Dienstag, 25. September 2018
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Rallye WM
20.08.2018

Thierry Neuville erringt Platz zwei bei der Rallye Deutschland

Beim neunten Lauf der Rallye-Weltmeisterschaft 2018 bei der Rallye Deutschland erzielte Hyundai Motorsport nach einem dramatischen Finaltag dank Rang zwei von Thierry Neuville und Nicolas Gilsoul das neunte Podiumsergebnis der Saison 2018. Thierry Neuville und sein Co-Pilot Nicolas Gilsoul konnten im Hyundai i20 Coupe WRC auf der ersten Wertungsprüfung am Sonntagmorgen die zweite Position übernehmen. Durch das Podiumsergebnis bauten die Belgier ihre Führung in der Fahrerweltmeisterschaft auf 23 Punkte vor Sébastien Ogier aus. 

Das WRC-Heimspiel von Hyundai bot am gesamten Wochenende viel Action. Auch am Finaltag gab es turbulente Szenen, als einige der Topfahrer ausschieden. So auch Dani Sordo und Carlos del Barrio im Hyundai i20 Coupe WRC. Nach einem Ausritt in den Weinbergen fiel das spanische Duo vom zweiten auf den siebten Rang zurück. Durch den Schaden, der am Fahrzeug entstanden war, konnten sie die Rallye nicht fortsetzen. Als Folge erbten Andreas Mikkelsen und Anders Jæger mit Position sechs den zweiten Punkterang des Teams. 
Nach der Rallye Deutschland führt Hyundai Motorsport weiterhin die Herstellerwertung an. 

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Thierry Neuville: „Es war ein Wochenende mit vielen Herausforderungen, deshalb freue ich mich über den zweiten Platz. Ich konnte meinen Vorsprung in der Fahrerwertung ein wenig ausbauen, was mein Ziel war. Ich hatte gehofft, einige Punkte mehr aus der Powerstage mitzunehmen, aber leider machte ich einen Fehler, musste zurücksetzen und ging es danach ruhiger an. Wir haben mit dem Selbstvertrauen und unserem Tempo gekämpft, auch wenn wir während des Wochenendes konstante Leistungen gezeigt haben. Der Kampf um die Meisterschaft wird sicherlich noch sehr eng.“ 

Andreas Mikkelsen: „Es war ein Wochenende des Experimentierens mit dem Auto, wir versuchten die Abstimmung anzupassen und meinen Fahrstil auf die Anforderungen dieser Asphaltstrecken umzustellen. Wir haben einige Dinge gefunden, was uns ein gutes Gefühl gab. Einige Lösungen funktionierten jedoch weniger gut. Deshalb ist der sechste Platz nicht schlecht. In der Powerstage sind wir keine Risiken eingegangen, denn die Punkte für die Herstellerwertung waren zu wichtig. Wir haben viele Hausaufgaben mitgenommen, um uns nun auf die Asphaltstrecken in Spanien vorzubereiten. Jetzt freue ich mich darauf, wieder auf Schotter zu fahren, einem Untergrund, auf dem ich mehr Selbstvertrauen mit dem Auto habe.“

Dani Sordo: „Ich bin extrem enttäuscht – für das Team und für mich. Wir hatten uns am Samstag in eine starke Ausgangsposition für den letzten Tag gebracht. Das Auto fühlte sich heute morgen sehr gut an und hatte sehr viel Grip. Ich hatte viel Vertrauen. Doch dann habe ich bei einer Kurve auf Schotter etwas spät gebremst und bin in einen Weinberg gerutscht. Dabei wurde die Windschutzscheibe komplett zerstört, und auch der Kühler wurde beschädigt. Wir haben versucht, ihn zu reparieren, aber die Temperaturen waren zu hoch, um weiterzufahren. Die Rallye hätten wir wegen des Zeitverlustes aber sowieso abhaken können. Tröstlich ist, dass wir in der Lage waren, um das Podium zu kämpfen. Wir waren schnell genug, nur das Ergebnis stimmt nicht. Ich freue mich auf meinen nächsten Einsatz in Spanien.“

Teamchef Michel Nandan: „Ich freue mich, dass wir bei unserem Heimspiel in Deutschland einen Podiumsplatz erringen konnten. Es war ein ereignisreicher Finalmorgen, inklusive eines Ausritts von Dani und Carlos, der ihren Kampf ums Podium beendete. Das war nach dem starken Wochenende sehr schade für sie. Thierry und Nicolas übernahmen ihren Platz, und auch Andreas und Anders rückten auf den sechsten Platz vor. Es war für uns kein ideales Wochenende, aber es war auch nicht schlecht. Platz zwei ist ein gutes Resultat, und auch wenn wir ein wenig Boden verloren haben, kann noch viel in dieser Saison passieren. Wir konzentrieren uns jetzt auf den nächsten Event in der Türkei, eine Rallye, die für alle neu ist. Es bleibt eine herausfordernde und spannende Weltmeisterschaft.“

Der zehnte Lauf der FIA Rallye-Weltmeisterschaft findet vom 13.–16. September in der Türkei statt. Bei der Schotterrallye startet Hyundai Motorsport erstmals in dem Land, da das Event zuletzt 2010 im WM-Kalender war. Die Wertungsprüfungen sind jedoch für alle Teams neu, da die Rallye diesmal in der Region Marmaris antritt.

Ergebnis Rallye Deutschland
1. O. Tänak/M. Järveoja, Toyota Yaris WRC, 3:03.36,9 Std.
2. T. Neuville/N. Gilsoul, Hyundai i20 Coupe WRC, +39,2 Sek.
3. E. Lappi/J. Ferm, Toyota Yaris WRC, +1.00,9 Min.
4. S. Ogier/J. Ingrassia, Ford Fiesta WRC, +1.34,5 Min.
5. T. Suninen/M. Markkula, Ford Fiesta WRC, +2.02,9 Min.
6. A. Mikkelsen/A. Jæger, Hyundai i20 Coupe WRC, +2.13,8 Min.
7. C. Breen/S. Martin, Citroën C3 WRC, +2.39,1 Min.
8. M. Griebel/A. Rath, Citroën DS3 WRC, +10.41,2 Min.
9. J. Kopecky/P. Dresler, Škoda Fabia R5, +13.12,8 Min.
10. K. Rovanperä/J. Halttunen, Škoda Fabia R5, +13.16,6 Min.