Dienstag, 27. September 2022
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
FIA ETCC
21.05.2013

Rikli Motorsport: Nach starker Aufholjagd auf dem Podium

Das Regenchaos in Österreich kam für Rikli Motorsport gerade recht. Peter Rikli nutzte die Salzburger Wasserspiele und nahm zur Saisonhalbzeit der Tourenwagen Europameisterschaft (FIA ETCC) einen Pokal entgegen. Seine Teamkollegin Andrina Gugger war schnell, hatte sich jedoch mit den Reifen verpokert.

Das Honda-Team aus Wangen an der Aare hatte bei freundlichem Wetter die Test- und Trainingsmöglichkeiten ausgiebig zu Setup-Arbeiten genutzt und den Civic FD bis zum Zeittraining optimiert. Peter Rikli qualifizierte sich mit gerade einmal 4/10 Sekunden Rückstand auf den Pole Setter auf dem sechsten Startrang der Division der Super 2000-Fahrzeuge. "Wir haben die neuen Reifen für das Qualifying und Rennen aufgespart, was sich jetzt ausgezahlt hat", kommentierte er seine Ausgangssituation für das Rennen.

Anzeige
Am Sonntagmittag mischte aufkommender Niederschlag das starke Fahrzeugfeld der ETCC auf. Nach dem Start zum ersten Wertungslauf des Wochenendes begann es zu regnen und einige Abflüge sorgten für den Einsatz des Safety Cars. Schließlich entschied die Rennleitung auf einen Rennabbruch. Peter Rikli, der sich aus den Rangeleien am Start herausgehalten hatte, wechselte auf Regenreifen und nahm beim Re-Start von Position acht sein Punkte-Halali auf. Im Regen pflügte er die schnellste Rennrunde in die Wasserpfützen und überquerte schließlich als Vierter den Zielstrich. "Am Start habe ich zu vorsichtig agiert, hatte noch die Ereignisse vom Slovakiaring im Kopf, sodass einige Wettbewerber vorbeischlüpfen konnten. Aber als es anfing zu tröpfeln, dachte ich nur: So ein Glück, dass es regnet", berichtete der als Regenspezialist bekannte Eidgenosse in der Reparaturpause.

Auch das zweite Rennen war durch zwei Safety-Car-Phasen unterbrochen. Der Honda-Pilot war im Start-Tumult zunächst auf Rang sechs zurückgefallen, fand jedoch schnell wieder Anschluss an die Spitze. Als er abgewinkt wurde, lag er mit einem Wimpernschlag von nur 0,3 Sekunden hinter Mat'o Homola auf dem zweiten Platz. "Mir ist am Start wieder die Konkurrenz ins Heck gekracht, aber zum Glück konnte ich weiterfahren. Leider war im letzten Abschnitt wieder Überholverbot, sonst hätte ich mir den Kollegen Homola auch noch geschnappt", informierte der Wangener, der jetzt mit 27 Punkten auf Rang drei in der Tabelle geführt wird, zufrieden.

Andrina Gugger hatte an diesem Wochenende ihr Salzburgring-Debüt und meisterte die Premiere über die Tests und freien Trainings mit schnellen Rundenzeiten und kontinuierlicher Steigerung. Nach dem Zeittraining auf der 4,2 Kilometer langen Strecke musste sie sich jedoch über die "Trödler auf Plauschfahrt" empören, die ihr recht unfair einige Male eine schnelle Runde zunichte machten. Startplatz acht war nicht die gewünschte Ausgangslage zum ersten Wertungslauf. Zudem machte sich ein Bremsproblem bemerkbar: Im Warm-Up am Sonntagmorgen brach eine Bremsleitung und die Zürcherin wurde von den Reifenstapeln der ersten Kurve gestoppt. Nach der Reparatur des Schweizer PS-Boliden war die Rikli-Pilotin zuversichtlich für die beiden Wertungsläufe: "Wenigstens weiß ich jetzt, dass es im Rennen dann definitiv wieder besser sein wird."

Doch zunächst musste sie sich in Geduld üben. Durch den Witterungswechsel und das darauffolgende Getümmel der ersten Runden am Sonntagnachmittag wurde die Rennlady bis auf Rang zehn des ersten Wettbewerbes zurückgeworfen. Nach dem Wechsel auf Regenreifen und dem Re-Start fuhr sie wieder bis auf Platz acht vor.

In das zweite Rennen startete die 22-Jährige mischbereift, musste wegen des stärker werdenden Regens aber in der dritten Runde an die Box zum Reifenwechsel. Mit Rundenrückstand kam sie hinter dem Drittplatzierten Aytac Biter wieder auf die Strecke, überholte diesen und setzte sich von ihm ab. Die Ziellinie überquerte sie als Siebte. "Wir haben uns mit den Reifen eindeutig verpokert, aber ich dachte, mit dem achten Startrang hätte ich nicht mehr viel zu verlieren. Dass ich dann den BMW so locker hinter mir lassen konnte, war ein Zeichen dafür, was mit der richtigen Reifenwahl und einer Portion Wut im Bauch alles möglich gewesen wäre", teilte die junge Honda-Pilotin mit. Andrina Gugger liegt nun mit 21 Punkten in der Tabelle auf Position sechs und führt die Ladie's Trophy mit 51 Punkten vor Ulrike Krafft (33 P.) an.

Die Highlights des Rennwochenendes werden am Dienstag, dem 21.05.2013, um 19:00 Uhr auf Eurosport2 ausgestrahlt. Und am 14. Juli steht die vierte Veranstaltung der FIA ETCC in Pergusa auf dem Programm. Auf Sizilien wird es wieder um Positionen, Punkte und Meisterschaft gehen.
Anzeige