Dienstag, 20. Oktober 2020
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24h Le Mans
14.06.2011

Viel Pech für Hankook Team Farnbacher in Le Mans

Die Enttäuschung stand jedem Teammitglied ins Gesicht geschrieben, doch in den frühen Morgenstunden gab Teamchef Horst Farnbacher die Order zum Einpacken.

Die Marschroute war klar: Die Fahrer Dominik Farnbacher (D), Alan Simonsen(DK) und Leh Keen (USA) sollten ihr eigenes Rennen fahren, unabhängig von dem, was die Werksteams machen. Somit spulte der Ferrari 458 Italia in den ersten sechs Stunden Runde um Runde ab. Das Auto lief ohne Probleme und auch die Hankook-Reifen blieben konstant schnell, so dass alle drei Fahrer auf dem 13,6km langen Kurs Rundenzeiten um die 4:01 Minuten fahren konnten, die führende Werks-Corvette war zu dem Zeitpunkt kaum schneller.

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Je nach Boxenstoppfenster lagen die Lichtenauer immer zwischen Rang 3 und 10 und blieben damit in Tuchfühlung zur Spitze. Doch in der siebten Stunde dann der Anfang vom Ende: Dominik Farnbacher überfuhr einen Fremdkörper, der den linken Hinterreifen regelrecht aufschlitzte. Das herumschleudernde Gummi zerschlug viele Teile im Heckbereich des Fahrzeuges bis hin zu Aggregaten am Motor. „Ich habe noch nie einen Reifenschaden erlebt, der so viel zerstört hat wie dieser“ sagte Teamchef Horst Farnbacher. Mehr als eine Stunde reparierten die Mechaniker, dann ging der Ferrari wieder ins Rennen. Doch zur Halbzeit zerschlug ein Stein den Kühler des 458 Italia. Obwohl der Kühler schnell gewechselt wurde, blieb die Wassertemperatur zu hoch, es drohte die Gefahr des kapitalen Motorschadens. Da aufgrund des Rückstandes eine Platzierung an der Spitze nicht mehr möglich gewesen wäre, entschied sich Horst Farnbacher dazu, den Wagen zurückzuziehen.

Teamchef Horst Farnbacher: „Es hätte keinen Sinn mehr gemacht, so schwer mir die Entscheidung auch gefallen ist. Wir haben gezeigt, dass wir auch in Le Mans ums Podium mitfahren können. Jedes Team hatte seine Probleme, wären wir ohne Schwierigkeiten durchgekommen, hätte es vielleicht für ganz oben reichen können. Aber das zählt nicht. Am wichtigsten ist aber, dass es all den Fahrern, die im Rennen zum Teil schwere Unfälle hatten, gut geht! Wir schauen jetzt nach vorn zum Nürburgring“

Es gibt viel zu tun, denn bereits am kommenden Dienstag muss das Hankook Team Farnbacher mit dem bis dahin überholten Ferrari 458 Italia in der Eifel erscheinen. Dort steht dann mit dem „ADAC Zurich 24 Stunden Nürburgring“ am 25./26. Juni 2011 das nächste Saisonhighlight an.