Montag, 6. Februar 2023
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24h Portimao
11.07.2022

CP Racing feiert ersten Gesamtsieg

CP Racing hat bei den Hankook 24h Portimao nach einem Kampf bis zum Schluss mit GT3-Tabellenführer Phoenix Racing den ersten Gesamtsieg in den 24h Series powered by Hankook eingefahren.
 
Während des 24-Stunden-Rennens, das ohne Unterbrechung absolviert wurde, wechselten sich der  CP Racing-Mercedes-AMG GT3 (#85, Charles Putman / Charles Espenlaub / Joe Foster / Shane Lewis) und der Phoenix Racing-Audi R8 LMS GT3 EVO II (#18, Michael Doppelmayr / Pierre Kaffer / Elia Erhart / Swen Herberger) unfassbare 26 Mal an der Spitze in Portimão ab, nachdem beide Teams ihre Tankstopps und Fahrerwechsel immer so lange wie möglich hinauszögerten. Als die beiden Teams nach ihren letzten Boxenstopps etwa 50 Minuten vor Schluss ins Rennen zurückkehrten, trennten den Mercedes und den Audi nach wie vor weniger als 30 Sekunden. 
 
Der Erfolg bedeutet der erste Gesamtsieg für CP Racing in den 24h Series. Shane Lewis, der an diesem Wochenende seinen 60. Start in den 24h Series absolvierte, fuhr das Auto nach 718 Runden auf dem 4,652 Kilometer langen Autódromo Internacional do Algarve als Sieger über die Ziellinie.
 
„Das war gigantisch“, sagte ein überglücklicher Shane Lewis zu Joe Bradley von radiolemans.com. „Ich mache das hier schon seit vielen Jahren und dass ich mein 60. Rennen in den 24h Series mit einem Sieg feiern kann, ist ganz speziell. Ich kann den Mercedes-AMG gar nicht genug loben. Leute kamen zu uns und sagten: „Oh, das ist nicht das Auto das man hier braucht.“ Wir haben aber sehr hart gearbeitet, wirklich hart gearbeitet, und dann hat sich herausgestellt, dass der Mercedes genau das Auto ist, das man hier braucht! Ehrlich gesagt ist es aber vor allem auch CP Racing als Team, das man hier braucht und es ist eine Ehre für mich, für dieses Team zu fahren. Ich liebe diese Serie, ich liebe CREVENTIC und ich liebe diese Rennstrecke!“
 
„Endlich! Ich habe Tränen in den Augen“, sagte Teambesitzer und Fahrer Charles Putman. „Es ist einfach nur fantastisch, ich bin so unfassbar stolz auf all unsere Jungs. Stolz auf unseren AMG, weil er unter diesen Bedingungen gefahren ist, denn mit solchen Temperaturen war es wirklich ein harter Test. Ich bin einfach nur happy!“
 
Obwohl eine Verletzung für Elia Erhart, der sich bei Problemen während eines Boxenstopps in der Nacht eine Handverletzung zuzog, die Planung des Teams ordentlich durcheinandergewirbelt hatte, belegte Phoenix Racing nur 36 Sekunden hinter CP Racing noch Rang zwei. Damit baute die deutsche Mannschaft die Führung in der GT3-Punktewertung weiter aus. 
 
WTM Racing (#22, Georg Weiss / Leonard Weiss / Jochen Krumbach / Daniel Keilwitz / Indy Dontje), ursprünglich auf Gesamtrang drei, wurde nachträglich aus der Wertung der Hankook 24h Portimao genommen, da bei der technischen Untersuchung nach dem Rennen festgestellt wurde, dass die Auspuffanlage des Ferrari 488 GT3 keinen Katalysator aufwies, was ein Verstoß gegen die Regularien der 24h Series bedeutet.
 
Damit schaffte es Red Ant Racing, das den ersten und zweiten Platz der 992Klasse und den vierten und fünften Rang der Gesamtwertung belegt hatte, sogar auf das Gesamtpodium. Der Porsche 992 GT3 Cup mit der Startnummer 903 des belgischen Teams (#903, Ayrton Redant / Bert Redant / Yannick Redant / Sam Dejonghe) siegte vor dem Porsche-Schwesterauto (#904, Philippe Wils / Jimmy de Breucker / Kobe de Breucker / Gavin Pickering), wobei letztgenanntes Team Rang vier der Gesamtwertung belegte.
 
Ein Wertungsausschluss in den 24h Series kommt selten vor und ist enttäuschend, aber CREVENTIC und die Funktionäre sind davon überzeugt, dass auch diese Entscheidung dazu beiträgt, dass der Wettbewerb fair bleibt.
 
Der wichtigste Konkurrent für Red Ant Racing im Titelkampf, Red CamelJordans.nl (#909, Ivo Breukers / Luc Breukers / Rik Breukers / Fabian Danz), schien in Portimão auf dem Weg zum KLassensieg, aber eine gebrochene Abtriebswelle, die durch die Hitze wegen eines gebrochenen Auspuffrohrs verursacht wurde, führte letztendlich kurz vor Tagesanbruch zum Ausfall des niederländischen Teams. Red Camel-Jordans.nl und Red Ant Racing sind in der 992-Europawertung jetzt nur ein Punkt auseinander und sind in der  Championship of the Continents sogar punktgleich.
 
Großes Pech traf RD Signs – Siauliai racing team (#720, Audrius Butkevicius / Nicola Michelon / Paulius Paskevicius / Arturs Batraks) 90 Minuten vor Schluss. Nach einer starken Aufholjagd nach einem Reifenschaden sowie einem kleinen
Brand während eines Tankstopps befand sich das Team, das lange die GTXKlasse anführte, in den Top Sechs der Gesamtwertung, als am Lamborghini Huracán Super Trofeo Elektronikprobleme auftraten. Das ebnete für den GTXTitelrivalen Leipert Motorsport (#710, Kerong Li / Jean-Francois Brunot / Glenn McGee / Anthony McIntosh / Tyler Cooke) den Weg zum Klassensieg. Die Mannschaft aus Litauen wurde immerhin noch auf Platz zwei in der Klasse und Gesamtrang sechs gewertet.
 
Auch der fünftplatzierte Leipert Motorsport-Lamborghini Huracán Super Trofeo hatte keineswegs ein problemloses Rennen mit mehreren Reifenschäden und Schwierigkeiten mit der Spritversorgung während der gesamten Dauer, sicherte sich aber dennoch den ersten GTX-Klassensieg der Saison. Mit den Siegerteams der 992- und GTX-Klassen auf den Positionen drei und fünf sind vier verschiedene Marken in den Top Fünf der Gesamtwertung der Hankook 24h Portimao 2022 vertreten.
 
BMW M Motorsport (#482, Daniel Harper / Max Hesse / Neil Verhagen / Jörg Weidinger) erlebte eine erfolgreiche 24-Stunden-Rennpremiere mit dem neuenn M4 GT4 der zweiten Generation auf dem letzten Podiumsplatz der GTXKlasse. Dank einer starken Pace führte das Konzeptfahrzeug während der Nacht sogar die Klassenwertung an.
 
Nach Zeitverlust in der Anfangsphase wegen eines Problems mit dem Überschlagventil krönte RAM Racing (#405, Jon Minshaw / Katarina Kyvalova / John Loggie / Phil Keen) eine souveräne Vorstellung beim ersten
Langstreckenrennen mit dem Mercedes-AMG GT4 mit dem Sieg in der GT4Klasse. Das britische Team fuhr auf dem achten Gesamtrang ins Ziel, gefolgt vom SAINTéLOC Racing-Audi R8 LMS GT3 EVO II (#26, Olivier Esteves / Christian Kelders / Simon Gachet / Nicolas Baert / Lucas Légeret), der nach einer starken Aufholjagd nach Kontakt mit der Leitplanke in Kurve 11 auf Platz neun gewertet wurde.
 
 
Hinter RAM Racing belegte der Lionspeed by Car Collection Motorsport-Audi R8 LMS GT4 (#499, Andreas Bakkerud / José Garcia / Patrick Kolb / Daniel Miller) Rang zwei in der Klasse und komplettierte die Top Ten der Gesamtwertung. Der dreimalige Rallycross-Europameister  Andreas Bakkerud holt damit bei seiner zweiten Teilnahme an der Serie im Jahr 2022 seinen ersten Podiumsplatz in den 24h Series.
 
Eine außerordentliche Leistung gab es beim TEAM ACP - Tangerine Associates (#421, Catesby Jones / Wim Spinoy / Ken Goldberg / Jim Norman), das wegen anhaltender Elektronikprobleme in den ersten neun Stunden lediglich 21 Runden absolvierte, insgesamt aber genügend Runden zurücklegte, um noch auf Rang drei in der Klasse gewertet zu werden. Für den Einsatz wurde das belgische Team mit der begehrten ‚Spirit of the Race‘Trophäe von radiolemans.com ausgezeichnet.
 
Die Rennsieger von 2020, Herberth Motorsport (#91, Daniel Allemann / Ralf Bohn / Alfred Renauer / Robert Renauer / Jürgen Häring), erlebten bereits am Samstag einen herben Rückschlag, als ein Reifenschaden auch die Heckpartie des Porsche 911 GT3 R beschädigte. Dennoch arbeitete sich das bayerische Team im Laufe der Nacht wieder auf Gesamtrang fünf vor, aber nach einer Kollision beendete der Porsche sein Rennen im Kiesbett von Kurve fünf.

Vierter Saisonsieg und Drama für TCR-Titelanwärter BBR bei den Hankook 24h Portimao

BBR, Tabellenführer in der TCRTeamwertung, hat sich bei den Hankook 24h Portimao den vierten Sieg in den 24h Series 2022 gesichert. Mit etwas mehr Glück wäre sogar der erste Doppelsieg des Teams möglich gewesen.
 
Das thailändische Team, das am Wochenende in Portimão erstmals in dieser Saison zwei Autos einsetzte, hatte nach zwei Dritteln der Renndistanz den ersten und zweiten Platz in der TCR-Klasse inne. Während die Autos wie ein Uhrwerk fuhren und die wichtigsten Rivale Probleme hatten, konnte das Duo einen Vorsprung von zehn Runden herausfahren. Kurz nach Tagesanbruch jedoch war der BBR-CUPRA Leon Competición TCR (#158, Chariya Nuya / Munkong Sathienthirakul / Sandy Stuvik / Grant Supaphongs / Nattanid Leewattanavalagul), der in den ersten vier Stunden bis zum Bruch des Riemens der Lichtmaschine die TCR-Klasse angeführt hatte, nach einem Brand im Motorraum endgültig aus dem Rennen.
 
Damit musste das Schwesterauto, der CUPRA TCR (#159, Kantadhee Kusiri / Kantasak Kusiri / Anusorn Asiralertsir / Tanart Sathienthirakul / Pasarit
Promsombat), alleine die Ehre des Teams verteidigen, aber das unlängst vom Team angeschaffte TCR-Auto fuhr das Rennen ohne Probleme zu Ende und fuhr den vierten Sieg der Saison für BBR zu Ende. Tanart Sathienthirakul fuhr als Sieger ins Ziel, das Team hatte 658 Runden auf dem 4,652 Kilometer langen Autódromo Internacional do Algarve absolviert.
 
„Das war sehr hart, sowohl auf als auch neben der Strecke“, sagte Tanart zu Joe Bradley von radiolemans.com. „Am Morgen hatten wir einige Temperaturprobleme, also ging es vor allem darum, das Auto ins Ziel zu bringen und das haben wir geschafft. Danke ans Team, sie waren bärenstark am Wochenende! Alles hat einfach gepasst. Auch an meine Teamkollegen, die in jedem Stint alles gegeben haben.”
 
Das Tempo von BBR war so stark, dass der TCR-Sieger sogar den achten Gesamtrang in den Hankook 24h Portimao belegte. Mit dem Sieg baute das thailändische Team die Führung der TCR-Europawertung aus.
 
Allerdings muss festgehalten werden, dass BBR eine Strafversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung für den nächsten Lauf der in Barcelona erhält, da die vorgeschriebene Datenspeicherkarte nicht ordnungsgemäß im Datenschreiber des Fahrzeugs eingelegt war, wie bei der technischen Untersuchung nach dem Rennen festgestellt wurde.
 
Trotz Leistungsverlust am Ende des ersten Renndrittels und auch in der letzten Rennstunde belegte der zurückgekehrte AC Motorsport-Audi RS 3 LMS (#188, David Lau / Tommy Ku / Shaun Thong / Andy Yan) Rang zwei in der Klasse, vr dem Wolf-Power Racing-Audi RS3 LMS (#116, Jasmin Preisig / Ivars Vallers / Calle Bergman / Charles Dawson). Das letztgenannte Team mischte zur Halbzeit um den ersten Platz der TCR-Klasse mit, hatte dann aber zwei Antriebswellenschäden und ein Differenzialproblem. Immerhin feierte der TCE Team-Titelverteidiger den ersten Podiumsplatz in den 24h Series seit den Hankook 12h Mugello im März.
 
Der 700 Miles-Volkswagen Golf GTi TCR (#106, Thierry Chkondali / Marc Girard / Bruno Derossi / Jordan Mougenot) erlebte nach einer Kollision während der Nacht ein starkes Comeback mit Rang vier, gefolgt vom Lestrup Racing Team-Volkswagen Golf GTi TCR (#110, Mats Olsson / Peter Fahlström / Stefan Nilsson / Patric Olovsson), der Zeit verlor wegen eines defekten Turboladers zu tun hatte.
 
Starke Vibrationen, die zu Reifenschäden führten, führten für den Viper Niza Racing CUPRA TCR (#165, Douglas Khoo / Dominic Ang / Melvin Moh / Gilbert Ang) zu erheblichem Zeitverlust in der Nacht, genau so wie Leistungsverlust bei Anbruch der letzten Stunde. Das malaysische Team schaffte es immerhin ins Ziel und belegte beim ersten Auftritt in einem Rennen von CREVENTIC seit 2019 den sechsten Rang.
 
Der nächste Lauf der diesjährigen 24h Series powered by Hankook sind die Hankook 24h Barcelona vom 9.-11. September auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.
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