DTM
24.04.2026
„Timo, schieb ihn raus!“ – Der Red-Bull-Ring-Skandal
Scheider war 2015 Audi-Werksfahrer. Bereits im Samstagsrennen hatte es Diskussionen gegeben, als er in einer Kurve ungewöhnlich früh bremste. Mercedes-Pilot Robert Wickens kollidierte daraufhin mit seinem damaligen Markenkollegen Pascal Wehrlein – beide schieden aus. Die Sportkommissare disqualifizierten Scheider anschließend.
Am Sonntag eskalierte die Situation endgültig. Während der Live-Übertragung in der ARD war über Funk deutlich zu hören, wie Ullrich die Anweisung gab: „Timo, schieb ihn raus!“. Sekunden später kam es zur Kollision: Scheider traf den Mercedes von Wickens, der sich direkt hinter Wehrlein befand. Beide Fahrzeuge rutschten ins Kiesbett, während Scheider weiterfahren konnte.
Nach dem Rennen herrschte großes Durcheinander. Ullrich wies jede Verantwortung von sich und erklärte, es habe sich nicht um eine Anweisung gehandelt, zudem kommuniziere er grundsätzlich nicht per Funk mit den Fahrern.
Das DMSB-Sportgericht kam jedoch zu einem anderen Schluss: Es sah es als erwiesen an, dass Ullrich die Stimme am Funk war und die entsprechende Anweisung gegeben hatte. Die Konsequenzen waren drastisch: Ullrich wurde bis zum Saisonende aus der Boxengasse verbannt und erhielt Funkverbot. Zudem wurde Audi mit einer Geldstrafe von 200.000 Euro belegt und verlor die Team-Punkte des Wochenendes.
Auch für Scheider hatte der Vorfall Folgen. Er wurde disqualifiziert und für die folgenden DTM-Rennen in Moskau gesperrt.
Sportlich blieb dennoch ein Audi-Sieg durch Mattias Ekström in der Steiermark stehen – die Meisterschaft sicherte sich am Ende jedoch Mercedes-Pilot Wehrlein.





