Mittwoch, 30. September 2020
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E-Sport
06.09.2020

Job siegt am Nürburgring und stellt Weichen zum Titelgewinn

Platz vier im Sprintlauf und ein clever erkämpfter Sieg im Hauptrennen: Sebastian Job hat auf der 24-Stunden-Variante des Nürburgrings, einer Kombination aus Grand Prix-Kurs und Nordschleife einen wichtigen Schritt in Richtung Titelgewinn im Porsche TAG Heuer Esports Supercup gemacht.

Der Brite konnte sich beim achten von zehn Rennsamstagen des virtuellen Markenpokals auf der Simulationsplattform iRacing in der Zwischenwertung deutlich von seinen Meisterschaftsrivalen absetzen. Die erlebten mit der digitalen Version des Porsche 911 GT3 Cup auf der Traditionsrennstrecke in der Eifel ein Desaster: Titelverteidiger Joshua Rogers aus Australien büßte durch eine unverschuldete Kollision im Sprint alle Chancen auf eine Top-Platzierung ein, Alejandro Sánchez (Spanien/MSI eSports) musste im Hauptrennen vorzeitig aufgeben. Vor dem vorletzten Saisonlauf in Le Mans führt Job die Tabelle nun mit 84 Punkten Vorsprung souverän an.

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Als Achtplatzierter des Qualifyings durfte Jobs deutscher Red Bull Racing Esport-Teamkollege Patrik Holzmann von der Pole-Position starten und übernahm sofort die Führung vor Kevin Ellis (Großbritannien/Apex Racing Team), Mitchell DeJong (USA/VRS Coanda Simsport), Sánchez und Max Benecke (Deutschland/Team Redlinie Fanatec). Schon in der ersten von drei Runden auf der mit 25,378 längsten Strecke im Kalender des Porsche TAG Heuer Esports Supercup ging Job in der Bergaufpassage hinter dem Bergwerk an Benecke vorbei. Der geriet daraufhin unter Druck von Rogers und verbremste sich bei der Anfahrt zum Tiergarten, geriet neben die Strecke und räumte dann den Tabellenzweiten unsanft von der Bahn. Rogers wurde letztlich noch 18., was auch seinem Startplatz für das Hauptrennen entsprach.

Unterdessen erlaubte sich Holzmann an der Spitze keinen Fehler und führte einen Fünferzug mit Ellis, Dejong, Sanchez und Job – der mit Blick auf die Meisterschaft jedem Risiko aus dem Weg ging – als Sieger ins Ziel. Für ihn war es der erste große Erfolg in der laufenden Saison.

Auch der Start in das Hauptrennen verlief trotz des mit 33 Porsche 911 GT3 Cup großen Teilnehmerfelds gesittet, allerdings schob sich Ellis gleich auf den ersten Metern an Holzmann vorbei und übernahm die Spitze. Die verteidigte er tapfer bis zum Ende der zweiten von vier Runden. Dann nutzte Job den Windschatten, den ihm seine beiden Vorderleute auf der langen Döttinger Höhe gewährten, und schob sich an der Antoniusbuche gleich an allen beiden vorbei auf Platz eins. Am Ende der Start-Ziel-Geraden musste er den extrem spät bremsenden Holzmann jedoch wieder passieren lassen. Allerdings nicht für lange: Aus der Bergwerk-Kurve nahm der Tabellenführer mehr Schwung mit als sein Teamkollege und ging auf der Außenseite mit einem mutigen Manöver vorbei. Erneut Erstplatzierter, fuhr er einen kleinen Vorsprung heraus und verteidigte die Führung bis ins Ziel. Während Holzmann Zweiter wurde, musste sich Ellis in der Mutkurve noch Mack Bakkum (Niederlande/VRS Coanda Simsport) geschlagen geben. Er beendete das Rennen als Vierter vor Yohann Harth (Frankreich/Apex Racing Team) und DeJong.

Alejandro Sánchez, als Tabellendritter zum Nürburgring gereist, musste seinen virtuellen, 485 PS starken 911 GT3 Cup nach einer Kollision abstellen. Joshua Rogers hatte sich zwischenzeitlich auf die neunte Position vorgekämpft, fiel durch einen Ausrutscher auf dem Grand-Prix-Kurs aber wieder zurück und erreichte die Ziellinie doch noch als Neunter hinter Martin Krönke (Deutschland/VRS Coanda Simsport) und Tuomas Tähtelä (Finnland/Logitech G Altus eSports).

Das Pech seiner wichtigsten Verfolger bescherte Job einen großzügigen Vorsprung im Gesamtklassement. Er führt die Tabelle nun mit 521 Punkten an, gefolgt von Rogers (437) und Sánchez (407).

Dem Abstecher auf die Nordschleife des Nürburgrings folgt am 26. September die nächste legendäre Rennstrecke: Dann gastieren die Simracer des Porsche TAG Heuer Esports Supercup auf dem Circuit des 24 Heures von Le Mans – exakt eine Woche nach der realen Ausgabe des französischen Langstreckenklassikers.

Sebastian Job (GB/Red Bull Racing Esports): „Ich habe große Vorsicht walten lassen und versucht, keine Dummheiten zu machen, die mich aus dem Rennen reißen könnten. Als Tabellenführer wollte ich keine unnötigen Risiken eingehen. Die Geduld hat sich am Ende ausgezahlt. Die Duelle mit Patrick Holzmann haben viel Spaß gemacht, wie bei einem Trainingsrennen fuhren wir oft Rad-an-Rad – auch wenn mich sein Ausbremsmanöver vor Kurve 1 etwas erschrocken hat.“

Patrik Holzmann (D/ Red Bull Racing Esports): „Ein tolles Resultat für unser Team! Nach dem Sprintrennen wusste ich, dies wird heute mein Tag. Bei dem Duell mit Sebastian Job wusste ich natürlich über die Tabellensituation Bescheid. Ich habe versucht, ihm einen fairen Kampf zu liefern. Am Ende war er aber schlicht und einfach schneller als ich. Als er mich in den schnellen Kurven nach dem Bergwerk überholt hat, konnte ich ihn nicht mehr halten. Aber mit Platz zwei bin ich in dieser Saison, die für mich bislang fürchterlich verlaufen ist, mehr als zufrieden. Dieses Ergebnis habe ich dringend gebraucht – weniger für den Tabellenstand, sondern für mich selbst. Endlich konnte ich Seb die Unterstützung geben, die er für den Titelkampf braucht.“

Mack Bakkum (NL/VRS Coanda Simsport): „Das waren ganz schön hektische Rennen. Aber Platz sechs und Podestrang drei sind meine besten Ergebnisse in dieser Porsche TAG Heuer Esports Supercup-Saison. Ich gehe immer mit einer positiven Grundeinstellung an den Start. Jetzt möchte ich diesen Schwung in die kommenden Läufe mitnehmen. Vielleicht springt für mich ja noch ein Sieg heraus. Ich will mich in der Tabelle noch etwas weiter verbessern.“

Ergebnisse

Nürburgring (24-Stunden-Variante), Sprintrennen
1. Patrik Holzmann (D/ Red Bull Racing Esport)
2. Kevin Ellis jr. (GB/Apex Racing Team)
3. Mitchell DeJong (USA/VRS Coanda Simsport)
4. Sebastian Job (GB/Red Bull Racing Esport)
5. Alejandro Sánchez (E/MSI eSports)

Nürburgring (24-Stunden-Variante), Hauptrennen
1. Sebastian Job (GB/Red Bull Racing Esport)
2. Patrik Holzmann (D/ Red Bull Racing Esport)
3. Mack Bakkum (NL/VRS Coanda Simsport)
4. Kevin Ellis jr. (GB/Apex Racing Team)
5. Yohann Harth (F/Apex Racing Team)

Punktestand nach 8 von 10 Wertungsläufen
1. Sebastian Job (GB/Red Bull Racing Esport), 521 Punkte
2. Joshua Rogers (AUS/VRS Coanda Racing), 437 Punkte
3. Alejandro Sánchez (E/MSI eSports), 407 Punkte