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VW Scirocco Cup
17.09.2012

Ola Nilssons Toplist – der Champion im Porträt

Ola Nilsson, geboren am 15. September 1987 in Hässleholm (Schweden). Nilsson begann seine Motorsportkarriere erst mit 14 Jahren als er zum ersten Mal ein Kartrennen bestritt. Von 2008 bis Ende 2009 fuhr er im schwedischen „G20 Ginetta Cup“. Seit 2010 fährt der sympathische Blondschopf im Volkswagen Scirocco R-Cup.

In seinem Debütjahr wurde er nach drei Podestplatzierungen Dritter, 2011 holte er dank zweier Rennsiege und vier Podiumserfolgen die Vizemeisterschaft und in Oschersleben 2012 sicherte er sich an seinem 25. Geburtstag vorzeitig seinen ersten Titel im Volkswagen Scirocco R-Cup.

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Mit sieben Saisonsiegen aus neun Rennen hat Nilsson dem Volkswagen Scirocco R-Cup in dessen dritter Saison seinen Stempel aufgedrückt wie kein Fahrer zuvor. Nilsson lebt in der südschwedischen Hafenstadt Helsingborg und hat einen drei Jahre älteren Bruder Johan. Einen kleinen Einblick in das Leben, die Ziele und Wünsche des jungen Skandinaviers gibt Ola's Toplist:

Bestes Rennen...
Das Rennen gestern hatte sicherlich das spektakulärste und spannendste Zielfinish in meiner Karriere. Und abgesehen vom Start war es auch ein nahezu perfekter Rennverlauf. Meine Nummer Eins ist und bleibt aber Brands Hatch 2011 als ich von Startplatz fünf noch ganz nach vorn gefahren bin und am Ende ganz oben auf dem Podium stand.

Vorbild…
Michael Schumacher habe ich als kleiner Junge bewundert. Was er aus Ferrari gemacht hat. Die Erfolge sind einzigartig. Und natürlich ist Mattias Ekström eines meiner großen Vorbilder. Er macht einen großartigen Job in der DTM und er ist einfach immer extrem schnell, egal ob Nascar, Race of Champions, Rallye-Auto oder DTM. Ich habe ihn sogar einmal geschlagen. Bei einem Promi-Kartrennen in Stockholm in der Innenstadt vor über 20.000 Zuschauern. Mattias war auf Pole Position, ich direkt dahinter. In der ersten Runde habe ich ihn überholt und die Führung nicht mehr abgegeben – danach war ich mächtig stolz. Abseits vom Motorsport ist der Unternehmer Richard Branson ein Vorbild. Er hat so viele Ideen und setzt sie dann in die Tat um, egal wie hoch das Risiko ist.

IKEA
Blau und gelb. Mit Abstand die berühmteste Marke in Schweden. Der Gründungssitz ist nur 30 Kilometer entfernt von meinem Heimatort. Jeder hat was in seiner Wohnung von IKEA, und: Na klar, ich auch.

Astrid Lindgren…
Als kleiner Junge habe ich "Michel aus Lönneberga" geliebt. Bei uns in Schweden heißt er übrigens "Emil". Immer, wenn mein Bruder Johan und ich Streiche oder Mist gebaut haben, gab es den Vergleich von meinen Eltern. Zum Glück hatten wir keinen Schuppen im Garten, in den ich eingesperrt werden konnte.

Fischen…
Angeln hat in Schweden eine große Tradition, wir haben so viele Seen. Mich hat es nie gereizt: Stundenlang am Wasser zu sitzen….dafür bin ich zu ungeduldig. Ich will mich bewegen, bin absoluter Sportfan und habe in meiner Jugend alles gemacht: Handball, Tennis, Fußball und Eishockey.

Dänen…
Es gibt eine Rivalität, speziell im Sport. Dänemark und Schweden ist ungefähr so wie Deutschland und Holland. Bei Olympischen Spielen will jeder immer vor dem anderen sein. Insgeheim beneiden wir die Dänen ein wenig um ihre relaxte Einstellung zu vielen Dingen. Ich selbst wohne allerdings nur drei Kilometer südlich von der Grenze, daher ist die Rivalität vielleicht nicht ganz so ausgeprägt bei mir.

Garage…
Die ist leer. In meinem Job als Fahrinstruktor haben wir aber vier Volkswagen Scirocco R im Fuhrpark, einen Cup-Porsche und einen Multivan. Der ist mein absoluter Lieblingswagen – man sitzt super bequem, hat einen tollen Überblick und zur Not kann man sich hinten reinlegen zum Schlafen. Wenn ich einen Sportwagen aussuchen dürfte, würde meine Wahl auf ein schwedisches Auto fallen: Koenigsegg CCX – das Auto ist ein Hammer: 806 PS, 0-100 km/h in 3,2 Sekunden und 390 km/h Top-Speed. Preis: leider unerschwinglich für mich.

Ziel…
Die meisten sagen auf diese Frage bestimmt Formel-1-Weltmeister, aber ich möchte einmal im Leben die 24 Stunden von Le Mans gewinnen. Das wäre definitiv das Größte für mich! In meinen Augen ist Le Mans die ultimative Herausforderung für einen Rennfahrer. Die Strecke ist extrem schnell, extrem anspruchsvoll und dazu physisch extrem anstrengend für den Körper – einfach extrem in allem. Und was das Rennen zudem reizvoll macht, ist der Teamgedanke.