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GT Open
30.09.2012

Porsche-Kundenteams im Schlussspurt erneut siegreich

Auch im Königlichen Park von Monza haben die internationalen Porsche-Kundenteams Siege eingefahren. Beim 13. Lauf der International GT Open feierten Porsche-Werksfahrer Patrick Pilet und sein französischer Landsmann Raymond Narac (IMSA Performance Matmut) am Samstag bei schwierigsten Streckenbedingungen im Porsche 911 GT3 RSR ihren ersten Saisonsieg. Werksfahrer Marco Holzer (Lochau) und sein britischer Teamkollege Nick Tandy holten sich im 911 GT3 RSR von Manthey-Racing Platz drei – und damit vorübergehend die Tabellenführung zurück.

Auch das Team Autorlando Sport jubelte am Samstag beim Heimrennen über einen Sieg in der GTS-Klasse mit dem 911 GT3 R. Beim 14. Saisonlauf am Sonntag wurden Holzer/Tandy Fünfte vor Pilet/Narac auf Rang sechs. In der GTS-Klasse gelang Autorlando erneut eine Podiumsplatzierung.

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Vor allem der 70 Minuten lange Samstagslauf auf der 5,793 Kilometer langen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Monza war ein echter Thriller – auch bedingt dadurch, dass die Strecke erst nass war, die Ideallinie dann nahezu abtrocknete und kurz vor Schluss wieder Regen einsetzte. Raymond Narac war von der fünften Startposition ins Rennen gegangen und übergab das Steuer des IMSA-Performance-Elfers nach fehlerfreier Leistung als Achter an Patrick Pilet, der nun mit Slicks ins Geschehen eingriff. „Das war ganz schön schwierig, vor allem am Anfang meines Stints“, sagte Pilet. „Wir dürfen in der GT-Open-Rennserie die Reifen ja nicht vorheizen – und die Strecke war brutal rutschig. Aber unsere Strategie war perfekt: Wir haben exakt zum richtigen Zeitpunkt gewechselt. In meiner ersten Runde habe ich alles aus mir und dem Auto rausgeholt. So konnte ich die Führung erkämpfen. Als es zum Schluss noch mal angefangen hat zu regnen, musste man die ganze Konzentration in die Waagschale werfen. Der Schlüssel zum Erfolg war die ausgezeichnete Traktion unseres 911 GT3 RSR auf der extrem rutschigen Strecke.“ Am Sonntag startete das französische Duo von der Pole-Position in den 14. Saisonlauf, doch im Trockenen waren die Gegner nicht zu halten. „Die Balance unseres Elfers war gut, aber uns fehlte es an Höchstgeschwindigkeit auf den langen Geraden“, sagte Pilet.

Über den Podiumsplatz am Samstag herrschte riesengroße Freude bei Manthey-Racing. „Wir hatten im Qualifying beim Reifen-Poker verwachst“, erklärte Marco Holzer. „Wir dachten, es würde schneller abtrocknen.“ Daher startete Tandy nur als Elfter. Der amtierende Meister des Carrera Cup Deutschland eroberte mit einer Fahrt auf Messers Schneide Rang fünf, rutschte dann aber in einen Dreher und reihte sich als 14. wieder ein. Bis zum obligatorischen Fahrerwechsel war Tandy wieder Zehnter. Mit Marco Holzer am Steuer des gelb-grünen Manthey-Elfers ging es nicht weniger aufregend weiter.

Der Deutsche fabrizierte fantastische Rundenzeiten und lag bereits in Schlagdistanz zum Ferrari der Hauptkonkurrenten um den Fahrertitel, als auch ihm bei einsetzendem Regen ein kleiner Ausrutscher passierte. Danach machte Holzer weiter Jagd auf den letzten Podiumsplatz und schaffte ihn, da sich auch der Ferrari-Pilot in der letzten Runde drehte. „Das war ein brutales Rennen – immer mit 120 Prozent Einsatz“, sagte Holzer strahlend. „Nick hat uns über Funk gesagt, dass wir für meinen Stint auf Slicks umrüsten sollen. Die Strecke war aber noch unheimlich feucht, es war ein echtes Pokerspiel. Dass das Podium rausgekommen ist, ist gut für die Fahrerwertung.“ Mit dem dritten Platz schoben sich Holzer und Tandy vorübergehend wieder an die Spitze der Gesamtwertung.

Im Sonntagslauf, den Holzer als Zweiter in Angriff nahm, erhielten die Ambitionen aber bereits in der ersten Schikane einen Dämpfer. „Es war unheimlich eng. Ich musste die Lenkung aufmachen, sonst wäre es zu einer Kollision gekommen“, sagte Holzer. „Dabei kam ich auf die Kerbs und habe den Frontsplitter des Elfers beschädigt. Das hat die Aerodynamik und die Höchstgeschwindigkeit beeinträchtigt. Vor dem Finale fehlen uns sieben Punkte auf die Tabellenspitze, das ist nicht viel.“

Für das italienische Autorlando-Team endeten die Rennläufe in der Heimat mit einem Sieg und einem zweiten Platz in der GTS-Klasse. Samstags triumphierten Matteo Beretta und Marcello Puglisi (beide Italien). Mit einem beherzten Überholmanöver setzten sie sich im 911 GT3 R kurz vor Rennende an die Spitze der GTS-Kategorie und holten ihren zweiten Saisonsieg. Pech hatten dagegen ihre Teamkollegen Archie Hamilton (Großbritannien) und Marco Mapelli (Italien). Die beiden führten sowohl am Samstag als auch am Sonntag fast die gesamte Renndistanz über die GTS-Klasse an.

Am Samstagnachmittag war das besonders bemerkenswert, denn der Elfer der beiden hatte nach Berührungen im Kampfgetümmel den Frontsplitter eingebüßt und verlor nach und nach weitere Kunststoffteile. Schließlich musste Mapelli mit beschädigtem Reifen zum Boxenstopp, am Ende blieb Rang vier. Auch am Sonntag hatten Mapelli/Hamilton den GTS-Sieg vor Augen, als ein Reifenschaden in der letzten Rennrunde die Träume beendete. Hamilton rettete Rang zwei, die Teamkollegen Beretta/Puglisi wurden GTS-Vierte.