Sonntag, 14. Juli 2024
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
VLN
19.10.2010

Rank Motorsport und das Wetter der „Kleinen“

Im Dauerregen des vorletzten Laufs zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) trumpften vor allem die kleineren, leistungsschwächeren Fahrzeuge ordentlich auf. Auch Rank Motorsport aus Waldbröl zeigte mit dem seriennahen Opel Corsa, dass Regen das Wetter der „Kleinen“ ist und fuhr souverän aufs Treppchen!

Ein personeller Engpass hinderte Rank Motorsport an einem Start zum 8. Lauf der VLN, mit kompletter Mannschaft meldete sich das Team rund um Teamchef Rudi Rank zum 9. Rennen zurück. Beide Stammfahrer Jürgen Meyer (Westerkappeln) und Stefan Rank (Waldbröl) sollten sich wie gewohnt die Renndistanz von vier Stunden teilen. Doch zuvor stand ein völlig verregnetes und mit extremen Nebelbänken gespicktes Training auf dem Programm. Das schlechte Wetter schreckte die beiden Fahrer nicht ab; im Gegenteil, es spornte sie an: Während die PS starken Boliden ihre liebe Müh und Not hatten, Kraft auf die Straße zu bringen, spielten Meyer und Rank die gesamte Corsa-Leistung aus und konnten so manchen „Großen“ vor sich her treiben.

Anzeige
Nach insgesamt fünf gewerteten Trainingsrunden stand fest, dass der Opel Corsa von Rank Motorsport vom zweiten Platz der Klasse V2 ins Rennen gehen sollte. Wie gewohnt fuhr Stefan Rank den Start. Bei strömendem Regen, unter extem schwierigen Streckenbedingungen konnte er sich sofort im Feld behaupten und seine Position in der Klasse sichern. Während viele Fahrer mit den sich stets ändernden Wetterbedingungen haderten, kam Rank von Runde zu Runde besser in Fahrt. Selbst die immer mehr werdenden Unfallstellen konnten ihn nicht aus seinem Rhythmus bringen und kontinuierlich knabberte er am Vorsprung des Führenden der Klasse und setzte sich zeitgleich vom Verfolgerfeld ab. Durch den geringen Spritverbrauch des Opels konnte Teamchef Rudi Rank den Corsa mehr Runden drehen lassen als es die Konkurrenz schaffte: Zwei Runden mehr spulte Stefan Rank ab und konnte somit den Führenden der Klasse überholen und lag auf Rang eins, ehe er nach Runde 13 die Box ansteuerte, um den Wagen an Jürgen Meyer zu übergeben. Eine kurze Regenpause verlockte viele Teams dazu, ihre Fahrzeuge auf profillose Reifen umzurüsten – nicht so bei Rank Motorsport. Der Teamchef kennt die Eifel auch als Fahrer bestens und bestand auf eine weitere Fahrt mit Regenreifen. Eine richtige Entscheidung, wie sich schon kurze Zeit später herausstellte, als der Himmel nämlich erneut seine Schleusen öffnete und sinnflutartige Güsse über die Rennstrecke trieb. Während des Rank-Boxenstopps schloss der Wettbewerb wieder auf und konnte Jürgen Meyer schon bald überholen. Meyer hatte sein Tempo aufgrund der Wetterbedingungen deutlich gedrosselt, um weder sich zu gefährden, noch um den Wagen zu beschädigen. Nach vier von Meyer gefahrenen Runden wurde das Rennen von der Rennleitung wegen einsetzender Graupelschauer zehn Minuten vor offiziellem Ende abgebrochen. Rank Motorsport beendete den vorletzten Lauf der Saison auf Platz 2 der Klasse V2 und wurde 104. von mehr als 180 gestarteten Autos. Überdies konnte sich das Team weitere, wichtige Punkte im Kampf um die V2-Krone sichern, bei dem das Team nun auf Platz zwei geführt wird.

Übrigens: Stefan Rank fuhr in seiner zehnten Rennrunde die schnellste Zeit in der Klasse V2. Mit 11:24 Minuten fuhr er damit fast über zehn Sekunden schneller als der Rest des V2 Feldes!

Der zehnte Lauf zur Langstreckenmeisterschaft Nürburgring (VLN) findet am 30. Oktober statt. Die Renndistanz beträgt vier Stunden.
Anzeige