Mittwoch, 23. September 2020
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FIA Formula 3 Championship
10.08.2020

HWA Racelab feiert ersten Podestplatz der Formel 3-Saison

Schon im Qualifying zeigte sich, dass das Team von HWA Racelab am zweiten Rennwochenende auf dem Silverstone Circuit gute Chancen auf die vorderen Plätze haben würde. Die drei Piloten verfügten über starke Pace und fuhren mit um die Pole Position. Jake Hughes (GB) war wenige Minuten vor Ende der Session auf dem Weg zur bis dahin besten Zeit, als eine Rote Flagge seine schnelle Fahrt stoppte. Das Qualifying wurde nach einer kurzen Unterbrechung noch einmal fortgesetzt und Jake gelang eine weitere sehr gute Runde, die ihm Startplatz drei sicherte.

Von dieser aussichtsreichen Position legte er am Samstag einen blitzsauberen Start hin, zog innen in der Kurve an dem vor ihm platzierten Rivalen vorbei und eroberte Rang zwei. Anschließend fand Jake schnell zu seinem Rhythmus und fuhr ein fehlerloses Rennen. Fünf Runden vor Schluss begannen seine Reifen etwas abzubauen und der Drittplatzierte Liam Lawson (Hitech Grand Prix) kam näher. Jetzt spielte Jake seine Erfahrung auf diesem Niveau aus. Mit gekonnten Verteidigungsmanövern wehrte er alle Überholversuche des Konkurrenten ab und überquerte schließlich als Zweitplatzierter über die Ziellinie. Damit sicherte der 26-Jährige HWA Racelab die erste Podestplatzierung der FIA Formel 3 Meisterschaft 2020. Insgesamt fuhr Jake bereits zum fünften Mal für das Team aus Affalterbach aufs Podium. 

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Bei etwas kühleren Wetterbedingungen startete der Brite am Sonntag von Position neun ins Rennen, machte aber noch in der ersten Runde einen Platz gut. Nach einer Safety-Car-Phase eroberte er eine weitere Position. In der Folge entwickelten sich spannende Duelle mit den Konkurrenten. Jake machte weiter Druck nach vorne und stellte seine starke Pace mit der zwischenzeitlich schnellsten Rennrunde unter Beweis. Von Platz sechs aus wagte er in der vorletzten Runde einen weiteren Angriff. Dieser misslang und zwei Verfolger nutzten den Platz, den ihnen Jake kurzzeitig bot, um vorbeizugehen. Jake gab jedoch bis zum Schluss nicht auf und eroberte in der letzten Kurve Rang sieben, was vier weitere Punkte für die Meisterschaftswertung bedeutete.

Enzo Fittipaldi (BR) startete mit seiner bislang besten Qualifying-Performance ins Rennwochenende. Wenige Minuten vor Schluss gelang ihm die in diesem Moment drittbeste Zeit. Nach der Unterbrechung der Session konnte er eine solch schnelle Runde nicht mehr wiederholen. Platz 13 bedeutete dennoch eine gute Ausgangsposition für das erste Rennen am Samstag. Dort verlor Enzo am Start zunächst zwei Positionen, kämpfte sich aber schnell zumindest auf Rang 14 zurück. Ab Mitte des Rennens zeichneten sich jedoch Probleme mit den Reifen ab und Enzo fiel zurück auf Platz 19. Schließlich beendete der Enkel des zweimaligen Formel 1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi das Rennen auf Rang 17.

Am Sonntag lief es vom Start weg besser für Enzo. Schon in der ersten Runde überholte er drei Konkurrenten, wurde dann allerdings in seinem Vormarsch vom Safety-Car eingebremst. Als das Rennen wieder freigegeben war, setzte er seine Aufholjagd umgehend fort und eroberte in Runde acht Rang 13. Während Rivalen Fehler unterliefen, fuhr Enzo konzentriert seinen Rhythmus und arbeitete sich weiter nach vorne. Die Punkteränge kamen so für ihn immer näher. In der vorletzten Runde rückte Enzo tatsächlich auf Rang zehn vor und kam auf dieser Position ins Ziel. Allerdings kam die Rennleitung zu dem Schluss, der 19-Jährige habe sich durch Verlassen der Strecke einen unerlaubten Vorteil verschafft und sprach eine 5-Sekunden-Strafe gegen Enzo aus. So wurde der Brasilianer als 17. gewertet.

Jack Doohan (AU) startete mit einem überzeugenden Qualifying ins Rennwochenende. Nach einer zwischenzeitlichen Bestzeit stand am Ende Startplatz sieben für ihn zu Buche. Die starke Pace ließ Jack auf ein erfolgreiches Samstagsrennen hoffen. Doch am folgenden Tag hatte der 17-Jährige erneut Pech. In der zweiten Runde wurde sein Frontflügel beschädigt und er war zu einem Boxenstopp gezwungen. Vom Ende des Feldes konnte Jack nun nicht mehr allzu viel ausrichten. Mehr als Platz 26 war an diesem Tag nicht drin für ihn.

Mit einem glänzenden Start, der ihm eine Verbesserung um vier Positionen einbrachte, zeigte er auch am Sonntag sein Potential. Beim Re-Start nach der folgenden Safety-Car-Phase unterlief Jack jedoch ein Fehler. Bei einem versuchten Überholmanöver kam er von der Strecke ab und verlor einige Positionen. Von diesem Moment an ging es für ihn darum, das Rennen konzentriert zu Ende zu bringen. Er fand wieder zu seinem Rhythmus und kam auf Platz 21 ins Ziel. 

Die FIA Formel 3 Meisterschaft wird am 15. und 16. August mit zwei Rennen in Barcelona fortgesetzt.

Stimmen zum Rennwochenende 

Jake Hughes (26, GB, #15), Platz 2 und 7: „Das war unser bislang stärkstes Wochenende der Saison. Nicht nur wegen des ersten Podestplatzes, sondern auch, was die erzielten Punkte angeht. Was mich am meisten freut, ist aber die Verbesserung, die wir bei der Performance des Fahrzeugs erzielt haben. Das war ein großer Sprung nach vorne. Vom Freien Training an hatte ich ein gutes Gefühl mit dem Fahrzeug. Wir haben viel geändert im Vergleich zur letzten Woche. Wir haben die Gelegenheit genutzt, dass wir ein weiteres Mal hier in Silverstone fahren, um das Reifen-Set-Up genau zu analysieren. Das hat sich ausgezahlt. Danke an das ganze Team für die harte Arbeit! So sollten wir weitermachen. Trotz allem gibt es noch Optimierungsmöglichkeiten bei der Balance des Fahrzeugs. Aber wir haben an diesem Wochenende eine gute Basis gelegt, um in der zweiten Hälfte der Saison noch einmal zuzulegen.“ 

Enzo Fittipaldi (19, BR, #14), Platz 17 und 17: „Am Sonntag hatte ich ein viel besseres Gefühl mit dem Fahrzeug. Wir haben nach dem Samstagsrennen einige Anpassungen vorgenommen, das hat sich in der Performance positiv bemerkbar gemacht. Heute gab es viel Action und viele Kämpfe. Auch wenn es am Ende doch nicht mit Punkten belohnt wurde, kann ich positiv nach Barcelona blicken.“

Jack Doohan (17, AU, #16), Platz 26 und 21: „Im Sonntagsrennen ist mir nach dem Safety-Car-Restart ein Fehler bei einem versuchten Überholmanöver unterlaufen. Ich bin vom Kurs abgekommen und das Fahrzeug schaltete in den Safety-Modus. Da muss ich mich beim Team entschuldigen, denn wir haben beim Fahrzeug wirklich eine Verbesserung erzielt. Auch nach meinem Ausflug neben die Strecke war die Pace gut, obwohl ich kein DRS zur Verfügung hatte. Wir werden die positiven Aspekte dieses Wochenendes aufgreifen und mit nach Barcelona nehmen.“ 

Thomas Strick, Teamchef HWA Racelab: „Dieses Wochenende war ein echter Schritt vorwärts. Wir haben aus den ersten beiden Rennen in Silverstone die richtigen Schlüsse gezogen und mit einigen Veränderungen unsere Qualifying-Performance stark verbessert. Das war die Basis für unseren ersten Podestplatz. Für Jake freut es mich sehr, das Podium für ihn war überfällig. Wie er am Samstag in den letzten Runden Platz zwei verteidigt hat, zeigt seine Klasse. Insgesamt haben wir uns als Team stabilisiert. Dennoch gibt es noch weiteren Verbesserungsbedarf beim Fahrzeug-Set-Up. Sollte uns hier noch einmal ein Schritt nach vorne gelingen, können wir mit allen drei Fahrzeugen in den Punkten landen. Das ist unser Ziel für Barcelona.“