Montag, 6. Februar 2023
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ADAC Kart Masters
06.06.2010

Hitzeschlacht des ADAC Kart Masters im Hunsrück

Auf dem Hunsrückring/Hahn fand am vergangenen Wochenende (04.-06. Juni) der zweite Lauf des ADAC Kart Masters statt. In den fünf Klassen Bambini A, Bambini B, KF3, KF2 und KZ2 gingen bei strahlendem Sonnenschein 118 Teilnehmer an den Start und wirbelten das Gesamtklassement kräftig durcheinander. Am Ende reisen Marc Wipprecht (Bambini A), Justin Rebbe (Bambini B), Maximilian Günther (KF3), Florian Herzog (KF2) und Christian Wangard (KZ2) als Spitzenreiter zum nächsten Rennen.
 
Bambini A: Doppelsieg für Marc Wipprecht
Das Schwabe Motorsport Trio Toni Wolf (Schönbrunn), Leonardo Momcilovic (Waldrach) und Marc Wipprecht (Ludwigshafen) bestimmten das Tempo im Zeittraining der Klasse Bambini A.
 
Der Zweiplatzierte Momcilovic legte im ersten Durchgang den besten Start hin, musste sich aber noch in der ersten Runde Artem Senin (Red Racing/Moskau) beugen.  Doch auch die Führung des Russen hielt nicht lange, Marc Wipprecht nutzte einen kleinen Fahrfehler von Senin und verschaffte sich etwas Luft zu seinen Verfolgern. Doch der Dreierpulk Senin, Wolf und Momcilovic war zu Rennmitte zurück an der Stoßstange von Wipprecht und setzte diesen kräftig unter Druck. Zwei Runden vor Schluss kam es dann zur Vorentscheidung. Wolf, der derzeitig auf Rang zwei rangierte, wollte an Wipprecht vorbei, sein Manöver scheiterte und er fand sich auf Position drei wieder. In der letzten Kurve musste sich der Bayer auch noch Momcilovic beugen und kam nur als Vierter ins Ziel. Strahlender Sieger war Wipprecht vor Senin und Momcilovic. Auf Position fünf folgte David Beckmann (TR Racing/Hagen), der eine Zehnerverfolgergruppe anführte. Eine nachträgliche Strafe wegen Frühstarts für Momcilovic und Senin würfelte die Wertung aber nochmals durcheinander. Neuer Zweitplatzierter war somit Wolf vor Senin, Beckmann und Arlind Hoti (KSM Racing Team/Mannheim). Leonardo Momcilovic rutschte bis auf Rang zehn ab.
 
Einen wahren Krimi lieferten sich die Piloten im zweiten Rennen. Marc Wipprecht verteidigte seine Spitzenposition vor einem entfesselt fahrenden Arlind Hoti, der den Pfälzer kräftig unter Druck setzte. Wipprecht behielt aber die Oberhand und wehrte die Angriffe gekonnt ab. Dadurch schlossen nach und nach Toni Wolf, Cedric Piro (Schwabe Motorsport/Heusweiler) und Artem Senin auf das Duo auf und entfachten einen Fünferkampf. Als Erster preschte Wolf vor und übernahm Platz zwei. Eine Runde später musste Hoti auch noch Piro ziehen lassen und sich letztlich hinter Wipprecht, Wolf und Piro auf Rang vier einreihen. Die Top-Fünf komplettierte Artem Senin. Eine nachträgliche Zehnsekundenstrafe für Piro ließ diesen auf Rang elf zurückfallen. Position fünf übernahm Yannick Forschner (Motorsportteam ADAC Württemberg e.V./Frickenhausen).
 
Doppelsieger Marc Wipprecht konnte es am Abend gar nicht fassen: "Wir waren schon das ganze Wochenende schnell unterwegs, trotzdem waren die Rennen sehr schwierig für mich. Meine Kontrahenten haben es mir zeitweise nicht leicht gemacht. Neben meinem Vater, möchte ich auch meinem Team Schwabe Motorsport für die erstklassige Unterstützung danken."
 
Bambini B: Justin Rebbe verteidigt Gesamtführung
Polesetter Justin Rebbe (TR Racing/Castrop-Rauxel) übernahm im ersten Rennen die Führung und konnte diese auf Anhieb ausbauen. Seine Verfolger ließen sich aber nicht so leicht abschütteln und machten ihm das Leben schwer. Allen voran Max Hesse (Solgat Motorsport/Wernau), der sogar kurzeitig die Führung übernehmen konnte. In den folgenden Runden kehrte dann etwas Ruhe im Feld der Jüngsten ein. Zum Ende wurde es jedoch noch mal spannend. Hesse nutzte eine Unachtsamkeit von Rebbe und war zurück an der Spitze. Eine Kurve später kam der Konter des Westfahlen und die Rangordnung war wieder gerade gerückt. Gleichzeitig übernahm Mike Beckhusen (ADAC Berlin-Brandenburg e.V./Berlin) Rang drei vor Christopher Röhner (DP Racing Team/Mülsen). An der Spitze war das letzte Wörtchen aber noch nicht gesprochen. Auf den letzten Metern war Hesse wieder zur Stelle und siegte am Ende vor Rebbe, Beckhusen, Röhner und Justin Gorn (Wandlitz).
 
Nach dem spannenden Führungskampf im ersten Lauf, ging es im zweiten Rennen eher etwas ruhig zur Sache. Justin Rebbe legte den besten Start hin und führte das Feld an. Zu Beginn sorgte Hesse wieder für Spannung, nach einer kurzzeitigen Führung des Wernauers konnte Rebbe sich letztlich deutlich absetzen und fuhr seinen zweiten Saisonsieg ein. Max Hesse rutschte dagegen in der letzten Runde noch hinter Mike Beckhusen auf Position drei ab. Vierter wurde Christopher Röhner vor Luke Wankmüller. Die Freude von Rebbe wurde aber schnell getrübt, eine nachträgliche Strafe wegen Frühstarts bedeutete für ihn Position vier. Seinen Sieg erbte Mike Beckhusen, der im Ziel sichtlich erfreut über diese Nachricht war. "Wir haben das Zeittraining etwas verwachst und mussten in den Rennen angreifen. Nach meinem dritten Platz im ersten Lauf habe ich im Finale bis zur letzten Minute gekämpft und bin glücklich nun als Sieger ganz oben auf dem Podium stehen zu dürfen."
 
KF3: Günther unschlagbar
Maximilian Günther (RS Motorsport/Rettenberg) war an diesem Wochenende unschlagbar in der internationalen KF3. Der Youngster aus Bayern startete von der Pole-Position und stand auch nach zwei Siegen in den Vorläufen ganz oben im Klassement des 36-köpfigen Feldes.
 
Nach seiner Dominanz in den Vorläufen setzte Günther im ersten Rennen seine Siegesfahrt souverän fort. Vom Start weg baute er kontinuierlich seinen Vorsprung aus und siegte am Ende mit fast vier Sekunden Vorsprung. Unterdessen fighteten Tom Lorkowski (Jedi Racing Team/Rösrath) und David Detmers (KSM Racing Team/Wien) erbittert um den zweiten Rang. Die Entscheidung fiel auf der Zielgeraden. Lorkowski verlor plötzlich an Tempo, wodurch der Österreicher Detmers noch Zweiter wurde. Im Gerangel um Position vier und fünf setzten sich nach dreizehn Runden Danill Pronenko (Solgat Motorsport/Ukraine) und Tim Zimmermann (RS Motorsport/Langenargen) durch.
 
Auch im zweiten Durchgang war kein Kraut gegen Maximilian Günther gewachsen. Der Bayer fuhr ein souveränes Rennen und siegte verdient. "Ein perfektes Wochenende für mich und mein Team. Ich war in allen Sitzungen Schnellster und konnte die Führung in der Meisterschaft übernehmen. Nun gilt es, diese Leistung bei den nächsten Rennen zu bestätigen.", strahlte der neue Gesamtführende Günther im Ziel. Als Zweiter kam wie im ersten Rennen David Detmers ins Ziel. Dabei musste der Wiener auf den ersten Metern noch Tom Lorkowski den Vortritt lassen, welcher aber zu Rennmitte Detmers nicht mehr hinter sich halten konnte und Dritter wurde. Rang vier ging an Dennis Marschall (Solgat Motorsport/Eggenstein) vor Daniil Pronenko auf Position fünf.
 
KF2: Brinkmann und Kirchhöfer siegen
ADAC Stiftung Sport Pilot Niklas Brinkmann (Beule Kart Racing Team/Neunrade) umrundete den 1242 Meter langen Kurs im Zeittraining am schnellsten und siegte anschließend in beiden Vorläufen. Bis dato schien es, als ob es diesmal keinen Weg an dem Youngster vorbei gäbe. Im Finale sollte sich das Blatt aber wenden. Ihm schon in den Vorläufen dicht auf den Fersen war Marvin Kirchhöfer (DP Racing Team/Leipzig), der ebenfalls einen Vorlaufsieg auf seinem Konto verbuchen durfte.
 
Zum Start des ersten Rennens sorgte leichter Nieselregen für zusätzliche Aufregung. Rennleiter Andreas Schwarz ließ sich davon aber nicht beeindrucken und schickte die Meute mit profillosen Slicks auf die Reise. Polesetter Niklas Brinkmann behielt die nötige Ruhe und siegte nach einem für ihn reibungslosen Rennen. Auf Platz zwei folgte ebenfalls souverän Brinkmanns Teamkollege Marvin Kirchhöfer, der auch von der ADAC Stiftung Sport unterstützt wird. Auf Position drei etablierte sich Oschersleben Doppelsieger Florian Herzog (TB Motorsport Racing Team/Dresden) gefolgt von Ken Hoffmann (DR Germany/Schwalbach) und Kevin Wolters (Jedi Racing Team/Ruppichteroth).
 
Pünktlich zum Finale änderten sich die Witterungsverhältnisse erneut. Starker Wind und Regen brauten sich über dem Kurs zusammen. Wie schon im ersten Durchlauf starteten die Piloten auf Slickreifen. Auch hier war es wieder Niklas Brinkmann, der den Start gewann und einen kleinen Vorsprung herausfuhr. Nach fünf Runden unterlief dem Neunrader aber ein folgenschwerer Fehler. Bei einsetzendem Regen rutschte der Youngster leicht ins Aus und fand sich auf Position sechs wieder. Die Führung übernahm Marvin Kirchhöfer vor Florian Herzog und André Matisic (KKC Racing/Hamburg). Pechvogel Brinkmann brannte nach seinem Ausrutscher ein wahres Feuerwerk ab und fuhr zeitweise mehr als eine halbe Sekunde schneller als die Konkurrenz. Bis zum Fallen der Zielflagge lag er wieder auf Rang zwei, konnte Sieger Kirchhöfer aber nicht mehr gefährlich werden. Auf Position drei kam Herzog gefolgt von Luca Stolz (KSB Racing Team/Brachbach) und David Edler von Graeve (Herdecke) ins Ziel.
 
Die beiden Sieger waren sichtlich erfreut über den engen Kampf an der Spitze. "Ab dem Zeittraining lief es sehr gut und ich war immer unter den Top-Fünf. Im ersten Rennen ging es noch sehr heiß zur Sache, das Finale lief dann perfekt, ich habe keine Fehler gemacht und konnte gewinnen. Nun wird es ganz eng an der Spitze.", Finalsieger Marvin Kirchhöfer am Abend.  "Ohne meinen kleinen Fahrfehler im Finale, hätte ich beide Rennen gewonnen. Trotzdem kann ich mit dem Wochenende zufrieden sein. In der Gesamtwertung bin ich Dritter und werde in Kerpen angreifen.", gibt Niklas Brinkmann eine klare Kampfansage für das nächste Rennen.
 
Im Gesamtklassement wird es durch den Sieg von Brinkmann und Kirchhöfer eng, denn die ersten drei Herzog, Kirchhöfer und Brinkmann trennen nur mickrige acht Punkte.
 
KZ2: Marcel Jeleniowski meldet sich mit Doppelsieg zurück
Zahlreiche Reifenschäden bestimmten die Rennen der Getriebekartklasse. Mit 25 Teilnehmern war diese auch im Hunsrück wieder erfreulich stark besetzt. Schnellster Mann des Zeittrainings war der ADAC Sachsen e.V. Schützling Kevin Illgen (Langenchursdorf) vor Marcel Jeleniowski (Bornheim), der sich mit einer beachtlichen Leistung in das ADAC Kart Masters zurückmeldete und nach den Vorläufen mit zwei Siegen den Sprung an die Spitze schaffte.
 
Im ersten Durchgang knüpfte der Bornheimer an seine Performance aus den Vorläufen an und führte das Feld klar vor Illgen und Pascal Fritzsche (Baier Motor Racing/Wipperfürth) an. Fünf Runden vor Schluss gab es noch mal eine Schrecksekunde. Im hinteren Mittelfeld kollidierten Thomas Mayer (Kartshop Ampfing/Martinsried) und Seppi Sedlmair (Solgat Motorsport/Garching), wobei Letzterer in die Start-/Ziel Brücke rutschte. Die Rennleitung bremste das Feld in einer Slowphase ein und räumte die Unfallstelle. Nach dem Restart über zwei Runden änderte sich am Klassement aber nichts. Jeleniowski siegte vor Illgen, Fritzsche, Falko Günther (WST Motorsport/Hennef) und Stefan Ott (Kartshop Ampfing/Rott am Inn).
 
Nach hochsommerlichen Temperaturen an allen drei Renntagen, hatte Petrus im Finale kein Einsehen mit den Schaltkartpiloten. Bei anfänglich nur leichtem Regen rollte das gesamte Feld mit Slicks an den Start. Diesmal war es Kevin Illgen, dem die leicht rutschigen Bedingungen entgegen kamen und den Start für sich entschied. Zwei Runden später kämpfte sich Jeleniowski jedoch zurück an die Spitze, Illgen ließ aber nicht locker und übernahm wieder die Führung. Die besten Zeiten fuhr zu diesem Zeitpunkt Christian Wangard (RMW Eurotec Team/Koblenz), der nach einem schwierigen Wochenende nun auf Rang drei lag. Der immer stärker werdende Regen ließ der Rennleitung aber keine Wahl und zwang diese zur Rennunterbrechung. Beim Restart über acht Runden legte wieder Kevin Illgen den besten Start hin und führte das Feld an.
 
Nach anfänglichen Schwierigkeiten verkürzte Jeleniowski den Rückstand auf Illgen und übernahm kurze Zeit später die Führung. In den verbleibenden Umläufen ließ der Tony-Kart Pilot nichts mehr anbrennen und siegte deutlich vor Illgen und Wangard. Marvin Meindorfer (Karthop Ampfing/Wegberg) und Toni Greif (Bad Mergentheim) wurden Vierter respektive Fünfter. Nach Addition der Teilergebnisse stand Jeleniowski, vor Illgen, Wangard, Greif und Ott als Sieger fest.
 
Sieger Jeleniowski freute sich über sein gelungenes Comeback: "Das Wichtigste war an diesem Wochenende die Reifen zu schonen, dass ist mir sehr gut gelungen. In den Rennen lief alles perfekt. Ohne den Rennabbruch im Finale wäre es aber eng für mich geworden. Am Ende fühlte ich mich im Regen wohl und habe gewonnen."
 
Am ersten Augustwochenende läutet das ADAC Kart Masters bei seinem dritten Rennwochenende auf dem Erftlandring Kerpen die Saisonhalbzeit ein. Derzeitig liegen die Piloten in allen Klassen sehr eng zusammen und werden auch in Kerpen wieder eine super Show abliefern.
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