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Sportwagen Allgemein
05.08.2011

Torsten Schubert: "Alle haben am gleichen Strang gezogen"

Beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps (BE) gelang dem Need for Speed Team Schubert eine beeindruckende Aufholjagd. Von Startplatz 49 kommend fuhren Claudia Hürtgen (DE), Edward Sandström (SE) und BMW Werksfahrer Dirk Werner (DE) im BMW Z4 GT3 mit der Startnummer 76 auf dem zweiten Platz ins Ziel. Teamchef Torsten Schubert spricht im Interview über den Erfolg beim Langstreckenmarathon in den Ardennen.

Herr Schubert, welchen Stellenwert besitzt der zweite Platz beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps für das Need for Speed Team Schubert?
Torsten Schubert: Im Januar haben wir in Dubai gewonnen. Das war unser erster Sieg bei einem 24-Stunden-Rennen und nimmt somit in der Geschichte unseres Teams für immer einen besonders Platz ein. Doch angesichts der äußerst starken Konkurrenz und der Werkseinsätze, die andere Hersteller in Spa abgespult haben, ist der zweite Platz in Spa fast genauso hoch zu bewerten wie der Erfolg in Dubai. Nach dem Pech, das wir beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring hatten, ist dieser zweite Platz doppelt schön.

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Die Vorbereitung auf das Rennen in Spa-Francorchamps verlief denkbar ungünstig. Aufgrund der Unfälle beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring mussten Sie die Testfahrten in Belgien auslassen und konnten letztlich nur mit einem BMW Z4 GT3 antreten. Dennoch gelang Ihnen nach einem missglückten Qualifikationstraining im Rennen die größte Aufholjagd in der Geschichte dieser Veranstaltung. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?
Schubert: Die Basis unseres Erfolgs ist immer eine starke Teamleistung. Unser BMW Z4 GT3 wurde extra für dieses Rennen komplett neu aufgebaut und hatte erst am Donnerstag seinen Rollout. Vom ersten Moment an ist das Auto absolut problemlos gelaufen. Das zeichnete bislang alle Fahrzeuge aus, die wir entweder für uns selbst oder für Kunden aufgebaut haben. Deshalb muss ich meinem Team ein riesengroßes Lob aussprechen, das waren stets fehlerlose Leistungen. Wir haben während des gesamten Rennwochenendes nicht eine einzige Schraube nachziehen müssen. Das spricht für die Qualität der Arbeit, die wir in der Vorbereitung auf dieses Rennen geleistet haben. Außerdem muss man in diesem Zusammenhang die konstant gute Performance der Dunlop-Reifen erwähnen. Während die meisten Teams in der Nacht auf Regenreifen wechseln mussten, konnten wir mit unseren Slicks weiterfahren und haben uns so Boxenstopps gespart.

Spricht das auch für die gute Ausgangsbasis, die der BMW Z4 GT3 bietet?
Schubert: Auf jeden Fall. Wir arbeiten eng mit BMW Motorsport zusammen und haben viele Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr in die Entwicklung des aktuellen BMW Z4 GT3 einfließen lassen. Speziell die sehr gute Zusammenarbeit mit BMW Motorsport Ingenieur Sebastian Golz ist dabei hervorzuheben. Er hat sich bei BMW Motorsport für die Weiterentwicklung des Fahrzeugs sehr stark eingesetzt.

Beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps fiel den Boxenstopps eine besondere Bedeutung zu, da beim Nachtanken und Reifenwechseln wertvolle Zeit gewonnen, aber auch verloren werden konnte. Wie hat sich das Team auf diese besondere Herausforderung vorbereitet?
Schubert: Zum einen kennen wir das Prozedere bereits aus unseren Einsätzen in der GT3-Europameisterschaft, wo die Abläufe prinzipiell die gleichen sind. Nur kommt es bei den Rennen in der EM praktisch nie vor, dass man gezwungen ist, die Reifen zu wechseln. Zum anderen haben wir bei uns zu Hause in Oschersleben ein Fahrzeug speziell vorbereitet, an dem wir Boxenstopps extra geübt haben. Im Eifer des Gefechts erreicht man zwar nicht immer die Spitzenzeiten, die wir beim Üben erzielt haben, aber wir waren dennoch schneller als die Konkurrenz. Da hat es sich einfach ausgezahlt, dass wir die Crew gut eingestellt haben, damit sie im Rennen nicht in Hektik verfällt, sondern stets Ruhe bewahrt.

Wie bewerten Sie die Leistungen Ihres Fahrertrios?
Schubert: Claudia und Edward gehören bereits seit langer Zeit zum Team. Sie kennen sowohl das Team als auch den BMW Z4 GT3 in- und auswendig. Von daher haben wir gewusst, was für ein hohes Niveau wir von ihnen erwarten durften. Dirk ist als BMW Werksfahrer zum ersten Mal zu uns gestoßen und hat sich auf Anhieb wunderbar ins Team integriert. Die Zusammenarbeit war sehr schön - auch weil den Fahrern jegliches Konkurrenzdenken untereinander völlig fremd ist. Alle haben am gleichen Strang gezogen, das war in Dubai schon ganz genauso.