Dienstag, 17. Juli 2018
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Sportwagen Allgemein
09.07.2018

Starke Vorstellung des Porsche 911 RSR wird in Kanada nicht belohnt

Porsche beendet den sechsten Lauf der IMSA SportsCar Championship in Bowmanville/Kanada nach langer Führung auf den Positionen vier und sechs. Im Porsche 911 RSR mit der Startnummer 911 verpasste das Fahrerduo Patrick Pilet aus Frankreich und der Brite Nick Tandy als Vierter nur knapp das Podium.

Tandy stellte am Samstag im Qualifying einen neuen Rundenrekord für GTLM-Fahrzeuge im Canadian Tire Motorsport Park auf und sicherte sich die Pole-Position. Im Schwesterauto wechselten sich der aktuelle 24-Stunden-Gewinner von Le Mans Laurens Vanthoor aus Belgien und der Neuseeländer Earl Bamber am Steuer ab. Beide Porsche 911 RSR lagen im Rennen zwischenzeitlich aussichtsreich auf den Plätzen eins und zwei, wurden aber durch viele Safetycar-Phasen und Strategie-Pech ausgebremst. In der Herstellerwertung rangiert Porsche nach dem sechsten Saisonlauf der GTLM auf Rang drei.

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Die Fans im Canadian Tire Motorsport Park vor den Toren Torontos sahen ein hochspannendes und turbulentes Rennen mit insgesamt sechs Safetycar-Phasen. Bei strahlend blauem Himmel und 27 Grad Celsius erlebten sie einen gelungenen Start der beiden Porsche 911 RSR in der Klasse GTLM. Tandy nahm das Rennen von der Pole-Position auf, Vanthoor in der Nummer 912 machte direkt einen Platz gut und fuhr auf Rang drei vor. Innerhalb von einer Stunde musste das Safetycar dreimal auf die Strecke. Beide Porsche nutzten die erste Safetycar-Phase für perfekte Boxenstopps und setzten sich bis zur dritten Safetycar-Phase an die Spitze des Feldes. Die 510 PS starken 911 RSR kamen zum zweiten Stopp und Fahrerwechsel an die Box. Pilet übernahm von Tandy, Bamber ersetzte Vanthoor. Leider verloren beide Plätze, da es aufgrund von vielen Stopps zu einem Stau in der Boxengasse kam. Zudem sorgten technische Probleme beim Anlassen der Nummer 912 für einen zusätzlichen Zeitverlust. Pilet und Bamber reihten sich auf den Plätzen vier und acht wieder in das Feld ein. Nur wenige Runden nach dem Boxenstopp erlitt Bambers 911 RSR einen Reifenschaden und musste ein weiteres Mal die Box ansteuern.

Im Verlauf des Rennens folgten drei weitere Safetycar-Phasen. Pilet und Bamber kämpften sich bis kurz vor Ende auf die Plätze zwei und sechs vor. Im Kampf um Platz eins wurde Pilet von einem Überrundeten geblockt. Zwei Konkurrenten nutzten die Situation und schoben sich vor den Franzosen.

In der Klasse GTD setzte Wright Motorsports zwei 911 GT3 R ein. Porsche Selected Driver Christina Nielsen (DK) und Patrick Long (USA) wurden Neunter. Nur einen Platz dahinter beendeten Michael Schein (USA) und der Deutsche Wolf Henzler das Rennen in Kanada.

Der siebte Lauf der IMSA SportsCar Championship findet am 21. Juli im Lime Rock Park in Lakeville/USA statt.


Stimmen zum Rennen

Steffen Höllwarth, Porsche Programmmanager IMSA SportsCar Championship: „Das Resultat ist natürlich sehr enttäuschend. Wir hatten das schnellste Auto im Feld und haben das Rennen am Anfang kontrolliert. Unsere Gegner sind beim Boxenstopp ein hohes Risiko bei der Strategie eingegangen und haben nicht vollgetankt, um so Positionen gut zu machen. Zudem hat uns ein Reifenschaden der Startnummer 912 zurückgeworfen. Wir wussten, dass wir beim letzten Stopp unter normalen Umständen die kürzeste Standzeit haben würden. Leider haben unsere Gegner dann bei den nachfolgenden Safetycar-Phasen mehr Glück als wir, so dass unsere Strategie heute nicht aufgegangen ist.“

Patrick Pilet (Porsche 911 RSR #911): „Ich bin schon ein wenig enttäuscht, da es am Anfang des Rennens sehr gut für uns aussah. Nick konnte sogar einen Vorsprung herausfahren. Das Auto war sehr schnell und es hat sich gut angefühlt. Leider ging unser Plan heute nicht auf. Wir müssen das genau analysieren und daraus lernen. Jetzt geht es nach Lime Rock, die Strecke liegt dem 911 sehr. Da die Prototypen nicht am Start sind, geht es für uns dort um den Gesamtsieg.“

Nick Tandy (Porsche 911 RSR #911): „Wenn man so ein gut abgestimmtes Auto hat und von der Pole startet, dann ist Platz vier natürlich extrem enttäuschend. Ford hatte bei der Rennstrategie heute sehr viel Glück. Weil wir am Ende auf den am stärksten gebrauchten Reifen unterwegs waren, konnten wir bei den Restarts praktisch nicht mehr attackieren.“

Laurens Vanthoor (Porsche 911 RSR #912): „Ich bin natürlich enttäuscht von dem Ergebnis, da wir zwischenzeitlich auf eins und zwei lagen. Leider hatten wir ein technisches Problem beim Boxenstopp und der Reifenschaden danach hat zusätzlich Zeit gekostet. Mein Stint war eigentlich sehr gut, ich konnte einige Autos überholen. Wir haben dann noch alles versucht, aber es ging nicht mehr weiter nach vorn. Unsere Strategie ist leider nicht aufgegangen.“

Earl Bamber (Porsche 911 RSR #912): „Laurens ist einen tollen ersten Stint gefahren. Der erste Stopp war klasse. Zwischenzeitlich lagen wir auf Position zwei. Leider hat uns ein technisches Problem und ein Reifenschaden auf Platz acht zurückgeworfen. Ich habe gekämpft, alle Register beim Benzinsparen gezogen, konnte aber am Ende keine Plätze mehr gutmachen.“

Rennergebnis, Klasse GTLM
1. Briscoe/Westbrook (AUS/GB), Ford GT, 112 Runden
2. Magnussen/Garcia (DK/E), Chevrolet Corvette C7.R, 112 Runden
3. Gavin/Milner (GB/USA), Chevrolet Corvette C7.R, 112 Runden
4. Tandy/Pilet (GB/F), Porsche 911 RSR, 112 Runden
5. Hand/Müller (USA/D), Ford GT, 112 Runden

Rennergebnis, Klasse GTD
1. Keating/Bleekemolen (USA/NL), Mercedes-AMG GT3, 107 Runden
2. Marcelli/Baumann (CAN/A), Lexus RC F GT3, 107 Runden
3. Potter/Lally (USA/USA), Audi R8 LMS GT3, 107 Runden