Samstag, 20. Oktober 2018
Motorsport XLDas Motorsport MagazinVorschau Abonnement
RCN
11.06.2018

RCN GLP: top Veranstaltung und strahlende Gesichter

War es beim ersten GLP‐Lauf der Saison 2018 der Regen, der den Verantwortlichen Sorgenfalten ins Gesicht trieb, so war es diesmal der dichte Eifelnebel, der vor dem Start über der beliebten Rennstrecke lag und für Diskussionsstoff sorgte. Konnte die GLP „Rhein‐Sieg“ der Motorsport Interessengemeinschaft Siebengebirge e.V. (MIG 7) pünktlich starten oder nicht – das war die Frage.

Aber es gab noch andere Gesprächsthemen bzw. Veränderungen: Holger Träger und Alexander Keller, das Team aus Bochum, das die beliebte Breitensportserie jahrelang dominiert hatte, fehlte diesmal. Dafür war Stefan Kunze, der GLP‐Gesamtsieger von 2015 und 2016, mit einem neuem Beifahrer am Start: „Christian Vidal musste zum ersten Mal aus beruflichen Gründen absagen und ich habe mit Peter Schild kurzfristig einen guten Ersatz gefunden, denn ich schon sehr lange kenne.“ Das Vater/Sohn‐Team von Fragstein war wieder im „T‐Car“, dem eher unscheinbaren Ford Puma unterwegs. Der blauweiße Ford Escort im Cosworth‐Style sollte für eine anstehende Bergveranstaltung geschont werden. Ganz anders war die Veränderung beim Team mit der Nummer 658. Es glänzte und funkelte am Ringfinger von Fahrer und Beifahrerin: Anja und Norbert Schäfer (Pomster) hatten geheiratet und fuhren nun ihre erste GLP als Ehepaar. 

Anzeige
Nach der obligatorischen Fahrerbesprechung, in der nicht nur die Newcomer immer wieder auf die Besonderheiten und die Gefahren der Nürburgring Nordschleife hingewiesen wurden, konnte dann doch noch pünktlich gestartet werden. Der Nebel hatte sich gelichtet und Holger Adrio (permanenter GLP‐Rennleiter) gab die Strecke frei. Exakt 140 Teams machten sich auf den Weg.

Die erste Bestätigungsrunde beendeten gleich drei Teams mit nur 0,1 Punkten: Oliver und Udo von Fragstein (Leichlingen/Leverkusen), Stefan Kunze und Peter Schild (Herdecke/Langen) sowie Sarah Hoffmann und Harald Ezaru aus Pforzheim. Die beiden Letztgenannten im BMW 330 konnten sich in der folgenden Runde noch verbessern und gingen mit einer Null‐Fehler‐Runde in Führung. Es folgte von Fragstein/von Fragstein, die das Topergebnis der ersten Runde wiederholen konnten und Kunze/Schild, die nach einer Runde mit 0,2 Fehlerpunkten eine Winzigkeit dahinter lagen.

In der dritten Runde trumpften Stefan Kunze und Peter Schild im BMW M3 wieder auf und übernahmen nach einer weiteren Runde mit 0,1 Fehlern und nun insgesamt 0,4 Punkten die Halbzeitführung. Platz zwei teilten sich zu diesem Zeitpunkt Oliver und Udo von Fragstein sowie Sarah Hoffmann und Harald Ezaru mit jeweils 0,7 Punkten. Auf dem dritten Platz folgten mit 0,9 Fehlerpunkten Christian Höwer (Königswinter) und Carsten Heinrichs (Dormagen), die mit ihrem Ford Focus für die Scuderia Augustusburg Brühl starteten.

In der zweiten Hälfte blieb es spannend. Hoffmann/Ezaru „patzten“ in der vierten Bestätigungsrunde. Die 2,5 Fehlerpunkte taten weh und verhinderten eine bessere Platzierung. Eine Runde später hatten auch Kunze/Schild einen kleinen Ausreißer – 1,1 Fehlerpunkte, die in der Endabrechnung über Sieg oder Niederlage entscheiden sollten. Da dem von Fragstein‐Team in der gleichen Runde eine Nuller‐Runde gelang, konnte man schon von einer Vorentscheidung sprechen.

Im Ziel fand sich dann der Name „Ostrowski“ vier Mal in den Top‐Ten. Davina und Christian Ostrowski (Essen/Team GVA Verkehrssicherung) belegten im Ford Escort mit 8,1 Fehlerpunkten (1,2/1,1/0,9/1,5/3,3/0,1) den guten zehnten Platz. Jennifer und Steven Ostrowski (ebenfalls Essen/Team GVA Verkehrssicherung) steigerten sich nach einer nicht ganz optimalen ersten Runde im Laufe der Veranstaltung. 5,3 Punkte (3,5/0,4/0,1/0,8/0,4/0,2) reichten dem Porsche Team im Ziel für den fünften Platz.

Sarah Hoffmann und Harald Ezaru fuhren eine tolle GLP – bis auf die oben genannte vierte Runde. Aber egal, der vierte Platz mit 4,6 Punkten (0,1/0,0/0,6/2,5/1,0/0,4) lässt aufhorchen. Die Drittplatzierten haben sich während der letzten GLPs fest an der Spitze etabliert. Mit 2,6 Punkten (0,2/0,3/0,4/0,6/0,9/0,2) fuhren Christian Höwer und Carsten Heinrichs unspektakulär aber zuverlässig und sicher erneut aufs Podest.

An der Spitze änderte sich nach den Ereignissen in der vorletzten Bestätigungsrunde (s.o.) nichts mehr. Stefan Kunze und Peter Schild im BMW M3 schafften im letzten gewerteten Umlauf noch eine Runde mit 0,1 Fehlerpunkten, hatten damit im Ziel insgesamt 1,8 Punkte (0,1/0,2/0,1/0,2/1,1/0,1) und mussten sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Der Sieg aber ging verdientermaßen an Oliver und Udo von Fragstein im Ford Puma. In der Addition zeigte die Rundentabelle für das Vater/Sohn‐Team 1,4 Fehlerpunkte (0,1/0,1/0,5/0,3/0,0/0,4) an.

Und so sah man bei der Siegerehrung fast nur glückliche Gesichter. Unter anderem die frisch Verheirateten Anja und Norbert Schäfer, die mit ihrem BMW Z3 und 17,3 Fehlerpunkten (5,0/4,4/3,8/2,1/0,2/1,8) den 33. Platz belegten. Oder Veronika und Dieter Nüsser (Kerpen/Bergeheim) – ihnen gelang im VW Jetta mit dem 16. Platz und 12,9 Fehlerpunkten (2,6/0,4/1,3/0,6/7,9/0,1) das bisher beste Ergebnis ihrer bisherigen GLP‐Karriere.

Zufrieden konnten auch Michael Neufeld und Max Jung sein. Die beiden Kölner wiederholten mit 17,9 Punkten (2,4/4,9/1,6/3,5/2,2/3,3) ihren Erfolg vom ersten Lauf und gewannen im blaugelben VW Golf erneut die Rookieklasse. Ihnen folgten Florian Kraus und Niklas Heidrich (beide Windhagen) im BMW 320 mit 20,3 Punkten (6,6/1,6/7,0/1,9/2,4/0,8/) auf P2 und knapp dahinter Anna Carina Rein und Tobias Rethfeld (Großholbach) im Opel Corsa mit 20,6 Punkten (5,2/1,0/9,2/1,7/1,6/1,9) auf dem dritten Platz.

Die Mannschaftswertung sicherte sich erneut das Team der Scuderia Augustusburg Brühl mit den Teams Kunze/Schmid, Höwer/Heinrichs, Lepold/Schäfer, Klein/Manthey und Grün/Grün vor dem Team „KÜS/GVA“ (Ostrowski/Ostrowski, Ostrowski/Ostrowski, Bernhards/Bernhards, Reidenbach/Reidenbach und Neufeld/Jung).

Das letzte Wort hatte Rennleiter Holger Adrio, der mit seiner Veranstaltung durchaus zufrieden war: „Die meisten Fahren haben sich sehr diszipliniert und fair verhalten. Es gab zwei Unfälle – glücklicherweise ohne Personenschäden.“