hatten in dieser Saison schon ein paar Highlights und ich bin froh, dass ich heute endlich wieder einmal ein Top-Ten-Resultat abliefern konnte. Es braucht einfach alles seine Zeit und, genauso wie in der Formel 1, ein gutes Auto.“

Singapur ist aufgrund der Hitze, Luftfeuchtigkeit und der intensiven Lenkradarbeit eine der härtesten Rennstrecken überhaupt. Das hat wohl indirekt auch der Kreislaufkollaps des Neueinsteigers, Gianmarco Raimondo, bestätigt …
Rene Binder: „Ich kann als ehemaliger Formel 3-Fahrer nur bestätigen, wie groß der Sprung ist und wie anstrengend es ist, einen GP2-Boliden ohne Servolenkung am Limit zu bewegen. Besonders auf einem Stadtkurs, wo man noch dazu bis auf Zentimeter an die Mauern heranfährt und dabei hundertprozentig konzentriert bleiben muss. Wenn da nur einmal kurz der Faden reißt, kann das Rennwochenende schon gleich wieder vorbei sein. Ohne eine entsprechende Ausdauer geht einfach nichts.“

Du gehst jetzt in eine fünfwöchige Pause, bevor in Abu Dhabi das Saisonfinale und die anschießenden Wintertests stattfinden …
Rene Binder: „Die Pause ist ziemlich lang, vielleicht werden wir mit einem anderen Formelauto noch irgendwo testen, damit wir möglichst gut vorbereitet sind. Ich kenne die Strecke von Abu Dhabi nicht, habe aber schon gehört, dass sie ziemlich anspruchsvoll sein soll. Am liebsten würde ich am kommenden Wochenende schon wieder im Auto sitzen.“