Freitag, 7. Oktober 2022
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Formelsport Allgemein
12.09.2022

Premierensieg für Vettels-Ex-Auto

Mit V10- und V8-Sound und schönen Positionskämpfen quer durchs Fahrerfeld meldete sich die BOSS GP aus der Sommerpause zurück. Zahlreiche Fans besuchten an beiden Renntagen der Masaryk Racing Days die ehemalige MotoGP-Rennstrecke in Tschechien, um Europas schnellste Rennserie live zu erleben.

BOSS GP F1 Class

Das Duell der beiden Toro-Rosso-F1-Boliden entschied an diesem Wochenende Thomas Jackermeier (GER, Top Speed) in seinem STR3 mit Ferrari-V8-Motor für sich. Für den Formel-1-Rookie war es nicht nur ein Doppelsieg, sondern auch der erste Sieg überhaupt in der BOSS GP Racing Series. Tabellenführer Ingo Gerstl (AUT, Top Speed) riskierte mit seinem STR1 bei den trickreichen Bedingungen nichts und brachte einen zweiten Platz ins Trockene. In der Meisterschaft kann Gerstl bereits beim nächsten Rennen in Mugello den Sack zumachen.

BOSS GP FORMULA Class

Ausgerechnet kurz vor dem Start der Aufwärmrunde des ersten Rennens öffnete der Himmel seine Schleusen. Dennoch setzten alle Piloten weiter auf die Pirelli P-Zero-Trockenreifen, was auch klappen sollte. Simone Colombo (ITA, MM International) behielt bei Mischverhältnissen die Kontrolle über sein Fahrzeug und sicherte sich den Laufsieg vor Marco Ghiotto (ITA, Scuderia Palladio). Ghiotto ließ es zunächst ruhig angehen, schnappte sich dann aber einen Gegner nach dem anderen und beendete den ersten Lauf auf Rang 2. Francesco Malavasi (ITA, Scuderia Palladio) komplettierte das Podest. Salvatore de Plano (ITA, MM International) kam bei seinem ersten Start in diesem Jahr auf dem vierten Platz ins Ziel. Walter Steding (GER, Scuderia Palladio) rundete die Top-5 am Samstag ab. Colombo und Ghiotto setzten ihr Duell im zweiten Rennen fort. Ein Rad-an-Rad-Duell begeisterte in weiterer Folge die Fans vor Ort und im Livestream. Wenige Minuten vor Schluss gelang Ghiotto dann das entscheidende Manöver in der letzten Kurve. Titelverteidiger Ghiotto holte damit seinen ersten Saisonsieg und hat noch Chancen auf den Titel. Malavasi schnappte sich im Finish ebenfalls noch Colombo und sicherte sich damit seinen zweiten BOSS GP-Podestplatz. Mit dem Sieg und einem dritten Platz übernimmt Simone Colombo vor den beiden letzten Rennwochenenden die Führung in der Gesamtwertung von Zdenek Chovanec Lopez (PRT, MM International), der in Brünn nicht am Start war.

BOSS GP SUPER LIGHTS Class

In der Klasse der Sechszylinder-Autos überraschte der junge Österreicher Alexander Geier (AUT, Geier Racing) im World Series by Renault abermals mit einem Doppelsieg. Bei trickreichen Bedingungen in Rennen 1 behielt Geier den Überblick, kontrollierte das Tempo in der Klasse und sicherte sich den Sieg. Polesetter Andreas Hasler (AUT, Hasler Motorsport) konnte dem nichts entgegensetzen. Am Sonntag wiederholte Geier dieses Kunststück und machte sich so zum Doppelsieger von Brünn. Hasler fokussierte sich auf das Punktesammeln und konnte so die Meisterschaftsführung bei den SUPER LIGHTS verteidigen.

Zwei Wochenenden stehen für Europas schnellste Rennserie in ihrer 28. Saison noch am Programm: Das Italien-Doppel beginnt mit den Rennen in Mugello am 15. und 16. Oktober und endet nahe der Mittelmeerküste in Misano am 5. und 6. November 2022.

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Thomas Jackermeier (GER, Top Speed), Premierensieg in der BOSS GP F1-Klasse: „Der Toro Rosso ist ein Wahnsinn. Es hat einen riesengroßen Spaß gemacht, ich bin hochzufrieden. Gestern war es im Nassen schwer, da ist der Grenzbereich extrem schmal, aber das merkt man schnell (lacht).“
 
Simone Colombo (ITA, MM International), neuer Gesamtführender FORMULA-Klasse: „Das Wochenende war gut, leider konnte ich im zweiten Rennen Marco Ghiotto und Francesco Malavasi nicht hinter mir halten, aber es ist ein gutes Ergebnis für die Meisterschaft. Ich habe mit den Reifen am Anfang zu viel gepusht, am Ende hatte ich dadurch wenig Grip. Am Samstag war es genau andersherum.“
 
Alexander Geier (AUT, Geier Racing), Doppelsieger BOSS GP SUPER LIGHTS-Klasse: „Das Qualifying haben wir bedauerlicherweise nicht hinbekommen, aber dafür im Rennen alles mit einem Doppelsieg wettgemacht, was gibt es Schöneres? Der Champagner schmeckt! Am Samstag habe ich mich auf den Regen gefreut, da konnte ich mit so manchem GP2 mithalten.“
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