Samstag, 13. April 2024
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Rallye WM
01.04.2024

Safari-Rallye Keniavendet mit dreifachem Skoda-Erfolg in der WRC2-Kategorie

Die Škoda Fabia RS Rally2-Besatzungen dominierten die WRC2-Kategorie bei der Safari-Rallye Kenia (27. bis 31. März 2024), dritter Lauf zur FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2024. Gus Greensmith/Jonas Andersson (GBR/SWE) führten die WRC2-Kategorie vom Start bis ins Ziel an und distanzierten Oliver Solberg/Elliott Edmondson (SWE/GBR), ihre Teamkollegen bei Toksport WRT, letztlich um mehr als eine Minute. Kajetan Kajetanowicz/Maciej Szczepaniak (POL/POL) vom Team RaceSeven holten sich WRC2-Rang drei und gewannen zugleich die Wertung der WRC2 Challenger.

Die vor 70 Jahren erstmals ausgetragene Safari-Rallye Kenia, heutzutage in der Region um den Naivasha-See im Rift Valley beheimatet, ist der längste und wohl auch härteste WM-Lauf des Jahres. Die 13 für die WRC2-Wertung gemeldeten Crews stellten sich 377 Kilometer Wertungsprüfungen (WP), die über teils extrem steinige, teils sehr sandige Schotterstrecken durch die afrikanische Steppe führten. Der vom Spätsommer in die Osterzeit zurückverlegte Termin stellte eine weitere Herausforderung dar: Die heftigen Niederschläge der Regenzeit verwandelten einige WM-Abschnitte rund um den Großen Afrikanischen Grabenbruch in tiefe Schlammlöcher.

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Mit dem Start der kurzen Auftaktprüfung vor den Toren der Hauptstand Nairobi übernahmen zwei Besatzungen des in Deutschland stationierten Teams Toksport WRT das Kommando. Der erfahrene Brite Gus Greensmith und sein schwedischer Beifahrer Jonas Andersson, die die ersten beiden WM-Läufe ausgelassen hatten, setzten sich in ihrem Škoda Fabia RS Rally2 mit vier WRC2-Bestzeiten in Folge an die Spitze. Ihre Teamkollegen Oliver Solberg/Elliott Edmondson blieben anfangs in direkter Schlagdistanz, dann aber büßte das schwedisch-britische Duo fast vier Minuten ein: Einem Radwechsel auf WP3 folgte ein schleichender Plattfuß auf WP4. So konnte der von Grippesymptomen geplagte Greensmith früh auf eine weniger riskante Gangart umstellen. „Das war der härteste Nachmittag seit ich Rallye fahre“, bekannte der 27-jährige Engländer dennoch im Ziel der Freitagsetappe.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich Solberg/Edmondson zurück auf Platz drei der WRC2-Klassifikation gekämpft und lagen direkt hinter Kajetan Kajetanowicz/Maciej Szczepaniak, den WRC2-Siegern der vergangenen zwei Kenia-Rallyes. Noch wichtiger für das polnische Duo im Škoda Fabia RS Rally2 des spanischen Teams RaceSeven: Sie führten die Wertung der WRC2 Challenger an. Ihr einziges Problem ging auf Sand im Luftfiltersystem des Motors zurück, das mit einem speziellen, nur bei der ‚Safari‘ erlaubten ‚Schnorchel‘ ausgerüstet war.

Mit vier WRC2-Bestzeiten auf den sechs WP des Samstags zog Solberg an Kajetanowicz vorbei auf Position zwei. Am Sonntag beschränkten sich die drei WRC2-Spitzenreiter darauf, ihre Platzierungen abzusichern. So belegten am Ende drei Škoda Besatzungen das WRC2-Podest: Greensmith/Andersson vor Solberg/Edmondson und Kajetanowicz/Szczepaniak. „Ich bin wirklich, wirklich glücklich. Vielen Dank ans Team, sie haben perfekt gearbeitet“, kommentierte Greensmith seinen optimalen Start in seine WRC2-Titeljagd. Beim Sieg in ihrer Kategorie fuhren Greensmith/Andersson zudem auf einen sehr beachtlichen sechsten Platz im Gesamtklassement.

Durch seine 18 WM-Punkte für WRC2-Rang zwei in Kenia plus die 25 vom WRC2-Sieg in Schweden übernimmt Solberg nach drei von 13 WM-Läufen die WRC2-Tabellenführung. „Guter Start in die Weltmeisterschaft“ fasste er diesen Auftakt knapp zusammen. Kajetan Kajetanowicz, der sowohl auf die Rallye Monte Carlo als auch die Rallye Schweden verzichtet hatte, begann seine geplante Titelverteidigung in der WRC2 Challenger-Klasse mit der optimalen Punktausbeute. Toksport WRT steht nach der Safari-Rallye Kenia zusammen mit einer anderen Mannschaft auf Platz eins der WRC2-Teamwertung.

Drei weitere Škoda Crews kamen bei der Safari-Rallye Kenia in die Top-Ten der WRC2-Kategorie: Die Polen Daniel Chwist/Kamil Heller liefen als Sechste ein, die Lokalmatadoren Karan Patel/Tauseef Khan und Aakif Virani/Zahir Shah sahen das Ziel als Neunte und Zehnte der WRC2.

Nach dem einzigen afrikanischen WM-Lauf kehrt der Tross der Rallye-WM nun zurück nach Europa, wo mit der Rallye Kroatien vom 18. bis 21. April die erste pure Asphaltveranstaltung des Jahres auf dem Programm steht.
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