Dienstag, 12. November 2019
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ROTAX Grand Finals
21.11.2010

Weltmeisterliche Leistung des deutsch-österreichischen Kaders

Nach den packenden Prefinalrennen legte die deutsch-österreichische RMC-Delegation in den Finalläufen in La Conca (I) noch einmal kräftig nach. Noch nie war der Titel derart zum Greifen nahe.

Und dafür sorgte einmal mehr Julian Wagner bei den Junioren. Nachdem er im Prefinale unsanft von der Strecke gedrängt wurde und den Lauf nur als Siebter beenden konnte, fackelte er im Finale nicht lange. In Windeseile stürmte er zurück an die Spitze und konnte das Rennen wieder einmal anführen. Über den Großteil der 20 Runden gab er den Ton an und hatte nur einen hartnäckigen Verfolger im Nacken. Als dieser gegen Rennende an Julian vorbeizog, musste unser Hoffnungsträger abreißen lassen, konnte den Rückstand aber binnen einer Runde spielerisch egalisieren. In der letzten Runde hielt es niemanden mehr auf den Sitzen: Unter Jubelschreien übernahm Julian eine halbe Runde vor Schluss trotz extremer Kampflinie seines Vordermanns erneut die Spitze und sah schon fast wie der Sieger aus. Doch er hatte die Rechnung ohne seinen Verfolger gemacht, der sich selbst und Julian mit einem ungestümen Manöver nur wenige Meter vor dem Ziel um den Sieg brachte. Die Rangelei der beiden Spitzenmänner nutzten die darauf folgenden Piloten schamlos aus und das Rennen wurde im Fotofinish entschieden. „Ich kann es gar nicht fassen. Ich war so nah dran und dann so eine Aktion“, zeigte sich Julian nach dem Rennen tief enttäuscht. Das galt im Übrigen auch für den vermeintlichen Gesamtsieger Martin Rump, der im Nachhinein wegen eines falsch eingebauten Sitzes (!) disqualifiziert wurde. Der neue Junioren-Meister heisst somit Jordi van Moorsel aus den Niederlanden.

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Die drei Senioren mischten die Weltelite ebenfalls mächtig auf - allen voran der Ferenc Kancsar. Der Ungar mit österreichischer Lizenz fuhr ein bedachtes, aber eigentlich nicht wirklich spektakuläres Finale, an dessen Spitze die Plätze vergleichsweise früh bezogen waren. Am Ende der 20 Runden kreuzte der Meister der Deutsch-Österreichischen RMC den Zielstrich als sensationeller Dritter. Auch bei Maximilian Gunkel lief es im Finale endlich rund. Der amtierende RMC-Vizemeister konnte teilweise im Bereich der Top-Ten rangieren und brachte letztlich den hervorragenden zwölften Platz nach Hause. Einzig Simon Wagner war diesmal vom Pech verfolgt. Schon am Start geriet er in eine große Kollision, beschädigte sich seinen Seitenkasten und wurde letztlich wegen technischen Defekts aus dem Rennen genommen. Neuer Weltmeister der Rotax Senioren wurde Caleb Williams aus Südafrika.

Ein weiteres Topergebnis bescherte DD2 Masters-Pilot Thomas Piert der Nationalmannschaft. Vom 14 Platz aus erwischte der Senior einen Traumstart und schob sich gleich unter die Top-Ten. Aber das war noch nicht das Ende der Fahnenstange. Tapfer kämpfte er sich Platz um Platz nach vorne und lag später als Sechster sogar in Schlagdistanz zur Führungsgruppe. Bei zunehmender Renndauer gab sich Piert aber im Ziel mit Rang sieben zufrieden. „Ich fahre erst mein insgesamt elftes Kartrennen. Mein Ziel war es in die Top-Ten zu kommen und das habe ich geschafft“, freute sich Piert am Abend über ein verdientes Ergebnis. Meister der DD2 Masters wurde Scott Campbell aus Kanada.

Zu guter Letzt stand das Finale der DD2 auf dem Programm. Der Deutsche Andre Huber wusste seinen siebten Startplatz perfekt zu nutzen und schob sich prompt auf Rang fünf nach vorne. Doch das sollte noch längst nicht alles sein: Die ersten Runden gehörten eindeutig dem amtierenden RMC-Champion, der sich Platz um Platz nach vorne schob und gegen Rennmitte auf Platz drei lag. Diesen wusste er bravourös zu verteidigen. Doch in der zweiten Halbzeit mischten sich die Positionen der ersten sechs Fahrer ständig: Der Endspurt war eingeläutet und wie so oft verlief die entscheidende Phase nicht ohne Zwischenfall. Unmittelbar vor dem deutschen RMC-Champion gab es ein Gerangel und Huber konnte diesem nur umständlich ausweichen, verlor wertvolle Meter und leider auch den Anschluss an die Spitze. Der Traum vom Podium war damit ausgeträumt. Trotzdem brachte er mit Platz fünf und einer wirklich eindrucksvollen Vorstellung eine stolzes Ergebnis nach Hause. Weltmeister der DD2 wurde Daniel Morad, der sein Kart und auch den Zweitplatzierten beim Zieleinlauf vor lauter Freude vehement in die Reifenstapel schickte. Unter tosendem Applaus der Zuschauer entstiegen beide ihren havarierten Karts jedoch unverletzt und konnten sich gebührend feiern lassen.

Das gilt auch für die deutsch-österreichische Mannschaft. Noch nie war eine Delegation soweit vorne zu finden, geschweige denn in Reichweite des WM-Titels. Ferenc Kancsar hat das Podest erklommen und mit Andre Huber und Julian Wagner hätten es auch locker zwei Podiumsplätze, wenn nicht sogar der Weltmeistertitel, werden können. Gratulation. 

Ergebnisse und Videos der ROTAX MAX Grand Finals gibt es hier