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FIA ETCC
09.07.2013

Feuerspeiende ETCC-Tourenwagen in der Heimat des Ätna

Endlich ist es wieder soweit. Nach achtwöchiger Rennpause finden vom 12. bis 14. Juli die Läufe sieben und acht zum FIA European Touring Car Cup (ETCC) auf der italienischen Mittelmeerinsel Sizilien statt, die durch Europas größten aktiven Vulkan – den Ätna – weltbekannt ist. Zuvor steht für das Ravenol Team ein langer Anreisemarathon zum Austragungsort an.

Bereits am Dienstag beginnt die Fahrt nach Genua, vom dortigen Hafen starten alle ETCC-Teams samt ihrem kompletten Equipment am Mittwochabend gemeinsam mit der Autofähre nach Palermo und erreichen dann am Donnerstagabend ihr Ziel – das Autodromo di Pergusa nahe der historischen Stadt Enna in der Mitte Siziliens.

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Die 1951 erbaute Rennstrecke mit ihren zehn Rechts- und sechs Linkskurven verläuft über eine Länge von 4,950 km rund um den vulkanischen Pergusa-See und liegt auf etwa 800 Meter Höhe. Besonders in den Sechziger- bis in die späten Neunzigerjahre hinein wurden auf dem traditionsreichen Kurs viele internationale Rennen wie F1, F2, F3 und F3000 ausgetragen, bei denen weltberühmte Fahrer wie Stewart, Rindt, Regazzoni, Lafitte, Boutsen, Moreno, Coulthard oder Montoya ihr Können gezeigt haben.

Noch vor wenigen Jahren war hier die FIA Sportscar und FIA GT Meisterschaft zu Gast, ebenso die FIA Tourenwagen Europameisterschaft in den Jahren 2002 und 2003. Glanz und Gloria wie die zuvor genannten Fahreridole müssen sich alle ETCC-Piloten auf dem superschnellen Kurs allerdings erst noch verdienen, denn kaum einer von ihnen ist bisher auch nur einen einzigen Meter dort gefahren. Zeit zum Kennenlernen der Strecke steht mit insgesamt drei einstündigen Testsessions am Freitag und Samstag genügend zur Verfügung.

Die SAN-Piloten Ulrike Krafft und „Romeo Luciano“ sowie das gesamte Team sind nach der langen Pause zwischen Pergusa und Salzburgring hoch motiviert und „Feuer und Flamme“ für die neue Herausforderung. „Wir hoffen natürlich, dass nur wir mit unseren Rennautos richtig Feuer auf der Strecke machen und nicht der Ätna das Feuer spuckt“, witzeln beide Fahrer in großer Vorfreude. Bei den vorherigen Veranstaltungen haben sowohl Ulrike als auch 'Romeo' bewiesen, dass sie sich und ihre Ford Fiestas schnell und präzise auf die Streckenverhältnisse einstellen können und in den Rennen stets im Spitzenfeld kämpfen.

„Das dürfte in Pergusa sicherlich nicht anders sein“, äußert sich Teamchef Hans Niemann optimistisch. In der Meisterschaft der Super 1600-Fahrzeuge liegen 'Romeo' mit 32 und Ulrike mit 30 Punkten zur Zeit auf den Plätzen drei und vier hinter Gilles Bruckner mit 37 Zählern. Der Führende Kevin Krammes ist mit 68 Punkten schon weit entfernt und könnte sich in Pergusa vorzeitig erneut den Titel sichern. „Unsere Devise für den vorletzten Event auf Sizilien muss deshalb lauten: Voll auf Angriff fahren und viele Punkte sichern“, sind sich Fahrer und Team einig.
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